Bundesliga mit dem VfB Stuttgart - den FC Dingolfing im Herzen
Freitag 03.07.20 15:36 Uhr|Autor: Mathias Willmerdinger 5.953
Acht Jahre beim 1. FC Nürnberg, dann in Augsburg, jetzt in Stuttgart: Michael Wimmer (mi.) ist im Fußball-Establishment angekommen. Foto: Stefan Keck

Bundesliga mit dem VfB Stuttgart - den FC Dingolfing im Herzen

Michael Wimmer (40) hat mit dem schwäbischen Traditionsklub jüngst den Aufstieg geschafft +++ FuPa hat sich mit ihm über Feierlichkeiten in Corona-Zeiten, Druck und Heimat unterhalten
Wäre 2020 ein normales Jahr, Michael Wimmer würde im Moment aus dem Feiern gar nicht mehr rauskommen. Am 18. Juni beging er sein 40. Wiegenfest - allerdings anders als geplant: "Die Feier musste ausfallen. Wegen der Auflagen der DFL waren wir ja mit der Mannschaft in Quarantäne." Und am vergangenen Sonntag schaffte der gebürtige Dingolfinger mit dem VfB Stuttgart die Rückkehr in die Bundesliga. FuPa hat sich mit dem Assistenzcoach der Schwaben unterhalten.


Aufstiegssausen sind legendär, das ist in der Kreisklasse so, und in der Bundesliga nicht anders. Mit dem Unterschied, dass am Sonntag normalerweise über 60.000 Fans den VfB zurück in Deutschlands höchste Spielklasse gejubelt hätten. "Schade ja. Mir wurde erzählt, wie es vor drei Jahren abging, als der Verein damals den Aufstieg schaffte. Dieses Mal war es eben ein wenig anders. Wir haben natürlich schon auch gefeiert, aber eben mit begrenzter Teilnehmerzahl", erzählt Michael Wimmer von einer doch eher gedämpften Aufstiegsparty. Sein erstes Jahr in Stuttgart ging mit dem erhofften "Happy End" zu Ende, obwohl die Saison 2019/20 nicht nur wegen der Corona-Krise so allerhand Hürden bereithielt. 

Aufstiegsdruck: »Da war schon ordentlich Dampf auf dem Kessel.«

Tim Walter wurde im Sommer 2019 dazu auserkoren, die Schwaben nach dem Abstieg schnurstracks dorthin zurückzuführen, wo der VfB dem Selbstverständnis nach hingehört: In die 1. Liga. "Durch Tim kam der Kontakt nach Stuttgart zustande. Ich kenne ihn schon länger und wir sind mittlerweile befreundet. Er hat mich zum VfB als Assistenzcoach mitgenommen", lässt Wimmer wissen. Allerdings musste der Cheftrainer nach durchwachsener Vorrunde in der Winterpause gehen - doch Wimmer blieb: "Ich empfinde das schon als große Wertschätzung seitens des Vereins, dass ich weitermachen durfte." An der Seite von Pellegrino Materazzo gelang Wimmer und Co. dann doch noch der große Wurf. "Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Hier in Stuttgart habe ich zu ersten Mal in meiner Trainerlaufbahn gemerkt, wie es ist, wenn du großen Aufstiegsdruck hast. Da war schon ordentlich Dampf auf dem Kessel. Bei Traditionsvereinen wie dem VfB ist eine immens große Wucht dahinter", blickt Wimmer zurück.

Den Kumpels Wiesinger und Mintal drückt er für die Relegation die Daumen. 

Den Einstieg ins Trainergeschäft im professionellen Bereich  wagte der einstige Mittelfeldakteur 2010 beim 1. FC Nürnberg. Acht lange Jahre bis 2018 arbeitete er im Jugendbereich des Clubs - und natürlich sind die Kontakte an den Valznerweiher nicht abgerissen. "Mit Michael Wiesinger bin ich immer gut ausgekommen, Marek Mintal ist ein Freund von mir geworden. Ich hoffe doch sehr, dass die beiden den FCN vor dem Sturz in die dritte Liga bewahren können", meint Wimmer im Hinblick auf die Turbulenzen, in denen sich der neunfache deutsche Meister mal wieder befindet. Er drückt seinen beiden Kumpels auf jeden Fall die Daumen. 

Großes Ziel: Fußballlehrer. 

Der kommende Montag wird übrigens ein ganz besonderer Tag für Michael Wimmer: Der erste Tag des Fußballlehrer-Lehrgangs an der Sportschule Hennef steht an, wo der Dingolfinger unter anderem mit Miroslav Klose die Schulbank drücken wird. Wobei, so ganz stimmt das nicht: "Der Lehrgang ging schon am 2. Juni los. Für alle, die mit ihren Mannschaften noch im Spielbetrieb waren, war es bis dato möglich, online teilzunehmen. Montag ist aber mein erster Präsenztag." In der großen Porträt-Serie auf FuPa hat Michael Wimmer jüngst über sich selbst gesagt, er bereue es ein wenig, "als Spieler zu faul gewesen" zu sein und sich nur auf sein Talent verlassen zu haben. Will er die große Karriere nun als Trainer nachholen? Da muss Michael Wimmer ein wenig lachen: "Ich bin bisher immer gut gefahren, Schritt für Schritt zu gehen. Höchste Priorität hat für mich nun die Ausbildung zum Fußballlehrer und mein Job beim VfB Stuttgart. Was dann irgendwann noch kommt, das werden wir sehen." 

In Dingolfing kickt er noch in der AH. 

Und auch wenn Michael Wimmer mittlerweile in der großen Fußballwelt angekommen zu sein scheint, ist er doch immer bodenständig geblieben. Mit seiner Frau, die zwei Kinder mit in die Ehe gebracht hat, hat er 2017 im heimischen Dingolfing ein Haus gebaut. Zusammen haben die beiden einen gemeinsamen Sohn. Die Frage nach dem Lebensmittelpunkt wäre damit beantwortet. So oft es geht, ist er zuhause. Heimat, das bedeutet für ihn auch ein ganzes Stück weit der FC Dingolfing. "Mein Freundeskreis ist beim FCD aktiv, und nicht zuletzt meine Brüder Manuel und nun auch wieder Stefan sind im Verein mit viel Herzblut involviert. Und wenn`s die Zeit zulässt, bin ich selbst ab und zu noch in der AH am Ball." Nicht ausgeschlossen, dass der FC Dingolfing bald um einen weiteren Bundesliga-Trainer reicher ist.


Tabelle
1. Eggenfelden 2029 45
2. Dingolfing 2026 40
3. Pfarrkirchen (Ab) 2020 40
4. Ergolding 2021 37
5. Langquaid 20-4 31
6. Niederaichb. 20-4 30
7. Landau (Auf) 202 29
8. Ergoldsbach (Auf) 20-13 27
9. Simbach (Ab) 202 27
10. Teisbach 20-5 26
11. Altdorf 20-12 25
12. ATSV Kelheim 20-12 23
13. Vilsbiburg 20-9 22
14. Abensberg 19-15 20
15. Neufraunhofe 19-6 19
16. Velden 20-20 12
Wertung gemäß Direkter Vergleich
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