Mit dem Saisonfinalen 1:0 in Westheim hat der FC Gunzenhausen zum dritten Mal innerhalb von sieben Spielzeiten den Aufstieg in die Kreisliga realisieren können. Bis 2005 war der Club dort Dauergast, doch nach dem bitteren Abstieg konnte er sich nicht mehr in der höchsten Spielklasse des Fußballkreises etablieren. 2007 unter HansJürgen Kieslich und 2009 unter Gustav Girschele gelang eine kurze Rückkehr. 2013 schaffte nun Jürgen Prüßner mit seiner Elf nach zwei Jahren harter Arbeit den Aufstieg und lässt damit den schwarz-blauen Anhang zum dritten Mal innerhalb von sechs Jahren jubeln. „Doch noch!“ könnte man sagen, weil der Club im Saisonverlauf einige Chancen hatte liegen lassen.
Nach einem optimalen Start mit fünf Siegen kamen mit Auswärtspleiten in Röttenbach und Obererlbach die ersten beiden Dämpfer. Die Truppe berappelte sich jedoch wieder und fuhr sechs Dreier in Serie ein. In der nächsten Schwächephase wurde nicht nur der Heimnimbus, sondern mit nur vier Punkten aus fünf Spielen viel Kredit verspielt. Doch nach dieser Negativserie wurde fünfmal hintereinander optimal gepunktet. Mit einem Heimsieg gegen Absberg hätte Gunzenhausen dann fast alles klar machen können. Doch der TSV gewann am Schießwasen verdient mit 2:0 und weil auch danach in Pfofeld und Theilenhofen verloren wurde, war der komplette Vorsprung von drei Punkten und zwei weniger ausgetragenen Spielen eingebüßt. Der Club hatte die Meisterschaft nicht mehr in eigener Hand. Doch das Blatt sollte sich ein weiteres Mal wenden.
Denn die in der letzten Runde spielfreien Absberger verloren ihr letztes Saisonspiel in Röttenbach und der Club war nach dem zeitgleichen 7:0-Schützenfest gegen Wernfels plötzlich wieder punktgleich. Am Ende durfte Gunzenhausen die zweite Meisterschaft in der Kreisklasse Neumarkt/Jura Mitte auch deswegen feiern, weil die ausgeglichenen Liga voller Überraschungen war. So ging Cronheim zwar ohne Niederlage in die Winterpause, ließ danach aber immer mehr nach. Und während dem TSV Wernfels trotz imposanter Zwischenspurts viel zu früh die Luft ausging, konnte der SC Stirn nur hinterherrennen, weil er den Saisonauftakt verschlafen hatte. Weil sich die Konkurrenz nach und nach aus dem Aufstiegsrennen verabschiedete, lief alles auf ein Fernduell zwischen Absberg und Gunzenhausen hinaus.
Und trotz schlechter Phasen und reihenweise vergebenen Matchbällen reichte es am Ende für die Prüßner-Truppe zur verdienten Meisterschaft. Gunzenhausen stand nur an drei Spieltagen nicht auf einem der ersten beiden Plätze, fuhr die meisten Dreier ein und stellt nach Absberg die stabilste Abwehr der Liga. Der junge Keeper Tobias Herzog war bereits in seiner zweiten Seniorenspielzeit der erhoffte stabile Rückhalt und konnte seinen Kasten zehnmal sauber halten. Die Defensive stellten meist „Oldie but Goldie“ Bernd Peiker, Kapitän Manuel Kieslich, Christoph Jäger, Manuel Deim und Christian Kögler. Im Mittelfeld gaben Daniel Girschele, Tobias Bachschuster und Michael Klimpke auf den Außenbahnen Gas. Harun Yavas, Johannes Kolb und Ozan Alp dirigierten das Spiel in der Zentrale.
Im Angriff wirbelten meist die Youngster Dominik Prüßner und Philipp Jünger im Wechsel mit den Routiniers Sebastian Beißer und Osman Yüce. Mit Michael Watzlawik, Sven Jost, Patrick Göttlicher, Marcel Baumgärtner, Markus Lesch, Jonas Kapp, Leo Ikonomu und Alban Qerkinaj, die einige Male in die Bresche springen mussten und ihre Aufgaben hervorragend lösten, kamen insgesamt 24 Spieler zum Einsatz. Bis auf zwei davon haben alle bereits FC-Juniorenmannschaften durchlaufen und trägt über die Hälfte seit der F-Jugend das FC-Trikot, was auch den von der Spartenleitung schon vor vielen vielen Jahren eingeschlagenen Weg bestätigt. Trainer Jürgen Prüßner, der mit seiner gesamten Familie über zwei Spielzeiten sein ganzes Herzblut in die FC-Herrenmannschaften des FC Gunzenhausen steckte, hätte der Club mit dem Aufstieg der „Ersten“ und dem A-Klassenerhalt der „Zweiten“ kein schöneres Abschiedsgeschenk machen können.
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