Die Rückkehr des gelöschten Manuel Kabambi
Samstag 21.11.20 10:00 Uhr|Autor: Lars Brepols | AZ/AN2.437
Enge Ballführung: Offensivkraft Manuel Kabambi (links) will mit seinen Beeckern auch bei Fortuna Köln punkten. Foto: Michael Schnieders

Die Rückkehr des gelöschten Manuel Kabambi

Der Wikipedia-Eintrag des Beecker Stürmers existiert nicht mehr. Mit seinem Team gastiert er heute bei seinem Ex-Club Fortuna Köln.
REGIONALLIGA WEST


Manuel Kabambi existiert nicht mehr. Der Wikipedia-Eintrag über die Offensivkraft des FC Wegberg-Beeck wurde vor ein paar Tagen ohne Vorankündigung gelöscht. „Zweifelsfrei fehlende enzyklopädische Relevanz: Klar irrelevant, zwölf Regionalligaspiele, mehr nicht“, lautet die Begründung eines Hüters der deutschsprachigen Wiki-Ausgabe. Diese Nachricht überraschte dann auch den 25-jährigen Fußballer: „Davon wusste ich bislang nichts.“

Beim Regionalliga-Aufsteiger aus dem Kreis Heinsberg genießt der Sommerneuzugang hingegen eine deutlich höhere Wertschätzung. „Er hat sich bei uns gut entwickelt. Seine Willensstärke und sein Ehrgeiz zeichnen ihn aus“, sagt Beecks Trainer Michael Burlet über seinen Schützling, der sich in seiner ersten Regionalliga-Saison direkt einen Stammplatz bei den Kleeblättern erkämpft hat.

 

Rückenverletzung auskuriert

 

In zwölft der bisherigen 13 absolvierten Ligapartien stand der Stürmer in der Startelf. Aufgrund einer Rückenverletzung verpasste er nur die Begegnung gegen den Wuppertaler SV. „Zuletzt bei Fortuna Düsseldorf II habe ich noch unter Schmerzen gespielt. Jetzt bin ich aber wieder fit“, sagt der gebürtige Engelskirchener, der mit zwei Treffern und drei Vorlagen bislang fünf Scorerpunkte gesammelt hat. „Die ersten zwei, drei Spiele musste ich mich schon umstellen, da das Tempo im Vergleich zur Mittelrheinliga höher ist. Da es meine erste Saison in der Regionalliga ist, bin ich zufrieden“, sagt Kabambi und schiebt in einem Atemzug schmunzelnd hinterher: „Wobei, so ganz zufrieden dann auch wieder nicht. Ein paar mehr Tore und Vorlagen hätten es schon sein können.“

Am heutigen Samstag (14 Uhr) könnte er sein persönliches Konto weiter füttern, denn dann gastiert er mit seinen Beeckern bei seinem Ex-Club Fortuna Köln. Von der Saison 2016/17 bis 2018/19 schnürte Kabambi die Schuhe in der Landesliga für die Zweitvertretung des Traditionsclubs. „Ich wurde damals von Trainer Uwe Koschinat in den Kader der Ersten hochgezogen und habe die Vorbereitung mit einigen Testspielen gegen Profivereine mitgemacht“, erinnert sich der 1,92 Meter große Stürmer und ergänzt: „Das wird schon ein besonderes Spiel für mich, denn ich kenne die halbe Mannschaft und bin mit einigen Spielern eng befreundet. Vor Corona haben wir uns regelmäßig in Köln getroffen.“ Geschenke will Kabambi mit seinen Teamkollegen im Südstadion dennoch nicht verteilen. „Ein Sieg wäre natürlich am besten, aber auch mit einem Punkt könnte ich leben“, sagt der gelernte Bankkaufmann, der momentan Wirtschaftsingenieurwesen studiert.

 

Zusage beim SV Straelen

 

Dass Kabambi, der in der verkürzten „Corona-Saison“ 2019/20 für den Mittelrheinligisten FC Hürth auf Torejagd gegangen ist, in dieser Spielzeit das Trikot der Schwarz-Roten überstreift, ist aus Beecker Sicht einem glücklichen Umstand zu verdanken. Denn eigentlich hatte der 25-Jährige dem Mitaufsteiger SV Straelen bereits seine Zusage gegeben, doch kurzfristig änderte der in Bergisch-Gladbach wohnende Stürmer seine Meinung. „Der Präsident des SV Straelen wollte mich unbedingt haben, und man hatte mir auch einen Stammplatz in Aussicht gestellt. Ich bin dann auch umgezogen und habe die ersten Einheiten und Testspiele für Straelen absolviert. Soweit war alles super, aber es stand noch kein Trainer für die Mannschaft fest. Der Co-Trainer hat später das Amt übernommen, und wir haben zum Ende der Vorbereitung hin ein Gespräch geführt. Wir waren uns dann nicht über die künftige Spielphilosophie und meine Rolle im Team einig“, erinnert sich Kabambi. „Danach ging alles ganz schnell.“

Die Offensivkraft löste ihren Kontrakt beim Mitaufsteiger wieder auf und schloss sich den Beeckern an. „Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Das familiäre Umfeld bei Wegberg-Beeck gefällt mir sehr, und ich fühle mich wohl. Wir sind ein richtiges Team und das spiegelt sich auch in unseren Spielen wider“, unterstreicht der Sommer-Neuzugang des Tabellenzwölften und fügt hinzu: „Wir haben uns als Mannschaft jetzt richtig kennengelernt. Und ich bin davon überzeugt, dass wir am Ende die Klasse halten werden.“

Dann würde seine Statistik wohl deutlich mehr Regionalliga-Spiele aufweisen und die Relevanz für seinen Wikipedia-Eintrag dadurch voraussichtlich wieder gegeben sein...

FOTOS SC Fortuna Köln - FC Wegberg-Beeck
FOTOS SC Fortuna Köln - FC Wegberg-Beeck

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