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Donnerstag 21.09.17 20:05 Uhr|Autor: Matthias Kaufhold (BZ)1.661
Stegens Trainerduo Stefan Schwär (re.) und Björn Kuschel | Foto: Benedikt Hecht

Landesliga II: Lohn für einen langen Atem

Die Kopfgruppe der Landesliga, Staffel II, setzt auf nachhaltige Entwicklung und regionale Verankerung
Ehrliche und beharrliche Arbeit soll sich lohnen. Klingt nach einem   flotten Wahlkampfslogan. Könnte aber auch die Erfolgsformel sein für die  Saison in der Fußball-Landesliga. Das Vakuum, das der FV Lörrach-Brombach nach seinem Verbandsliga-Aufstieg im Sommer an der Tabellenspitze hinterlassen hat, scheinen alteingesessene Mannschaften aus dem Mittelbau der Liga zu füllen. Vielleicht schnappt sich in diesem Jahr ein kreuzbraver Landesligist mit  langem Atem den Meistertitel.  Eine Momentaufnahme der Top  Vier nach sechs Spieltagen:

Schritt für Schritt nach vorn – der FSV RW Stegen (6 Spiele, 14 Punkte)
Womöglich  erwischte Stefan Schwär genau die richtige Stellschraube, als er die Kick-off-Sitzung für die neue Saison direkt  nach dem Ende der abgelaufenen Runde ansetzte. Mit 53 Zählern  hatten die Stegener als Tabellenvierter  einen neuen vereinsinternen Punkterekord  aufgestellt. Den Spielern sei klar geworden, dass die Politik der kleinen Schritte erfolgreich ist, so der Trainer.  „Es hat sie für Fragen der Urlaubsplanung und  Trainingsbeteiligung sensibilisiert.“ Die Einsicht in das Notwendige bewirkte eine Vorbereitung, die so konstant und gut besucht ablief wie  vielleicht noch nie  bei den Rot-Weißen unter Schwär. Und das will etwas heißen, leitet    der Pädagoge bereits im elften Jahr den Übungsbetrieb im Dreisamtal, neun Jahre davon mit Assistent Björn Kuschel.  

Kontinuität und Nachhaltigkeit sind deshalb keine hohlen Phrasen in Stegen. Schwär hat es sich zur Aufgabe gemacht,  Eigengewächse und Spieler aus der Kreisliga sukzessive ans Landesliganiveau heranzuführen. Die Qualität stimmt, seit November 2016 gingen nur drei Ligaspiele verloren, die Quantität auch, weil der Kader im Sommer bewusst vergrößert wurde und so Absenzen durch Verletzungen oder Beruf besser aufgefangen werden können. Schwär wehrt sich, über die Verbandsliga zu reden. Doch wenn die ungeschlagenen Stegener weiter so konstant ihre Leistung abrufen, werden sie sich in der Spitzengruppe   dauerhaft einnisten.

Stallgeruch als Markenzeichen – der SC Wyhl (6 Spiele, 13 Punkte)
Es war die nervenaufreibendste Runde nach dem Verbandsliga-Abstieg 2014: Als Tabellenzwölfter  entkam der SC Wyhl nur mit Müh’ und Not dem Fall in die Bezirksliga. Und nun tummeln sich die Kaiserstühler als Überraschungsteam springlebendig im Vorderfeld der Liga – für Trainer Benjamin Rohrer kein Widerspruch. Die Mannschaft habe schon in der vergangenen Rückrunde überzeugt und sich mit großem Willen aus dem Abstiegssumpf gezogen. Dann folgte ein dankbares Auftaktprogramm, in dem sich die Neuen wie Rückkehrer Andreas Futterer oder Angreifer Sören Oberkirch (Rohrer: „alle mit Wyhler Wurzeln“)  gut einfügen konnten.

„Wir geben den jungen Spielern Zeit, sich zu entwickeln“, sagt Rohrer. Ein Satz, der auch von Stefan Schwär stammen könnte. Im Angriff übernehmen nun Marco Blust und Jens Ritter Verantwortung. „Für uns ist der Spaß in der Gemeinschaft und ein Bezug zum SCW wichtig“, verdeutlicht Rohrer. Man werde jetzt aber keinen Höhenkoller bekommen. „Das sind alles Punkte gegen den Abstieg, erst mal zählt nur der Klassenerhalt“, stellt der Trainer klar. Sollte man  nach 20 Spieltagen immer noch da oben stehen, „werden wir uns sicher nicht wegducken“.

Ein Hauch von Nagelsmann  – die SF Elzach-Yach (5 Spiele, 13 Punkte)
Gut Ding will Weile haben – das gilt auch für die Sportfreunde aus dem Elztal, die seit Jahren zum Inventar der Landesliga zählen und nun drauf und dran sind, ihr Graue-Maus-Image abzustreifen. Nur Stegen und Elzach (Nachholspiel am 1. November gegen den Freiburger FC II) sind noch ungeschlagen. Einen besseren Einstand hätte sich der neue Trainer Marco Dufner kaum wünschen können.

Viele Spieler aus den eigenen Reihen und dem nahen Umfeld – Elzach ist im Grunde eine Kreuzung aus Stegen und Wyhl, gelenkt von einem Elzacher Eigengewächs, das seine drei Jahren als A-Juniorentrainer mit dem Aufstieg in die U-19-Verbandsliga  krönte. Spieler wie Jonas Schmieder nahm Dufner in die Erste mit – und wirkt dort als Julian Nagelsmann des Elztals mit seinen 28 Jahren und dem verletzungsbedingten Ende der aktiven Karriere im A-Jugend-Alter. „Das Wichtigste ist, dass man authentisch bleibt und den  Spielern  den Sinn des Ganzen vermitteln kann“, sagt Dufner. Und wie ist das jetzt mit einem Spitzenplatz für Elzach? Dufner bleibt klar: „Das Potenzial ist da.“

Gegenentwurf mit Arrivierten – der FC Waldkirch (6 Spiele, 12 Punkte)
„Die Verbandsliga ist derzeit kein Thema“, versichert Trainer Benjamin Pfahler, der mit den Waldkirchern im Frühjahr den Abstieg hinnehmen musste – nach sieben Jahren Verbandsliga. Dabei scheint sich der FCW mit seinen elf Neuzugängen nach zähem Beginn gefangen zu haben. Zuletzt gab’s drei Siege und  8:1-Tore. Dennoch fordert Pfahler: „Defensiv müssen wir noch stabiler werden.“

Die  vielen arrivierten Kräften mit höherklassiger Vergangenheit wie Pfahlers Assistent Gilles Ekoto-Ekoto und  Torjäger Josef Tohmaz bilden den Gegenentwurf zum Spitzentrio. Pfahler, der im Wechsel  mit Ekoto-Ekoto selbst noch aufläuft,  sah bei der „verdammt jungen Mannschaft“ des Vorjahres Handlungsbedarf. Die Stimmung sei schwierig gewesen. „Wir haben darauf geachtet, dass es charakterlich zusammenpasst“, sagt der Trainer. Nur so könne man in einer extrem ausgeglichenen Liga gegen jene Vereine bestehen, die über ihren starken Zusammenhalt kommen, die ehrlichen Arbeiter eben.
 
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Tabelle
1. Waldkirch (Ab) 1113 27
2. Elzach-Yach 1010 22
3. Stegen 1114 21
4.
FreiburgerFC II (Auf) 107 19
5.
Au-Wittnau 117 17
6.
Hausen adM. 112 17
7.
Emmendingen 118 16
8.
Wyhl 111 16
9.
Ballr.-Dott. (Auf) 11-2 16
10. Weil 11-3 16
11.
St. Georgen 11-1 15
12.
Rheinfelden 11-1 14
13.
Herbolzheim 11-4 12
14. Tiengen (Auf) 11-10 9
15. Kirchzarten 11-15 7
16. Solvay Fr. (Ab) 11-26 5
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