FuPa Medizincheck: Das Plica-Syndrom
Donnerstag 26.01.17 08:00 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis1.719
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis.

FuPa Medizincheck: Das Plica-Syndrom

FuPa-SERIE: +++ Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport +++
Im FuPa-Medizincheck stellt Dr. Simeon Geronikolakis Verletzungen rund um die Sportart Fußball vor. Dieses Mal werden Ursachen, Diagnostik und Therapievorschläge im Bezug auf das Plica-Syndrom erläutert. Übrigens: Wer eine Frage an Ihn hat, kann jene ganz einfach via Email stellen!


Das Plica-Syndrom beschreibt einen Symptomen-Komplex, der auf eine Schleimhautfalte (einer sogenannten „Plica“) im Inneren des Kniegelenkes zurückzuführen ist. Diese ist meistens innenseitig zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen lokalisiert und lässt sich bei über der Hälfte der Bevölkerung finden. Das alleinige Vorhandensein dieser Plica hat somit absolut keinen Krankheitswert! Ist sie jedoch entzündet, vergrößert bzw. verdickt, eingeblutet oder eingerissen, so kann sie Symptome verursachen und in manchen Fällen auch zu einem Knorpelschaden führen.


Symptome

Schmerzen im Bereich der Innen- und Rückseite der Kniescheibe, Einklemmungen sowie Schwellungen sind mögliche und auch häufige Symptome.


Diagnostik

Bei der orthopädischen körperlichen Untersuchung und später auch durch bildgebende Verfahren wie zum Beispiel der Kernspintomographie, können Befunde erhoben werden, die auf ein Plica-Syndrom hinweisen. In erster Linie gilt es jedoch anderweitige strukturelle und vor allem funktionelle Ursachen für die Kniebeschwerden systematisch auszuschließen.


Therapie

Ist die Plica letztendlich doch relativ sicher als der Übeltäter ausgemacht, so ist primär eine konservative Therapie empfohlen und erfolgversprechend. Diese reicht von Kältetherapie, entzündungshemmender Medikation und Physiotherapie bis hin zu Infiltrationen und alternativen Therapiemethoden. In letzter Instanz, bei ausgeschöpfter und erfolgloser konservativer Therapie, ist, unter Berücksichtigung der entsprechenden Risiken, auch eine operative Entfernung der Plica mittels einer Kniegelenksspiegelung möglich. Die OP-Indikation sollte jedoch gut überlegt und auf keinen Fall leichtfertig oder überhastet gestellt werden.

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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U15-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



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