FuPa Medizincheck: Der Ermüdungsbruch am Fuß
Freitag 29.07.16 11:50 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis3.443
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis.

FuPa Medizincheck: Der Ermüdungsbruch am Fuß

FuPa-Serie: +++ Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport +++
Im FuPa-Medizincheck stellt Dr. Simeon Geronikolakis Verletzungen rund um die Sportart Fußball vor. Dieses Mal werden Ursachen, Diagnostik und Therapievorschläge im Bezug auf Ermüdungsbrüche am Fuß erläutert. Übrigens: Wer eine Frage an Ihn hat, kann jene ganz einfach via Email stellen!


Entstehung

Wie überall im Körper, finden im gesamten Bewegungsapparat durchgehend physiologische Umbauprozesse statt. So auch im Knochen, der durch einem ständigen Ab- und Aufbau von Knochensubstanz sich an unterschiedliche mechanische Belastungen anpassen kann. Wird er zum Beispiel mechanisch stark beansprucht, so wird Knochen eingelagert, während bei verminderter Belastung Knochen abgebaut wird.
Bei ungewohnter oder zu starker und schnell steigender Belastung kann diese Anpassungsfähigkeit überfordert sein, mit der dann möglichen Folge einer Stressreaktion oder gar eines Ermüdungsbruches.

Risikofaktoren

Neben dem Missverhältnis zwischen Belastung, die auch durch die Bodenbeschaffenheit und die Schuhe beeinflusst werden kann, und Regeneration, können unter anderem auch ein Calciummangel, hormonelle Störungen (z.B. in Zusammenhang mit der Menstruation bei Frauen), eine verminderte Knochendichte, muskuläre Ungleichgewichte, eine Fußfehlstellung, eine Beinlängendifferenz oder verschiedene Erkrankungen und Stoffwechselstörungen weitere Risikofaktoren sein.

Lokalisation und Symptome

Am Fuß sind am häufigsten die Mittelfußknochen und das Kahnbein, ein Knochen der Fußwurzel, betroffen. Der Sportler berichtet über belastungsabhängige Schmerzen, meistens ohne einem vorausgegangenem Unfallereignis. Schwellungen oder sonstige zusätzliche Symptome bleiben größtenteils aus. Da auch trotz eines gewissen Schmerzes die sportliche Belastung initial weitgehend möglich sein kann, wird die Symptomatik immer wieder bagatellisiert, so dass die richtige Diagnose erst verzögert gestellt wird. Bei dadurch dann ebenfalls verspätetem Therapiebeginn, kommt es folglich auch zu längeren Ausfallszeiten.

Diagnostik und Therapie

Von immenser Wichtigkeit ist es bereits erste Warnzeichen zu erkennen um durch entsprechende bildgebende Untersuchungen wie dem Röntgen und der Kernspintomographie einen vorliegenden oder drohenden Ermüdungsbruch so früh wie möglich zu entdecken.
Die Therapie ist befundabhängig individuell zu gestalten und beinhaltet in den meisten Fällen, neben der Anregung des Knochenstoffwechsels durch verschiedene Maßnahmen, in erster Linie eine Belastungsreduzierung, die bis zur kompletten Entlastung über mehrere Wochen gehen kann. Parallel sollten alle festgestellten Risikofaktoren weitgehend behoben werden.

Prävention

Im Rahmen der Verletzungsprophylaxe gilt es die Risikofaktoren für einen Ermüdungsbruch zu erfassen und zu analysieren, um, soweit dies möglich ist, entsprechend dagegen zu arbeiten. Insbesondere spielt hierbei die Belastungssteuerung eine große Rolle, die aufgrund der unterschiedlichen Belastungsfähigkeit und der unterschiedlichen Grundvoraussetzungen zwischen den jeweiligen Spieler einer Mannschaft nicht immer einfach ist.

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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U15-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



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