
Osawe steht damit sinnbildlich für den KFC Uerdingen, dem derzeit überhaupt nichts gelingt – zumindest nichts Zählbares. Seit neun Spielen ist die Mannschaft nun schon ohne Sieg. Und wenn eingefleischte Fans tröstend einwenden, der 1. FC Nürnberg sei in der Bundesliga bereits 17 Mal ohne Dreier und viel schlimmer dran, so hinkt dieser Vergleich, denn die Franken sind zwar auch ein Aufsteiger, waren jedoch zu Saisonbeginn ein Abstiegskandidat, während die Uerdinger nach einer erfolgreichen Hinrunde nur einen Punkt hinter dem Spitzenreiter standen.
„Die Rückrunde ist eine Katastrophe“, sagt Kapitän Dominic Maroh. „Wir haben so eine gute Ausgangssituation gehabt. Wir müssen jetzt gucken, dass wir ein Spiel mal wieder gewinnen und uns ein Polster nach hinten schaffen. Vorne sind wir zu harmlos und hinten leisten wir uns einfache Fehler. Wir müssen gucken, dass wir da zusammen raus kommen.“
Und dann berichtet Maroh von einer ungewöhnlichen, schönen Erfahrung. Denn während vor wenigen Tagen der Schalker Trainer Dominico Tedesco nach der 0:4-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf ziemlich allein vor der Kurve stand und sich von Hunderten so genannter Fans beschimpfen lassen durfte, war es in Zwickau genau umgekehrt: Die drei Dutzend mitgereisten KFC-Fans versuchten, die Spieler aufzurichten. „Sie haben die Mühen und Kosten auf sich genommen und trotz der Enttäuschung sehr aufmunternde Worte für uns gefunden“, berichtete der Kapitän. „Hut ab! Schon allein deshalb müssen wir gucken, dass wir am Freitag jetzt mit aller Macht die drei Punkte holen.“ Dann ist Fortuna Köln um 19 Uhr zu Gast in der Schauinsland-Reisen-Arena.
Trainer Norbert Meier bemängelte das Deja-vu hinsichtlich der individuellen Fehler im Spielaufbau und in der Defensive, sah aber in der zweiten Halbzeit richtig guten Fußball seiner Mannschaft und lobte die jüngeren Spieler Maurice Litka, Patrick Pflücke und Johannes Dörfler ausdrücklich. Sie dürfen sich somit berechtigte Hoffnungen machen, am Freitag erneut zum Einsatz zu kommen.