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Dienstag 10.10.17 13:33 Uhr|Autor: Kaiser Manfred
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Die „Rasselbande“ des FC Marbach

Neue Strukturen der Vorstandschaft "Wieland/Kohler/Forisch" fangen an zu greifen

Tabellendritter, bester Sturm der Liga – da sollte es doch eigentlich nichts zu bemängeln geben. Beim FC ist es aber anders. Die Mannschaft steht zu Recht dort oben, was vor allem an einem Kader liegt, der trotz seiner extremen Jugend, sowohl in der Spitze als auch in der Breite mehr Qualität bekommen hat. Damit belohnten sich die Kicker für eine fast optimale Vorbereitung zu Saisonbeginn, vor der der Aufstieg gar nicht mal als Ziel ausgerufen worden war. Offizielle Vorgabe war die sportliche Weiterentwicklung der Mannschaft. „Hinter vorgehaltener Hand haben wir aber durchaus den Aufstieg ins Auge gefasst“, verrät Teammanager Manfred Kaiser. Das haben aber wohl mehrere Teams. Doch während viele auf erfahrene, gestandene Spieler setzen, gingen die Marbacher mit einer der jüngsten Mannschaften der Bezirksliga an den Start. „Wir haben uns in Konzeption mit dem Vorstand bewusst dazu entschlossen, mit jungen Leuten zu arbeiten“, sagt Coach Christian  Seeber. So stand in vielen Spielen eine Elf auf dem Platz, deren Durchschnittsalter gerade mal 22 Jahre betrug.

Ganz und gar wollten die Marbacher allerdings nicht auf Routiniers verzichten – eine kluge Entscheidung. Seeber denkt hierbei u. A. an seinen Kapitän Kordian Zieba. Dass „Kordi“ überhaupt beim FC blieb, ist mit dem Wohlfühlklima und der engen, fast schon familiäre Bande beim FC Marbach zu verdanken. Denn wer weiß, wie es sportlich bei den Schillerstädtern ohne ihren Kapitän weitergegangen wäre? Der 30-Jährige Ingenieur ist der unumstrittene Leitwolf des Teams. Zieba sei ein außergewöhnlicher Kapitän und sein verlängerter Arm, adelt Seeber den Mittelfeldspieler. „Kordi ist der Lokomotivführer und der Rest seine Rasselbande“, sagt Seeber.

Aber auch Steffen Leibold(24) möchte der Trainer nicht unerwähnt sehen: Steffen  verleiht dem Marbacher Spiel im defensiven  Mittelfeld mit seiner Aggressivität, seinen schnellen Dribblings, seiner Dynamik und Torgefahr ebenfalls Überraschungsmomente und Kreativität. Auch Steffen sieht den Umgang mit dem Druck entspannt. "Jeder hat ein bisschen Druck vor dem Spiel. Aber dass ich mir vor dem Spiel einen Kopf mache und die Nacht vorher nicht schlafen kann, ist nicht der Fall", sagt Leibold. "Ich versuche, im Spiel einfach Freude zu haben." Das haben die Routiniers Steffen Leibold, Kordian Zieba, Emanuele Di Natale, Patrick Demut, Philipp Bez und Pierre Fees vor allem zusammen, bilden sie doch ein funktionierendes Führungskollektiv.

„Die Mannschaft ist der Star“

Ansonsten zeichnete sich das Team vor allem durch seine Ausgewogenheit aus. „Ex-Bundestrainer Berti Vogts hat nach dem EM-Titel '96 gesagt, der Star sei die Mannschaft gewesen. Genauso ist das bei uns auch“, findet Seeber. Zweifelsohne ist die exzellente Zusammenarbeit mit seinem Co Trainer Haiko Eggert und der ausgeglichene Kader ein Schlüssel zum Erfolg. „Wir sind nur schwer auszurechnen“, sagt Seeber und verweist auf die 8 verschiedenen Torschützen, von denen lediglich Nesredinne Kenniche  mit 7 Treffern als Knipser durchgeht.

„Benz, Feilner, De Capua, Laing, Ismail, Heinrich, Rewitzer …..: Marbachs Rasselbande mit Perspektive“

Christian Benz(19) nahm die Frage nach seinen Perspektiven beim FC Marbach mit Humor. Ob er derzeit eher nach Benningen oder nach Backnang schaue, wurde der Marbacher Abwehrspieler gefragt. "Ich bleibe erstmal lieber in Marbach", entgegnete Christian, der unweit vom Sportplatz in Marbach wohnt. Es sollte von jedem jungen Fußballer das Ziel sein, irgendwann einmal Stammspieler zu sein. Das ist natürlich auch mein Ziel", sagte Benz.

Nach einigen verletzungsbedingten Rückschlägen in der Vergangenheit ist Tim Vogel(22) in Marbach inzwischen auf dem besten Weg, zum Führungsspieler zu reifen. Im defensiven Mittelfeld beweist Vogel parallel zu seinem dynamischen und körperbetonten Stil viel Zug zum gegnerischen Tor.

"Zukunft des Marbacher Fußballs"

Vogel  ist allerdings nicht der einzige Youngster der Marbacher, der in den vergangenen Monaten für Aufsehen gesorgt und nachhaltig beeindruckt hat. "Konrad Laing(18), Benjamin Schreckenberger(21), Lukas Heinrich(22), Nesredinne Kenniche(22), Bastian Feilner(20), Ismail Yildirim(21), Julian Harnoß (19), Dennis Wendler(22) und Dominik Weinzierl(22) sind die Zukunft des Marbacher Fußballs. Sie sind große Talente", gab es auch Lob von Co-Trainer Haiko Eggert.

So viel Bestätigung – fühlt man sich als Talent da nicht unter Druck gesetzt? "Nein, gar nicht. Ich sehe das eher als Kompliment und auch als Bestätigung", sagte Angelo de Capua(21). Er gehört wie auch Weinzierl(21) und Yildirim zu den Säulen der Marbacher Mannschaft. Sie symbolisieren nicht nur die erfolgreiche Nachwuchsarbeit, sondern zugleich auch die Zukunft des Klubs.

Konrad Laing ist dabei die große Entdeckung der Saison. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen der Keeper Patrick Demut und Dennis Wendler hat er die Chance am Schopf gepackt und mit guten Leistungen gezeigt, dass er die Qualitäten besitzt ein guter Torspieler zu werden.

Doch bei aller Freude achten Chris Seeber und Haiko Eggert mit wachsamem Auge darauf, die Talente nicht zu verheizen oder zu sehr unter Druck zu setzen. Denn sie sollen das behalten, was sie stark macht: die Unbekümmertheit. Gleichzeitig vermitteln sie ihnen das wohl wichtigste, was Nachwuchsspielern in jungen Jahren brauchen: Vertrauen.

Sie dürfen Fehler machen, ohne dass ihnen sofort die Bank blüht. Sie dürfen und sollen sich austoben, auch mal etwas Ungewöhnliches probieren. Ihre Einsatzzeiten werden dabei wohl dosiert. Seeber lobt und fördert, verpasst den Jungs aber auch einen Tritt in den Hintern, wenn es nötig ist.

„Vom Trainer mal eins auf die Mütze

"Ich muss immer wieder hart kämpfen und mich in die Spiele hineinbeißen. Da tut es mir schon ganz gut, wenn der Trainer mir zwischendurch mal eins auf die Mütze gibt und sagt: 'Komm, Nesi, jetzt wieder Gas geben'", sagt Kenniche.

"Sie sollen mit dieser Unbekümmertheit auf den Platz gehen. Dann werden wir viel Freude mit ihnen haben", sagte Seeber.

Das neue Konzept scheint so langsam bestens zu funktionieren. Hierbei spielt auch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Trainerteam der 1. und 2. Mannschaft Chris Seeber und Uli Ritter eine wichtige Rolle. Durch den regen Austausch der Beiden können Spieler nach Verletzungen und geringeren Einsatzzeiten die nötige Spielpraxis in der Zweiten erhalten. Dies zeigt sich auch in der Tabelle, wo man einen Spitzenplatz einnimmt.

Die Skepsis war bei einigen Spielern, Trainern, Funktionären und Kritikern im Vorfeld groß gewesen. "Ich denke, dass man den Weg weitergehen wird“ sieht Vorstandschefin Sibylle Wieland die sportliche Zukunft positiv voraus.

 
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