Meisterfrage spannend wie selten
Donnerstag 12.03.20 05:00 Uhr|Autor: Schwäbische Zeitung / Gerhard Kirchenmaier485
Den SV Sulmetingen (vorn Admir Causevic) sehen sieben Vereine am Ende vorn. Das ist das Ergebnis der SZ-Umfrage unter den Bezirksliga-Clubs in der Winterpause gewesen. <em>Foto: Volker Strohmaier</em>

Meisterfrage spannend wie selten

SV Sulmetingen, SF Schwendi und SV Dettingen in der Fußball-Bezirksliga Riß favorisiert.

Biberach / sz - Am Sonntag, 15. März, starten die Fußball-Bezirksligisten in die Rest-Rückrunde. Bei der SZ-Umfrage nach dem kommenden Meister, bei der Mehrfach-Nennungen möglich waren, entfiel das größte Stück vom Kuchen wenig überraschend auf die ersten Vier der Tabelle. Den Wintermeister SV Sulmetingen sehen sieben Vereine am Ende vorn, dem Zweiten SF Schwendi wird fünf Mal der große Wurf zugetraut. Auf den SV Dettingen entfielen drei Nennungen, der SV Steinhausen und der SV Ringschnait erhielten je ein Mal den Zuschlag. Maximale Spannung verspricht auch der Kampf um die Relegationsplätze und gegen den Abstieg.




Bodenständigkeit und Geduld haben in der Winterpause das Wechselszenario bestimmt, wie schon in der Vorsaison ist recht wenig Bewegung im Spielerkarussell festzustellen. Sechs Vereine gehen mit unverändertem Kader in die Restsaison. Bei den anderen Vereinen erhofft man sich durch diverse Zugänge frischen Wind, lediglich bei Olympia Laupheim II sind mehr Abgänge als Zugänge zu verzeichnen. Offensichtlich zufrieden sind die Vereine mit ihren sportlichen Führungskräften auf der Bank. In der Winterpause gab es bei den Trainern keine Personalrochaden.

Sulmetingen hat reichlich Konkurrenz

Zwei Vizemeisterschaften, ein dritter Platz und zwei vierte Plätze schlagen in der nun inzwischen über fünfjährigen Trainertätigkeit von Heiko Gumper beim SV Sulmetingen zu Buche. In der laufenden Saison konnte man erstmals als Tabellenführer überwintern, diese Position will der Bezirksliga-Dino nun mit allen zur Verfügung stehenden Kräften verteidigen. Beim SVS weiß man aber: Der Weg zum Titel könnte steinig sein, die Konkurrenz steht parat.

Zu der gehört der unmittelbare Verfolger SF Schwendi, bei dem der scheidende Trainer Stefan Wiest alles daran setzen dürfte, seinem Team und sich persönlich einen erfolgreiche Restserie zu bescheren. Wohin der Weg für den Ex-Landesligisten aber letztlich führt, könnte schon der erste Auftritt nach der Winterpause aufzeigen. Da tritt der Tabellenzweite beim Tabellenvierten Dettingen an. Von allen Kandidaten für die Meisterschaft ist der SV Steinhausen eher der Exot. Verdient hat sich der Tabellendritte diese starke Platzierung durch acht niederlagenlose Partien vor der Winterpause. Da will man mit mannschaftlicher Geschlossenheit nahtlos anschließen. Der SVS könnte im Titelkampf das Zünglein an der Waage sein, ausgeschlossen ist aber auch nicht einer der ersten zwei Plätze.

Die beansprucht aber auch der noch mit einer Partie im Rückstand liegende SV Dettingen. Bei etlichen starken Auftritten im zweiten Teil der Vorrunde kam die Illertal-Elf schon sehr nah an die Spielidee von Spielertrainer Oliver Wild heran. Ein Platz unter den ersten Fünf soll es nach eigenen Angaben werden, Meisterschaft oder Relegationsplatz nicht ausgeschlossen. Der Vierte ist in Normalform klar ein ernsthafter Kandidat für einen dieser beiden Plätze.

Kampfansage aus Ringschnait

Auch wenn den SV Baustetten für den Titel niemand auf der Rechnung hat, ist der Fünfte bei nur einem Punkt Rückstand auf Platz eins ein weiterer Anwärter auf einen absoluten Spitzenplatz. Entscheidend dafür dürfte für das zweitbeste Auswärtsteam der Liga sein, wie man in den Direktduellen gegen die Konkurrenz aus dem ersten Tabellendrittel abschneidet. In der Vorrunde zog der SVB gegen Spitzenteams fast immer den Kürzeren.

Das Saisonziel des Sechsten SV Ringschnait ist konkret und hat sich in keinster Weise verändert – am Ende soll es Platz eins oder zwei sein. Bei nur vier Punkten Rückstand auf die Spitzenplätze ist dies ein durchaus realistisches Unternehmen. Den Grundstein für eine erfolgreiche Aufholjagd kann der SVR schon zum Rückrundenauftakt legen. Im heimischen Dürnach-Stadion ist Tabellenführer Sulmetingen zu Gast.

Der TSV Kirchberg führt als Tabellensiebter mit einem schon komfortablen Polster auf die Abstiegszone das Mittelfeld an. Ausruhen kann man sich darauf aber keinesfalls, die Blau-Weißen wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt fixieren. Wegweisend könnten bereits die beiden Auftaktpartien gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller sein. Die Kohler-Truppe sollte Qualität für ein weiteres Jahr im Bezirksoberhaus haben.

Die SGM Warthausen/Birkenhard hat mit den beiden Zugängen Simon Macht und Dominik Felger vom FV Biberach nicht nur quantitativ, sondern wohl auch qualitativ nachgebessert. Mit Hilfe dieser beiden erfahrenen Akteure könnte die SGM gelegentlich aufgetretene Formschwankungen in der Rückrunde glätten. Das von der Vereinsführung ausgegebene Saisonziel Mittelfeldplatz ist realistisch.

Der SV Reinstetten hat im Vergleich zur Vorsaison einen deutlich besseren Punktestand zum Rückrundenstart vorzuweisen, geht aber trotzdem mit einer gewissen Demut in die Restserie. Extreme Formschwankungen wie im zweiten Teil der Vorrunde soll es nicht mehr geben. Helfen soll dabei Konstantinos Athanasiadis, der vom Landesligisten SV Weingarten an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt.

Trainer Reiner Wespel kann seit seiner Amtsübernahme im Oktober eine positive Bilanz mit dem VfB Gutenzell vorweisen. Das Saisonziel gesichertes Mittelfeld sollte für den VfB machbar sein. Wespel selber möchte sich natürlich am liebsten auch in der Restserie mit mehr Siegen als Niederlagen verabschieden und auch die starke Heimbilanz verteidigen. In den letzten Testspielen konnte der Zehnte gefallen.

Ab Platz elf ist Abstiegskampf angesagt

Aufsteiger FC Mittelbiberach führt als Tabellenelfter die Liste jener Vereine an, für die der Abstiegskampf aktuell und vielleicht bis in die Saisonendphase präsent ist. Ein kleines Manko könnte für den FCM der Spielplan sein, in den verbleibenden zwölf Spielen muss man sieben Mal auswärts antreten. Die Zukowski-Elf hat aber alles in eigener Hand und konzentriert sich auf das anstehende, wichtige Kellerduell gegen den Tabellennachbarn SV Baltringen.

Der hat drei Zähler weniger auf dem Konto und benötigt jeden Punkt dringend. Die wenig erfolgreichen Testspiele haben nun keine Bedeutung mehr, beim SV Baltringen muss man die Situation annehmen. Im sehr schweren Restprogramm trifft man noch auf alle Spitzenteams, ganz dringend benötigt man Siege in den Direktduellen gegen die ebenso abstiegsbedrohten Konkurrenten.

Zu denen muss sich ohne Wenn und Aber auch der SV Eberhardzell zählen. Den Glauben an eine deutlich bessere Rückrunde hat man beim Drittletzten aber längst noch nicht aufgegeben. Wie man erfolgreich im Abstiegskampf bestehen kann, bewies der SVE zuletzt vor drei Jahren, als man sich aus einer ähnlich misslichen Situation am letzten Spieltag rettete. Auf ähnliche Nervenspiele will man sich im Umlachtal nicht mehr einlassen.

Der BSC Berkheim steht tabellarisch gesehen mit einem Bein in der Kreisliga A, die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist bei den Grün-Weißen aber längst noch nicht gewichen. Mit zwei Zugängen, darunter der landesligaerprobte Daniel Jägg, will man den Klassenverbleib, wenn nötig auch über die Relegation, sichern. Für den BSC gilt, wie für alle Abstiegskandidaten: Es ist noch nichts verloren.

Vom Papier her die schlechtesten Karten im Abstiegskampf hat der FV Olympia Laupheim II. Beim Tabellenletzten will man von einem Abstieg aber nichts wissen und setzt auf mehrere Faktoren. Zum einen soll der reaktivierte Udo Schrötter der Abwehr die nötige Sicherheit geben, zum anderen hofft man aber auch auf Schwächephasen der anderen Abstiegskandidaten. Allerdings muss Laupheim II auch zwei Abgänge verkraften.


Tabelle
1. Dettingen 1511 31
2. Sulmetingen 1614 32
3. SF Schwendi 1613 32
4. Steinhausen 1613 31
5. Baustetten 1610 31
6. Ringschnait 1516 28
7. Kirchberg 15-3 22
8. SG Warthausen (Auf) 16-3 22
9. Reinstetten 163 21
10. Gutenzell 163 21
11. Mittelbib. (Auf) 16-7 17
12. Baltringen 15-12 14
13. Eberhardzell 16-15 13
14. Berkheim (Auf) 16-20 13
15. Oly.Laupheim II 16-23 10
Wertung gemäß Quotientenregel: Erreichte Punkte dividiert durch absolvierte Spiele
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