Ex-FCB-Profi Strieder: „Bundesliga oder 2. Liga ist mein Traum“
Donnerstag 14.01.21 09:49 Uhr|Autor: Dachauer Nachrichten / Bruno Haelke266
Sein Bundesligadebüt gab er gegen Leverkusen unter Pep GUardiola. Foto: afp

Ex-FCB-Profi Strieder: „Bundesliga oder 2. Liga ist mein Traum“

Rico Strieder über die niederländische Liga und seine deutschen Kollegen
Rico Strieder spielte schon unter Pep Guardiola beim FC Bayern München, ehe er in die Niederlande wechselte. Heute ist er glücklich dort, hat aber nichts gegen eine Rückkehr in die Bundesliga.


Arnbach/Zwolle – Aus dem Landkreis Dachau hinaus in die große, weite Fußballwelt. In den vergangenen Jahren haben einige Kicker aus der Region zwischen Amper und Ilm den Sprung in höhere Spielklassen fernab ihres Geburtsortes geschafft. In Zeiten der Corona-Pandemie freut man sich in den Heimatgemeinden der Spieler über die Erfolge der Burschen in den Topligen Deutschlands, Europas und dem Rest der Welt.

Die Heimatzeitung zeichnet in loser Folge den Weg der Fußballer nach und berichtet über die Erfolge der Globetrotter in Sachen Fußball.

Ex-Bayer Rico Strieder: PEC Zwolle ist seine zweite Heimat

Heute beschäftigen wir uns mit Rico Strieder, der in der niederländischen Eredivisie unter anderem Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam, oder auch, wie erst jüngst, der AZ Alkmaar, Paroli bietet. Das Match endete 1:1-unentschieden, und Strieder musste zur Pause ausgewechselt werden. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, betont der Mittelfeldspieler aus Zwolle.

Der 28-Jährige spielt beim PEC Zwolle in der höchsten niederländischen Spielklasse. Die Liga in Holland ist in den vergangenen Monaten durch die spektakulären Wechsel von WM-Held Mario Götze und des Augsburgers Philipp Max zum PSV Eindhoven in Fußball-Deutschland in aller Munde. Rico Strieder aus Arnbach steht im Schatten der großen Stars und dem ist das gar nicht so unrecht.

Strieder: 2003 wechselte er zum FC Bayern München

Seine Fußball-Karriere begann beim heimischen TSV, bei dem sein Bruder Heiko heute noch spielt. Doch bereits 2003 wechselte Rico zum FC Bayern München. Bei den Bayern-Junioren und später beim FCB II traf er auf Spieler, die auch im Dachauer Hinterland bestens bekannt sind. So spielte Strieder unter anderem mit den Ex-Pipinsriedern Thomas Reichlmayr und Fabian Hürzeler zusammen, aber auch der nun für den Bayernliga-Spitzenreiter aktive Niko Jelisic kickte zusammen mit Strieder bei den Roten.

Strieder hat ein Bundesliga-Spiel auf dem Buckel, am 2. Mai 2015 spielte er unter Trainer Pep Guardiola gegen Bayer Leverkusen von Anfang an. Allerdings war dann noch im gleichen Jahr Schluss beim Team von der Säbener Straße.

So ging er mit dem damaligen Trainer der zweiten Mannschaft, Erik ten Hag, zum FC Utrecht in die niederländische Eredivisie. In Utrecht spielte der bodenständig gebliebene Strieder zum Beispiel mit Sebastian Haller zusammen, der erst kürzlich von West Ham United zu Ajax Amsterdam gewechselte. Seit Sommer 2020 spielt Strieder nun fest beim PEC Zwolle, zuvor war er von Utrecht an Zwolle ausgeliehen.

Der sportliche Leiter des TSV Arnbach, Florian Mayr, ist voll des Lobes über den heimischen Fußball-Profi: „Rico ist ein auf dem Boden gebliebener Junge. Er weiß noch, wo seine Heimat und seine Wurzeln sind. Wenn es seine Zeit erlaubt und er in Arnbach ist – und wir dann auch noch ein Heimspiel haben, dann schaut er auch schon mal zu.“

Strieder fühlt sich in Zwolle pudelwohl, aber eine Rückkehr nach (Fußball)Deutschland schließt er nicht aus.

Rico Strieder im Interview 

Rico, schön, von Ihnen zu hören. Wie geht es Ihnen in der Coronazeit?

Rico Strieder: Hier in den Niederlanden ist es ja ähnlich wie in Deutschland. Allerdings bin ich da als Fußball-Profi nicht so betroffen, ich darf ja meinen Beruf weiter ausüben. Das ist bei vielen anderen mittlerweile nicht so. Bei uns im Verein gibt es eine Reihe von Hygiene-Maßnahmen. Das gilt natürlich für alle in der ersten Liga.

Mit Götze und Max sind zwei deutsche Nationalspieler in die Eredivisie gewechselt. Sind sie dadurch mehr in die Öffentlichkeit gerückt?

Man merkt schon, dass die Liga in den Fokus gerückt ist. Das betrifft aber weniger uns, eher Teams wie Ajax oder Eindhoven.

Mit Sebastian Haller von West Ham United ist ein weiterer Top-Stürmer in die Eredivisie gewechselt...

Mit ihm habe ich in Utrecht gespielt, ehe er nach Frankfurt gewechselt ist. Da hat man schon gesehen, dass er ein super Stürmer ist.

Haben Sie noch Kontakt zu anderen Spielern aus der früheren Bayern-Zeit?

Leider habe ich nur noch wenige Kontakte zu den Ex-Kollegen. Aber das ist halt so im Profi-Fußball, gerade, wenn man ins Ausland geht. Aber mit Tobias Schweinsteiger habe ich hin und wieder noch Kontakt.

Gibt es Kontakte zwischen den deutschen Spielern in den Niederlanden?

Die Liga betreffend nein, da gibt es keine deutsche Connection. In unserem Team ja, denn mit Michael Zetterer ist ein weiterer Deutscher Zwolles Torwart. Mit ihm verstehe ich mich sehr gut, er kommt auch aus dem Süden Deutschlands und ist ein super Typ. Da unterhält man sich dann auch schon mal über bayerisches Essen bzw. über die Heimat.

Zwolle ist ja eine eher beschauliche und kleine Stadt. Wie geht es Ihnen da?

Zwolle ist meine zweite Heimat geworden. Das Leben ist vergleichbar mit dem Leben in Deutschland. Zwolle ist eine schöne Stadt, mit tollen Cafés und Restaurants – wenn sie denn geöffnet sind.

Vermissen Sie etwas?

Ganz klar: Frische Brezn. Die gibt es hier einfach nicht. Da schlage ich dann gleich zu, wenn ich mal in meiner Heimat bin. Das gebe ich zu. Die vermisse ich wirklich.

Sie waren praktisch ein Bayern-Eigengewächs. Wie kam es zum Abschied?

Ich habe zwei Jahre unter Erik ten Hag gespielt, bevor er nach Utrecht gewechselt ist. Da vom FC Bayern kein großes Interesse an einer Weiterverpflichtung meinerseits bestand, hat mich der Trainer gefragt. Da bin ich dann mit nach Utrecht gewechselt.

Wie kam es zu dem Wechsel von Utrecht nach Zwolle?

Verletzungsbedingt hatte ich in Utrecht in den letzten beiden Jahren wenig gespielt. In der vergangenen Saison wurde ich von Zwolle ausgeliehen, im Sommer kam dann der endgültige Wechsel.

Können Sie sich einen Wechsel in die Bundesliga vorstellen?

Die Bundesliga wäre natürlich ein Traum, gerade für einen wie mich, der im fortgeschrittenen Fußball-Alter ist (lacht). Aber auch ein ambitionierter Traditionsverein aus der 2. Liga ist natürlich mehr als interessant für mich.

Rico, zum Abschluss eine Frage, die kommen muss. Als ehemaliger FC Bayern-Spieler laufen sie nun in Zwolle in Blau-Weiß auf. Ein gutes Gefühl?

Ja, ja... Da kam auch schon der eine oder andere Spruch von meinem Bruder. Zunächst hatte ich ja Glück, als ich in die Niederlande gewechselt bin, denn Utrecht hat ja rot und weiß als Vereinsfarben. Und nun in Zwolle. Na ja, ich glaube, da muss ich einfach durch.


Das Gespräch mit Rico Strieder führte unser Mitarbeiter Bruno Haelke.


Verlinkte Inhalte

Interessante Artikel

Münchner Merkur / Nico-Marius Schmitz - vor
3. Liga
War im Stadion, Investor Hasan Kivran. 
Heimsieg überschattet - Stadt widerspricht Türkgücü und Hasan Kivran

„Keine Zusage“ für NLZ an Türkgücü

Sportlich und finanziell scheint alles wieder gut zu sein. Doch die Stadt bereitet Kothny gewisse Schwierigkeiten. Demnach gibt es noch kein Einverständnis über die Forderungen des Vereins.

Pressemitteilung - vor
3. Liga
Rolle rückwärts! Kivran bleibt Türkgücü-Präsident und behält Anteile

Hasan Kivran hat die Entscheidung, den Verein verlassen zu wollen, revidiert

Hasan Kivran hat die Entscheidung, den Verein verlassen zu wollen, revidiert. Nach intensiven Gesprächen mit der Geschäftsführung des Vereins konnte Kivran von einem Verblei ...

RP / Thomas Schulze - vor
A-Junioren-Niederrheinliga, Gruppe 1
Trainerteam des KFC Uerdingen lässt die Arbeit ruhen

Der Umbruch beim KFC Uerdingen geht nicht reibungslos über die Bühne. Es gibt nicht nur Zahlungsrückstände bei den Profis, für die die GmbH zuständig ist, sondern auch im Nachwuchsbereich des Vereins.

Das im Nachwuchsbereich tätige Trainerteam d ...

Redaktion - vor
3. Liga
Jetzt spricht Kivran! Er will neue Spieler und ein NLZ für Türkgücü!

Hasan Kivran behält Anteile bei Türkgücü München

Türkgücü-Präsident Hasan Kivran kündigte vor Weihnachten seinen Abschied an. Jetzt macht er die Rolle rückwärts.

Brian Schmidt - vor
Regionalliga Nordost
Lucas Brumme (mittig) verlässt den BFC Dynamo in Richtung dritte Liga.
Fix: Torjäger des BFC Dynamo wechselt in die dritte Liga

Der 21-Jährige wechselt zum SV Wehen Wiesbaden.

Es ist offiziell. Mit sofortiger Wirkung verlässt Lucas Brumme nach viereinhalb Jahren den BFC Dynamo. Seit der U19 war der Flügelspieler für die Hohenschönhausener aktiv. Nun hat er eine neue Herausfor ...

RP / Thomas Schulze - vor
3. Liga
Nikolas Weinhart (l.) und Mikhail Ponomarev (r.) sind beim KFC Uerdingen zurückgetreten.
Mikhail Ponomarev tritt als Präsident des KFC Uerdingen zurück

KFC Uerdinden sucht nicht nur einen Investor, um auch künftig in der 3. Liga spielen zu können, sondern der Traditionsverein muss sich auch einen neuen Präsidenten suchen. Mikhail Ponomarev tritt zurück.

Am Dienstag hatte Mikhail Ponomarev die Hof ...

RP / Thomas Schulze - vor
Regionalliga West
KFC Uerdingen steigt ohne neuen Geldgeber in die Regionalliga West ab

Die Mitglieder sollen mit ihrem Votum den Einsteig eines neuen Geldgebers frei machen. Wird der nicht gefunden, wird der KFC Uerdingen künftig in der Regionalliga spielen. Profifußball sei von der Stadt Krefeld nicht gewünscht.

Die Uhr tickt. Die T ...

Münchner Merkur / Nico-Marius Schmitz - vor
3. Liga
Sie sind bei Türkgücü München nun besonders gefragt: Der Sportliche Leiter Roman Plesche (li.) und Geschäftsführer Max Kothny.
Türkgücü: Nachweis der Zahlungsfähigkeit bis 21.Januar - sonst?

Kader muss ausgedünnt werden

Türkgücü München startet in die Vorbereitung für die Restrunde der 3. Liga. Sportlich hängen nach dem Aus von Hasan Kivran weiter große Fragezeichen über dem Verein.

Jonas Weber/ Fussball Vorort FuPa Oberbayern - vor
3. Liga
Türkgücü München ist unter Fußballfans seit jeher umstritten.
"Negative Resonanz" bei Dynamo - Türkgücü bricht Gästeticket-Aktion ab

Fans riefen auf, keine Auswärtstickets zu erwerben

Die Ticket-Aktion TGMUgruna ist bei den Dynamo Dresden Fans auf Abweisung gestoßen. Die Anhänger rufen zur Boykottierung der Aktion auf.

Fussball Vorort FuPa Oberbayern - vor
3. Liga
Alexander Schmidt und Geschäftsführer Kothny beziehen Stellung.
Türkgücü: Kothny rudert zurück - Kivran-Posse weiterhin rätselhaft

"Finanzielle Last auf mehrere Schultern verteilen"

Neben Alexander Schmidt war auch Geschäftsführer Max Kothny bei der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Viktoria Köln anwesend. Was hat es mit dem Hin und Her um Präsident Kivran auf sich? ...


FuPa Hilfebereich