FuPa Medizincheck: Das Hüftimpingement
Donnerstag 26.10.17 12:00 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis2.236
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Das Hüftimpingement

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal was ein Hüftimpingement ist und wie es behandelt werden kann. Übrigens: Wer eine Frage an Ihn hat, kann jene ganz einfach via E-Mail stellen!


Das Impingement der Hüfte bezeichnet ein in der Bewegung vorzeitiges „Zusammenstoßen“ oder „Anschlagen“ von Oberschenkelknochen und Hüftpfanne im Hüftgelenk, das die Beweglichkeit einschränkt und Schmerzen verursacht. Dabei unterscheidet man drei Formen:

  1. Das CAM- oder auch Nockenwellen-Impingement:
    Beim CAM-Impingement ist die Hauptursache am Oberschenkelknochen zu finden. Auffällig ist eine knöcherne Verdickung bzw. Bildung eines sogenannten „Bump“ im Bereich des Oberschenkelhalses, der bei Bewegung oben an der Hüftpfanne anschlägt.

  2. Das Pincer- oder auch Beißzangen-Impingement:
    Beim Pincer-Impingement findet man eine verstärkte Überdachung der Hüftpfanne, die den ansonsten normal geformten Hüftkopf wie eine Beißzange umgreift.

  3. Mischformen:
    Sehr häufig findet man Mischformen aus einem Pincer- und einem CAM-Impingement, also eine verstärkte Überdachung der Hüftpfanne bei gleichzeitig vorliegender fehlerhafter Taillierung des Oberschenkelhalses.

Symptome
Das Hüftimpingement kann sich subjektiv sehr unterschiedlich äußern. Häufige Symptome sind tiefe Schmerzen im Bereich der Hüfte bzw. in der Leistengegend, die belastungsabhängig beispielsweise bei oder nach sportlicher Betätigung auftreten. Auch nach längerem Sitzen, wie zum Beispiel nach langen Autofahrten, beklagen viele Betroffene Schmerzen. Zudem ist oft die Beweglichkeit im Hüftgelenk eingeschränkt und es können Blockaden auftreten.

Diagnostik
In der Diagnosefindung spielen die Befragung des Patienten und die körperliche Untersuchung, in der spezielle Tests möglich sind, eine große Rolle. Durch eine Röntgendiagnostik können dann die oben beschriebenen knöchernen Veränderungen am Schenkelhals und/oder an der Hüftpfanne dargestellt werden. Weitere mögliche bildgebende Verfahren wie die Sonographie (Ultraschall), die Kernspintomographie (MRT) oder die Computertomographie (CT) können nicht nur der Sicherung der Diagnose dienen, sondern auch hilfreich bei der Beurteilung von möglichen Begleitverletzungen sein, beispielsweise an der Gelenklippe (Labrum) oder dem Knorpel.

Therapie
Ist die Diagnose eines Hüftimpingements gesichert und sind weitere potentielle Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen, so kann eine zielgerichtete Therapie eingeleitet werden, die individuell auf den Patienten, sein Beschwerdebild, seine Einschränkungen sowie seinen beruflichen und sportlichen Anforderungen abgestimmt ist und die die in der körperlichen Untersuchung und der Bildgebung erhobenen Befunde einbezieht.
Die Entscheidung zwischen einer konservativen Therapie (mit physiotherapeutischer Behandlung, Eigenübungen, Medikamenten und evtl. Spritzen) und einer operativen Versorgung, bei der meistens durch eine Gelenkspiegelung die knöchernen Veränderungen angegangen und Begleitverletzungen mitbehandelt werden können, sollte somit unter Berücksichtigung aller Risiken und der jeweiligen Erfolgsaussichten sehr sorgfältig abgewogen werden.


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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U18-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.




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