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Freitag 13.10.17 09:09 Uhr|Autor: Andreas Werner - Münchner Merkur323
Melanie Behringer war mit dem Auftreten einzelner Gegnerinnen unzufrieden. F: Leifer

Behringer klagt an: "Hatte nicht viel mit Fairplay zu tun"

FCB-Damen nach Ausscheiden
In der 83. Minute des Champions League-Spiels zwischen dem FC Bayern und dem FC Chelsea erfuhr das Wort „Balleroberung“ eine neue Dimension. Lucie Vonkova hatte soeben das 2:1 der Münchnerinnen erzielt, es fehlte jetzt bloß noch ein weiterer Treffer, um das Achtelfinale zu erreichen.

Sie sprintete dem Ball hinterher und beförderte eine Britin in einem kompromisslosen Gedränge brachial ins Tornetz, weil die das Spielgerät nicht freigeben wollte. Es half am Ende aber alles nichts. Aus in der ersten Runde.

„Mit Fairplay hatte das nicht viel zu tun, was Chelsea gemacht hat“, sagte Melanie Behringer später, auch mit Blick darauf, dass die Britinnen bei jedem Foul „gefühlt eine Stunde auf dem Boden liegen geblieben sind“. Die Trage, von zwei in unübersehbarem Orange leuchteten Sanitätern immer wieder übers Feld getragen, feierte am Mittwochabend ein paar skurrile Einsätze. Ihre Träger liefen unkoordiniert umher, als wüssten sie nicht so recht, wie sie der unübersichtlichen Lage begegnen sollten.

Am Ende sind die Münchnerinnen aber nicht an Chelseas Art gescheitert. Auch nicht an den fatal schlechten Schiedsrichterleistungen in Hin- und Rückspiel, obwohl Thomas Wörle zurecht monierte, solche Pfiffe seien eines Niveaus der Champions League unwürdig. „In solchen Spielen geht es um das Quäntchen, und das hatten wir nicht auf unserer Seite“, analysierte der Coach, „wir haben wieder einmal gelernt, dass es vor allem bei einem Gegner, der ungefähr auf Augenhöhe ist, darum geht, kaltschnäuziger zu sein.“ Eine Stunde fehlte die Konsequenz beim letzten Pass, dann aber vergaben die Münchnerinnen Chancen, die wohl bis zum Halbfinale gereicht hätten.

Bei der Frage, welche Lehren Wörle aus der Partie mitnehme, tat er sich zunächst schwer. Erst einmal sacken lassen, denn zu viele Schattierungen erschweren es, ein stimmiges Gesamtbild zu pinseln. In beiden Spielen war der FC Bayern das bessere Team - und schied dennoch aus. Das liegt schon auch an einem selbst, obwohl man sich primär wenig vorwerfen kann. Das Team ist im Umbruch, die Neuen wie Lucie Vonkova sind hungrig. Und dennoch fehlt der letzte Tick Klasse für die großen Aufgaben in Europa.

Die Saison wird nun lang und hart, vermutete Wörle, „die Champions League hält dich schon immer so im Positiven drin, und jetzt müssen wir uns eine ganze Spielzeit lang erst wieder qualifizieren“. Ein Jahr im Wartesaal. Bereits am Sonntag im Heimspiel gegen Sand (13 Uhr) darf man nicht nachlassen, um sich in der Liga mindestens Platz zwei zu erkämpfen. „Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht, von der Leistung her - nur nicht vom Ergebnis“, sagte Wörle.

Melanie Behringer meinte, „wir müssen das schnell abschütteln und werden es auch schaffen“. Die Champions League-Teilnahme müsse wieder das Ziel sein. „Ich weiß nicht, wie oft ich noch Champions League spielen werde“, sinnierte die 31-Jährige, „vielleicht war das heute mein letztes Spiel.“ Wenn ihre Kolleginnen wie Lucie Vonkova aber in der Bundesliga weiter so beherzt um jeden Ball kämpfen, ist die Königsklasse 2018/19 ein realistisches Ziel.

 
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