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Vereinsnachrichten

»Wir sind keine Rassisten«

Zuschauer entschuldigen sich für Verhalten bei 05-Testspiel gegen FuPa-Elf

von Bardo Rudolf · 15.08.2019, 08:00 Uhr · 0 Leser
Ein klares Statement der Spvgg. Selzen und des SC Moguntia 1896 Mainz.	Foto: Spvgg. Selzen
Ein klares Statement der Spvgg. Selzen und des SC Moguntia 1896 Mainz. Foto: Spvgg. Selzen

Selzen. Sie haben Wort gehalten bei der Spvgg. Selzen und vor ihrem ersten Saisonspiel in der Fußball-B-Klasse Mainz-Bingen Ost gegen Moguntia 1896 Mainz ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Alle Spieler der Startelf stellten sich vor dem Anpfiff hinter ein Banner mit dem Schriftzug „Nein zu Rassismus“. Dies war eine Reaktion auf die Vorwürfe gegen mit T-Shirts der Spvgg. Selzen bekleidete Zuschauer, die beim Testspiel des Bundesligisten FSV Mainz 05 Anfang Juli gegen die FuPa-Allstars die Mainzer Profis rassistisch beleidigt haben sollen.

Diese Zuschauer haben nun ergänzend zu der Banner-Aktion in einem offenen Brief zu ihrem Verhalten Stellung genommen. Darin heißt es: „Wir möchten klar machen, dass wir keine Rassisten sind! Zutiefst geschockt war ein jeder von uns, als wir von eventuell als rassistisch zu wertenden Aussagen unsererseits hörten. Wir, wie auch unser Verein, stehen in der Mitte der Gesellschaft. Für uns macht es keinen Unterschied welche Hautfarbe, Religion, Nationalität, Sexualität oder welches Geschlecht ein Mensch hat.“

Zudem entschuldigten sie sich für ihr Verhalten im Bruchwegstadion „bei den Zuschauern, die sich von uns belästigt fühlten. Beim 1. FSV Mainz 05 dafür, dass einige unter uns Schmähgesänge gegen den Verein angestimmt haben. Bei unserem Verein Spvgg. Selzen. Dieser wurde durch uns in einer Art und Weise negativ in der Presse belastet, die der Verein nicht verdient hat. Bei einem Charity-Spiel, das eigentlich auch für uns Amateure gedacht ist, ist ein solches Verhalten unangebracht.“ Mit diesem Brief verbunden äußern die Selzer den Wunsch, „dass die Sache damit abgeschlossen ist“.

Der Mainz-05-Vorsitzende Stefan Hofmann bezeichnet es als „vorbildlich, dass die Spvgg. Selzen diesen Vorfall zum Anlass nimmt, sich als Gesamtverein deutlich gegen Rassismus zu positionieren. Ausgrenzung und Beleidigungen, egal ob rassistischer oder anderweitig diskriminierender Natur, haben im Fußball nichts zu suchen.“

Mainz 05 verzichtet auf weitere Schritte

Weiter sagte Hofmann auf FuPa-Anfrage: „In den bisherigen Ermittlungen konnten die von Trainern und einem Physiotherapeuten von Mainz 05 wahrgenommenen Rufe keinen konkreten Personen zugeordnet werden, insofern wird Mainz 05 keine weiteren Schritte in der Sache unternehmen. Das strafrechtliche Verfahren zu dem Vorfall liegt jedoch aktuell noch bei der Staatsanwaltschaft.“