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Mittwoch 18.05.16 18:56 Uhr|Autor: Mindelheimer Zeitung / Bernd Schmelzer812
Auf dem Fußballplatz eben Meister geworden, präsentiert Melanie Leupolz hier die Kleidung für die Olympischen Spiele. F.: nordphoto

Diese Frau kriegt nie genug

Verein, Nationalelf, Studium: Für Melanie Leupolz müsste der Tag eigentlich mehr als 24 Stunden haben +++ Für Olympia geht die Westallgäuerin sogar auf den Laufsteg
Langeweile ist ein Begriff, der Melanie Leupolz in diesen Tagen völlig fremd ist. Olympia-Einkleidung, eine erste spontane Meisterfeier nach dem erneuten Titelgewinn mit dem FC Bayern München in der Frauen-Bundesliga, Interviews, Besuche im Fernsehstudio – Termine über Termine. Der Höhepunkt dann am vergangenen Sonntag: gemeinsame Meisterfeier mit den FCB-Männern auf dem Münchner Marienplatz. Die zweite Meisterschaft in Folge schätzt die 22-jährige Mittelfeldspielerin aus Ratzenried im Westallgäu übrigens hoch ein: „Ich bin so stolz auf meine Bayern-Mädels. Dieser Titelgewinn ist etwas ganz Besonderes für mich.“

Da nimmt die Nationalspielerin auch gern in Kauf, dass ihr Tag eigentlich länger als 24 Stunden sein dürfte und die Woche durchaus mehr als sieben Tage haben dürfte. Denn: Seit März absolviert Melanie Leupolz auch noch ein Studium – die Doppelbelastung als selbst gewähltes „Schicksal“ quasi. „Ich studiere internationales Management an der Hochschule in Riedlingen im ersten Semester, und die erste Prüfung habe ich auch schon hinter mir“, erzählt die frischgebackene deutsche Meisterin. Eine Herausforderung. Vereinsfußball, Nationalmannschaft und Studium – bei den Männern kaum denkbar.

Bundestrainerin Silvia Neid begrüßt das außersportliche Engagement ihrer Mittelfeldstrategin ausdrücklich: „Manche Spielerinnen brauchen auch noch ein anderes Betätigungsfeld, um besser Fußball spielen zu können. Ich finde, wenn jemand jung ist und eine Ausbildung oder ein Studium abschließt, dann ist das ganz, ganz wichtig im Frauenfußball, weil es da doch große Unterschiede gibt im Vergleich zu den Männern, gerade finanziell natürlich …“ Sie sagt das wohlwissend, dass Leupolz, gerade mit Blick auf die Olympischen Spiele im Sommer in Rio, sich einiges aufgeladen hat. Neid weiß: Wenn Leupolz etwas macht, dann macht sie es richtig. „Ich bin generell ein sehr ehrgeiziger Mensch, nicht nur in der schulischen Ausbildung, sondern auch im Sport. Wir Frauen wissen, dass wir ein zweites Standbein brauchen. Wenn du nach der Karriere lückenlos ins Berufsleben einsteigen willst, dann ist jetzt der Zeitpunkt, an dem man studieren oder eine Ausbildung machen muss, um später bestens vorbereitet zu sein.“

Melanie Leupolz sagt das voller Überzeugung. Der Spagat Sport–Beruf fällt ihr offenbar nicht schwer: „Ein bisschen anstrengend ist das schon, für den Kopf; aber generell liege ich ja auch nach dem Training auf der Massagebank und kann den Körper entspannen“, sagt sie. „Und umgekehrt tut es ganz gut, wenn ich mich nach dem Lernen wieder etwas bewegen kann.“

Die Westallgäuerin hat bereits ein Praktikum bei einer großen Versicherung im Bereich Sportmarketing gemacht. Mit Perspektiv-Charakter. „Eine sehr gute und wichtige Erfahrung, in diese Richtung könnte es mal gehen“, meint die 22-Jährige.

Einen Nachteil auf dem Platz sieht sie nicht. „Das Lernen hängt nicht vom Training ab, genauso wenig umgekehrt“, sagt Leupolz auch mit Blick auf den Konkurrenzkampf um die Stammplätze für die Olympia-Mannschaft. „Es ist doch eher für das Training förderlich, wenn man nicht nur an Fußball denkt. Mir macht das Lernen Spaß, besonders wenn es danach auf dem Platz gut läuft. Deshalb glaube ich nicht, dass der Sport darunter leidet.“

Langsam steigt die Vorfreude auf Rio, denn für Melanie Leupolz „ist Olympia der absolute sportliche Höhepunkt in diesem Jahr“. Ende Mai beginnt die Vorbereitung, der Kader steht im Juli. Olympische Luft durfte sie bei der Einkleidung bereits schnuppern: „Das war ein toller Termin und für mich auf dem Laufsteg mal etwas ganz Neues, aber auch total spannend.“ Wie manches Fußballspiel eben – oder eine Prüfung an der Uni  ...

 
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