2026-02-19T12:53:34.809Z

Allgemeines

Cottbus in bester Erinnerung

So­wohl Uer­din­gens Trai­ner Ste­fan Krä­mer als auch Chris­to­pher Schorch sind voll des Lo­bes +++ Nicht nur der Ver­ein, auch die Stadt in der Lau­sitz ha­be zu Un­recht kein gu­tes Image

von RP / Thomas Schulze · 01.12.2018, 09:38 Uhr · 0 Leser
F: Oliver Kälke
F: Oliver Kälke
In Cott­bus ist es kalt und reg­ne­risch, die Fans sind rup­pig, die Stadt her­un­ter ge­kom­men, die Ge­gend unwirt­lich – so oder ähn­lich klin­gen die Vor­ur­tei­le über die Stadt in der Lau­sitz. Ma­xi­mi­li­an Beis­ter for­mu­liert es wert­frei: „Ich war noch nie in Cott­bus, aber an ei­nem Herbst­tag ist das be­stimmt spe­zi­ell.“
Zwei an­de­re Uer­din­ger wa­ren schon dort und wi­der­spre­chen all dem, was land­auf, land­ab fa­bu­liert wird, ziem­lich en­er­gisch. Für Trai­ner Ste­fan Krä­mer und Ka­pi­tän Chris­to­pher Schorch ist die Be­geg­nung mit dem KFC Uer­din­gen am Sams­tag (14 Uhr) bei En­er­gie Cott­bus so­mit auch ei­ne Rei­se in die Ver­gan­gen­heit.

„Das ist für mich schon ein be­son­de­res Spiel“, sagt der Coach. „Ich ha­be mich dort sehr wohl ge­fühlt, im Ver­ein, aber auch in der Stadt. Der Re­gi­on wird zu Un­recht oft ein ne­ga­ti­ves Image nach­ge­sagt.“ Krä­mer freut sich dar­auf, vie­le zu tref­fen, mit de­nen er in der Sai­son 2014/15 dort ge­ar­bei­tet hat. Mit sei­nem, wenn auch nicht di­rek­ten, Nach­fol­ger Pe­le Wol­litz ver­bin­det ihn meh­re­res. „Wir ha­ben ein sehr gu­tes Ver­hält­nis, sind zwei emo­tio­na­le Ty­pen und mit Herz­blut da­bei. Das wird an der Li­ni­en be­stimmt ganz lus­tig.“

An Pe­le Wol­litz hat Chris­to­pher Schorch we­ni­ger gu­te Er­in­ne­run­gen. Der Ver­tei­di­ger spiel­te gleich zwei Mal für den FC En­er­gie 2011/12 und 2015/16. „Es ist ei­ne sehr schö­ne Stadt und ich mag die Fans dort“, sagt Schorch. „Ich wä­re dort nie weg­ge­gan­gen.“ Doch Wol­litz woll­te nach dem Ab­stieg in die Re­gio­nal­li­ga ei­nen Schnitt ma­chen und ein neu­es Team auf­bau­en. Schorch muss­te ge­hen, ob­wohl die Fans so­gar Un­ter­schrif­ten für sei­nen Ver­bleib ge­sam­mel­ten hat­ten.

Der­weil nervt die un­end­li­che Dis­kus­si­on um die Re­gio­nal­li­ga­re­form nicht nur, son­dern sie droht jetzt so­gar zu ska­lie­ren. Der DFB fin­det ein­fach kei­ne Lö­sung, die den Ver­ei­nen und Li­gen ge­recht wird. Das Pro­blem: Es gibt fünf Re­gio­nal­li­gen und der­zeit vier Ab­stei­ger aus der Drit­ten Li­ga, so­mit nur vier Auf­stei­ger. „Ei­ne Pa­tent­lö­sung ha­be ich auch nicht“, sagt KFC-Trai­ner Ste­fan Krä­mer. „Ich bin aber der Mei­nung, dass der Meis­ter ei­ner je­den Li­ga auf­stei­gen muss.“

Fünf Ab­stei­ger wä­ren je­doch zu viel. Ge­gen die Neu­struk­tu­rie­rung der Re­gio­nal­li­gen auf vier Grup­pen weh­ren sich je­doch ei­ni­ge Lan­des­ver­bän­de. Da­her über­le­gen die Dritt­li­gis­ten, ihr Zu­ge­ständ­nis in punc­to Ab­stieg von drei auf vier, wie­der rück­gän­gig zu ma­chen.

Der­weil droh­te DFB-Vi­ze Rai­ner Koch, Prä­si­dent des baye­ri­schen Lan­des­ver­ban­des, mit ei­ner zwei­glei­si­gen Drit­ten Li­ga. Ei­ne sol­che Tei­lung wird je­doch von den Ver­ei­nen je­doch ri­go­ros ab­ge­lehnt, da sie für ei­ni­ge exis­tenz­be­droh­lich wä­re. Und die Ver­ei­ne set­zen ge­mein­schaft­lich ein star­kes Zei­chen: Un­ter dem Mot­to „Still­ste­hen ge­gen den Still­stand“ wer­den al­le Mann­schaf­ten nach dem An­pfiff der zehn Par­ti­en an die­sem Wo­chen­en­de für ei­ne Mi­nu­te die Fü­ße still­hal­ten. Das kommt doch glatt ei­nem Warn­streik gleich.

KFC-Trai­ner Krä­mer nimmt auch die­se Ak­ti­on mit Hu­mor: „Da hof­fen wir mal, dass der Geg­ner auch die Fü­ße still hält. Sonst wä­re es doof.“

Mau­rice Lit­ka sitzt in Cott­bus auf der Bank

Ge­gen­über dem 2:0-Sieg ge­gen Aa­len fal­len drei Of­fen­siv­kräf­te aus: Ali Ibra­hi­maj (ver­letzt), Ste­fan Ai­gner (ge­sperrt), Oguz­han Kef­kir (krank). Des­halb wur­de Mau­rice Lit­ka (Be­cken­schief­stand) nach nur zwei Trai­nings­ein­hei­ten in den Ka­der be­or­dert.