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Überraschende Reaktion der KFC-Fans

Ka­pi­tän Do­mi­nic Ma­roh fin­det deut­li­che Wor­te und Trai­ner Nor­bert Mei­er sieht po­si­ti­ve As­pek­te

von RP / Thomas Schulze · 14.03.2019, 12:45 Uhr · 0 Leser
F: Hendrik Deckers
F: Hendrik Deckers
Fuß­bal­ler sind kei­ne Poe­ten oder Phi­lo­so­phen, wenn­gleich von ih­nen na­he­zu täg­lich ver­langt wird, dass sie sich zu die­sem oder je­nem The­ma mög­lichst schlau äu­ßern – selbst in je­nen Mo­men­ten, da es ih­nen ziem­lich schwer fällt, über­haupt et­was zu sa­gen, ge­schwei­ge denn die rich­ti­gen Wor­te zu fin­den.
Manch­mal kommt ih­nen dann aber so­gar et­was un­sin­nig-tief­sin­ni­ges über die Lip­pen. Zum Bei­spiel An­dre­as Breh­me. Der Na­tio­nal­spie­ler und Welt­meis­ter von 1990 präg­te sechs Jah­re nach sei­nem Tri­umph den in­zwi­schen le­gen­dä­ren Satz: „Has­te Schei­ße am Fuß, has­te Schei­ße am Fuß.“ Viel­leicht kennt Osa­yamen Osa­we, der Tor­jä­ger des KFC Uer­din­gen, die­sen Satz nicht, doch könn­te er ihn nach der 0:2-Nie­der­la­ge beim FSV Zwi­ckau si­cher­lich un­ter­schrie­ben.Der 25 Jah­re al­te Ni­ge­ria­ner mit bri­ti­schem Pass, der in der Win­ter­pau­se vom Zweit­li­gis­ten FC In­gol­stadt kam, hat­te in Sach­sen näm­lich drei so ge­nann­te hun­dert­pro­zen­ti­ge Chan­cen, doch brach­te er den Ball nicht ein ein­zi­ges Mal über die Tor­li­nie. Beim ers­ten Ver­such jag­te er den Ball in Rück­la­ge über das Tor, dann schoss er den Ball aus drei Me­tern ge­gen die Un­ter­kan­te der Lat­te und schließ­lich köpf­te er ihn ge­gen den Quer­bal­ken.

Osa­we steht da­mit sinn­bild­lich für den KFC Uer­din­gen, dem der­zeit über­haupt nichts ge­lingt – zu­min­dest nichts Zähl­ba­res. Seit neun Spie­len ist die Mann­schaft nun schon oh­ne Sieg. Und wenn ein­ge­fleisch­te Fans trös­tend ein­wen­den, der 1. FC Nürn­berg sei in der Bun­des­li­ga be­reits 17 Mal oh­ne Drei­er und viel schlim­mer dran, so hinkt die­ser Ver­gleich, denn die Fran­ken sind zwar auch ein Auf­stei­ger, wa­ren je­doch zu Sai­son­be­ginn ein Ab­stiegs­kan­di­dat, wäh­rend die Uer­din­ger nach ei­ner er­folg­rei­chen Hin­run­de nur ei­nen Punkt hin­ter dem Spit­zen­rei­ter stan­den.

„Die Rück­run­de ist ei­ne Ka­ta­stro­phe“, sagt Ka­pi­tän Do­mi­nic Ma­roh. „Wir ha­ben so ei­ne gu­te Aus­gangs­si­tua­ti­on ge­habt. Wir müs­sen jetzt gu­cken, dass wir ein Spiel mal wie­der ge­win­nen und uns ein Pols­ter nach hin­ten schaf­fen. Vor­ne sind wir zu harm­los und hin­ten leis­ten wir uns ein­fa­che Feh­ler. Wir müs­sen gu­cken, dass wir da zu­sam­men raus kom­men.“

Und dann be­rich­tet Ma­roh von ei­ner un­ge­wöhn­li­chen, schö­nen Er­fah­rung. Denn wäh­rend vor we­ni­gen Ta­gen der Schal­ker Trai­ner Do­mi­ni­co Te­des­co nach der 0:4-Nie­der­la­ge ge­gen For­tu­na Düs­sel­dorf ziem­lich al­lein vor der Kur­ve stand und sich von Hun­der­ten so ge­nann­ter Fans be­schimp­fen las­sen durf­te, war es in Zwi­ckau ge­nau um­ge­kehrt: Die drei Dut­zend mit­ge­reis­ten KFC-Fans ver­such­ten, die Spie­ler auf­zu­rich­ten. „Sie ha­ben die Mü­hen und Kos­ten auf sich ge­nom­men und trotz der Ent­täu­schung sehr auf­mun­tern­de Wor­te für uns ge­fun­den“, be­rich­te­te der Ka­pi­tän. „Hut ab! Schon al­lein des­halb müs­sen wir gu­cken, dass wir am Frei­tag jetzt mit al­ler Macht die drei Punk­te ho­len.“ Dann ist For­tu­na Köln um 19 Uhr zu Gast in der Schau­ins­land-Rei­sen-Are­na.

Trai­ner Nor­bert Mei­er be­män­gel­te das De­ja-vu hin­sicht­lich der in­di­vi­du­el­len Feh­ler im Spiel­auf­bau und in der De­fen­si­ve, sah aber in der zwei­ten Halb­zeit rich­tig gu­ten Fuß­ball sei­ner Mann­schaft und lob­te die jün­ge­ren Spie­ler Mau­rice Lit­ka, Pa­trick Pflü­cke und Jo­han­nes Dörf­ler aus­drück­lich. Sie dür­fen sich so­mit be­rech­tig­te Hoff­nun­gen ma­chen, am Frei­tag er­neut zum Ein­satz zu kom­men.