
Selber als auch von Außenstehenden als einer der großen Favoriten auf den Aufstieg wurde vor der Spielzeit 2019-2020 der CS Grevenmacher gehandelt. Gleich im ersten Spiel setzte man mit einem 2-0 Heimsieg gegen Schifflingen ein Zeichen, während fünf Spieltagen stand man ganz oben, doch ausgerechnet eine Niederlage im Derby gegen Berburg sowie eine gegen ganz starke Bettemburger haben „di Blo“ auf Platz 3 abrutschen lassen. Der Abstand beträgt immerhin – wenn auch nicht uneinholbare – vier Punkte auf die Relegation und fünf auf die Spitzenposition. Der aktuelle Leader Schifflingen brauchte eine Weile, bis er in der Liga angekommen war. Die Mannschaft, die aus spielerisch starken Individualisten besteht, musste sich erst finden, was aber nach und nach gelang. Das Leistungsvermögen deutete sich endgültig bei der 1-3 Heimniederlage im Pokal gegen das zwei Ligen höher spielende Differdingen an, wo man eine Halbzeit lang ebenbürtig war. Nach der erwähnten Auftaktniederlage sowie zwei Unentschieden in der Anfangsphase der Saison ging der Fusionsverein in allen seiner letzten neun Meisterschaftsspiele vor der Winterpause als Gewinner vom Platz! Eine ähnlich beeindruckende Serie zeigt der SC Bettemburg (2.) auf: wettbewerbsübergreifend verlor man in der Hinrunde nur ein einziges Spiel, und das erst Anfang Dezember zu Hause in der „Coupe de Luxembourg“ gegen Rosport aus der BGL Ligue! Bettemburg stand bis zum Winter übrigens dreimal auf Platz 1. Spielerisch nicht so stark, von den Ergebnissen her dagegen schon, spielt Berburg ebenfalls eine gute Saison und kann sogar von einem Platz in den Aufstiegsrängen träumen, zumal man außer zwei Aussetzern zu Beginn seitdem nur gegen Schifflingen den Kürzeren zog. Eine kleine Wundertüte stellt die Union Remich-Bous dar, die einen starken Saisonstart kannte, dann aber in ein Tief rutschte um sich vor dem Winter wieder bis auf den 5.Rang vorgearbeitet zu haben. Moselrivale Wormeldingen verpatzte dagegen seinen Auftakt, seit sieben Spielen hat man nun aber nicht mehr verloren und ist bis auf Platz 6 geklettert, dies noch vor Steinfort, das nach einem sehr starken Beginn in der Folge fünfmal verlor um dann Mitte der Hinrunde eine Trendwende einzuleiten und mit Grevenmacher sowie Bettemburg zwei „Große“ zu ärgern!
Alle Clubs der zweiten Tabellenhälfte, die nicht selber auf einem der drei unteren Plätze stehen, scheinen ein sicheres Dasein zu fristen. Doch der Schein trügt! Wenn sich die Konkurrenten oberhalb der Abstiegsplätze gegenseitig Punkte wegnehmen, wird das Loch nicht unbedingt größer und plötzlich könnten die drei akut gefährdeten Mannschaften wieder Morgenluft schnuppern! Sanem, das am 7.Spieltag sogar Tabellenführer war, holte aus den letzten sechs Spielen vor der Winterpause nur einen Sieg und ist mittlerweile nur noch Achter! Und auch Kayl-Tetingen hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher, auch bei der Union 05 konnte man nur einen Erfolg aus den letzten sechs Spielen feiern, dazu kam noch die Trennung von Trainer Pott, seit der es eher bergab als bergauf ging. Anders sieht der Trend in Walferdingen aus, der Aufsteiger steckte die ganze Saison über unten drin, doch ein Derbysieg gegen Beggen läutete eine kleine Aufholjagd vor drei Siegen aus drei Spielen vor der Winterpause ein, so dass man beim FC Résidence sich frohen Mutes auf Weihnachten freuen kann. Wesentlich gedrückter ist die Stimmung bei den beiden Nachbarn Beggen und Pfaffenthal-Weimerskirch. Dass eine gute Saisonvorbereitung rein gar nichts wert ist zeigt sich beim FC Avenir, der zwar relativ gut in die Saison kam, bei dem es aber an Konstanz fehlt. So muss man dringend ein Auge auf den Red Black Egalité haben, der nur vier Punkte dahinter auf dem Barrageplatz rangiert. Im Pfaffenthal wusste man, dass es eine schwere Saison werden würde, spielerisch konnte man nur selten überzeugen, dennoch ist noch nichts verloren. Und wenn Mensdorf alle Mann an Bord hätte, würde die Situation – die sicher noch nicht aussichtslos ist – bestimmt besser aussehen, denn der Kader gibt eigentlich mehr her als den vorletzten Platz. Bei Absteiger Sandweiler nahm man einen Komplettabsturz dagegen in Kauf, wie man uns im Interview, das am Wochenende hier auf FuPa erscheint, erklärte. Natürlich möchte man in der 1.Division bleiben und auch alles daransetzen, doch wenn es nicht klappt, ist dies kein Beinbruch. Hauptsache, der Verein ist wieder gesund!