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Donnerstag 12.05.16 01:06 Uhr|Autor: Romina Burgheim1.619

Ein Zwilling kommt selten allein

oder: Was der FC Bayern München und die DSC-Damen alles gemeinsam haben

An jedem Montag-Training nach einem erfolgreichen Spieltag ruft Markus Wuckel seine Schützlinge in den obligatorischen Kreis, um die vergangenen Eindrücke Revue passieren zu lassen. Nicht selten kommt es vor, dass er bei aller gebotenen Bescheidenheit als Lehr-und Anschauungsmaterial die Bewegungen bei EINEM seiner Lieblingsclubs, dem FC Bayern München, zitiert. Und in der Tat: wenn man näher hinsieht, offenbaren sich spannende Parallelen  - zu einzelnen Spielern, aber auch zum bisherigen Saisonverlauf beider Mannschaften. Während Bayern München einen Spieltag später als antizipiert und erhofft, einen neuen Rekord mit dem Gewinn der vierten Meisterschaft in Folge aufstellen konnte, stehen die Damen von Arminia kurz vor der Sensation: Am 22.05.2016 können sie den direkten Durchmarsch in die zweite Bundesliga perfekt machen.

Querpass stellt Ihnen nun exklusiv eine kleine Auswahl aus dem meisterwürdigen Team vor. Alle ausgemachten Ähnlichkeiten sind selbstverständlich nicht allzu ernst zu nehmen und mit einem Schmunzeln zu lesen.



TW:

-       Kira Klemmer : Zwar misst der Rückhalt der ArminInnen lediglich 1, 65 m im Gegensatz zu ihrer vom Trainer allzu gern zitierten Referenzfigur Manuel Neuer (1,93m). Dass die Kleine aber auch ganz groß ist, beweist die beeindruckende Statistik von lediglich 19 Gegentoren, an denen sie entscheidenden Anteil hat: Denn mit ihren weiten Abwürfen und Abschlägen leitet sie regelmäßig Konter ein, die zu Torerfolgen führen. Auf der anderen Seite verhindert sie mit klugem Stellungsspiel und spielerischem Instinkt zahlreiche mögliche Gegentreffer, da sie die meisten Bälle, ohne Rücksicht auf eigene Verluste mit hoher spielerischer Qualität abfängt. Eine wahre Nummer 1!

Abwehr:

-       Symela Ciesielska – Auch wenn sich vielleicht angesichts der phänotypischen Erscheinung gewisse Zweifel einstellen wollen, sind die Ähnlichkeiten zwischen der Abwehrchefin und Jerome Boateng unübersehbar. Denn eine Eigenschaft eint die beiden: Sie sind stets da, wenn es brennt, auch wenn sie vor eigenen, kleineren Faux Pas nicht gefeit sind. Doch diese wenigen Momenten geraten durch eine beeindruckende Zweikampfbilanz in Vergessenheit (meistens gewinnt sie wie Boateng 83 Prozent ihrer Zweikämpfe und strahlt ebenso wie Torwart Manuel Neuer eine geradezu Ehrfurcht gebietende Präsenz aus). Mit nahezu perfektem Stellungsspiel und Timing im Zweikampf, herausragender Übersicht und einem erstklassigen Kopfballspiel ist sie Spieltag für Spieltag eine entscheidende Figur in der Vierer-Abwehrkette.

-       Lena Schulte – ist quasi die weibliche Reinkarnation des Abwehrchefs Phillip Lahm. Mit ihm teilt sie die Emsigkeit und Zuverlässigkeit einer fleißigen Biene, die ihre Honigwaben bestellt und auf wunderbare Weise zum Erhalt und Ausbau des Bienenstocks beiträgt. Mit ihrem robusten Zweikampfverhalten erstickt sie gegnerische Angriffe im Keim. Andererseits verfügt sie gleich ihrem nominellen Spielervetter  über sehr viel Gefühl im Füßchen, das ihr einerseits eine wahnsinnig gute Ballbehandlung ermöglicht. Anderseits sorgt ihr wacher und heller Verstand gepaart mit einem exzellenten Auge dafür, dass sie den Sturm und die Außen mit klugen Pässen füttert und so indirekt zum Torerfolg beiträgt. Wenn der Gaul mit ihrem ansonsten sehr ruhigen und bedachten Wesen durchgeht, kann es schon mal sein, dass ihr ein beherzter Schuss entfährt, der krachend in den Maschen landet.

defensives Mittelfeld

-       Kamila Kmiecik  - Wie es sich für eine Mannschaft gehört, die etwas auf sich hält, braucht es einen in den eigenen Reihen, der die absolute Drecksarbeit macht bzw. sich ungeniert und ohne falsche Scham den Titel eines Drecksacks aneignet. So, wie es der Rebell und Skandalboy Arturo Vidal diese Rolle bei München seit Beginn dieser Saison für sich beansprucht hat. Dass sowohl Arminia als auch Bayern gut daran taten, so charakterstarke Köpfe zu verpflichten, die sich durch unorthodoxe Maßnahmen auszeichnen (Kamila mehr auf dem Platz als Arturo neben dem Platz), beweisen folgende Attribute:  Als wortkarger Käptn hat sie sich die Rolle des "Aggressive-Leader" quasi auf ihren polnischen Leib geschrieben.  Der Umfang ihrer Oberschenkel erinnern an die von Bayern-Legende Gerd-Müller, mit denen sie nicht nur gegnerische Angriffsversuche energisch zerpflückt und zerhackt, sondern energiegeladen Konter einleitet und Querpässe schlägt. Auch wenn diese (un-) gewollten Diagonalpässe nicht immer ihr Ziel erreichen, bewirken sie etwas ganz entscheidendes: Irritation, die produktiv genutzt wird. Darüberhinaus besitzt sie ein sehr hohes Verantwortungsgefühl und kommt derselben regelmäßig am Elfmeterpunkt nach. Nicht umsonst ist sie zweit-tor-gefährlichste Spielerin der ArminnInnen , denn die Devise heißt: „Jeder Schuss ein Treffer“ , der meist mit einem grummelig-freudigem „Kurwa“ kommentiert wird.

-       Laura Liedmeier – Die 6er Position kann nur mit einem ebenbürtigen und congenialen Partner erfolgreich ausgeübt werden, den Kamila Kmiecik in Laura Liedmeier alias Xabi Alonso gefunden hat. Genau wie der spanische Nationalspieler hat diese junge aufstrebende Juristin als zentrale Lenkstelle des Bielefelder Spiels eine Schlüsselposition inne und verfügt folgerichtig über die meisten Ballkontakte. Zwar besitzt die Regionalliga West noch nicht über solch moderne Mess-Methoden (die Alonsos Rekord benennen konnten: 206 Kontakte im Spiel beim 1.FC Köln am 27.09.2014 (2:0)). Dennoch wähnen wir Laura nicht weit von diesem Topwert entfernt. Und dass sie oft den Ball an den Fuß bekommt, ist sehr wichtig: Denn an ihr kommt a) so schnell keiner vorbei, b) besitzt sie über erschreckend viel Ball- und Körpergefühl in so einer destruktiven Position, die ihr viele konstruktive Momente ermöglicht.  Ob präzise 80m Pässe in die Tiefe, ein ansatzloser Doppelpass oder intelligenter Lupfer hinter die Abwehr. Und torgefährlich ist sie darüberhinaus auch noch! Was für ein Mix! Was sie anfasst, wird zu Gold.  Zeit, dass sie das ersehnte Silber in die Höhe stemmen darf, wie es ihrem Vorbild schon einige Male vergönnt war! 

Offensives Mittelfeld

-       Celine Preuß: der holländische Dribblingskünstler Arjen Robben ist, wenn er einmal in Fahrt kommt, kaum aufzuhalten. Auch wenn Neider ihm kritisch vorhalten mögen, dass er zu wenig variabel sei und immer den gleichen Trick mache, so vergessen all diese Kritiker eine wichtige Komponente. Die Schnelligkeit, mit der er seine Tricks anwendet und damit den Gegner überwindet.  Genauso verhält es sich bei unserer besonderen und außergewöhnlichen Barbie, die einen Affenzahn an den Tag legt. Trotz ihrer zierlichen Erscheinung verfügt sie über eine enorme körperliche Präsenz. So gelingt es ihr in erschreckender Regelmäßigkeit den Ball zu behaupten und von den Außen in die Mitte zu befördern, wo es meistens dann lichterloh brennt.  Eine letzte Gemeinsamkeit eint die beiden Speedys: ihr enormer Ehrgeiz und Antrieb, der ihnen manchmal ein Beinchen stellt. Andererseits lassen sie sich aber nicht so schnell umhauen und berappeln sich ganz schnell wieder, sollten sie mal aus dem Takt gekommen sein.  Das macht sie zu wahnsinnig wichtigen Stützen des Spiels.

-       Romina Burgheim: So sehr sich die „produktive Querulantin“ sowohl auf als auch neben dem Platz einer eindeutigen Zuschreibung konsequent verweigert, spiegelt sich der Umstand auch hier bei diesem Versuch wieder, eine Ähnlichkeit zu einem einzigen Bayern-Akteur auszumachen. Das ist schlichtweg nicht möglich. Denn sie zeichnet sich durch eine enorme Vielseitigkeit aus, was ihr großes Glück und Pech zugleich ist, da sie je nach Bedarf auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann. Im Sturmzentrum fühlt sie sich aber pudelwohl, da sie dort ihre Stärken am besten ausspielen kann. Doch auch als links Außen kommen ihre Schnelligkeit wie bei Douglas Costa zum Tragen, da mit eben jener neue Spielräume erschlossen werden. Mit ihrer technischen Versiertheit und Verspieltheit eines Mario Götzes ist sie wiederum in der Lage, diesen Raum kreativ zu nutzen, Akzente zu setzen und ihre Sturmkolleginnen glänzen zu lassen. Lediglich in der Rückwärtsbewegung blitzt phasenweise die Behäbigkeit eines Mario Götzes durch, mit dem sie ihre Defensivaufgaben nicht immer mit der gebotenen Portion Enthusiasmus erledigt.

Sturm

-       Maxine Birker  - es ist wohl die beste Saison von Thomas Müller in seiner derzeitigen Laufbahn. Sowohl in der Champions-League als auch in der Bundesliga trifft der Herr nach Belieben, und auch immer dann, wenn man es am wenigsten erwartet wird. So auch Maxine Birker. Aktuell führt sie die Torjägerliste der Regionalliga West mit 28 Treffern an und ein Ende ist nicht in Sicht – schließlich sind noch drei Spiele zu spielen. Mit seiner schlaksigen Erscheinung wirkt Thomas Müller manchmal sogar ein wenig ungelenk, was erst recht zu Überraschungen und Erstaunen führt, mit wieviel Kreativität und auch Glück er das runde Leder über die Linie bugsiert. Das alles braucht Maxine Birker nicht! Da ist sie ihrem Sturmpendant sogar um Meilen voraus. Sie ist nicht die Verplantheit, sondern Zielstrebigkeit in Person! Wenn diese maximale Maschinerie ins Rollen kommt, halten Zuschauer und Gegner gleichermaßen den Atem an. Ihre Bewegungen sind kraftvoll und elegant zugleich, ihre Tempodribblings sind eine Augenweide technischer Perfektion und ihr Torhunger und Ehrgeiz bleiben unabhängig vom Torerfolg ungebrochen. Dies führt dazu, dass sie aus allen Winkeln und Positionen trifft, mal mit links, rechts, mal weit, mal nah, mal einfach, mal schwer. Einzige Schwachstelle, die man bei der Stürmerin mit Torgarantie feststellen kann: Obwohl sie sehr viel mit Köpfchen spielt, will ihr noch kein Treffer mit dem Köpfchen gelingen.

-       Karolina „Pocke“  Bochra - Robert Lewandowski: Nicht nur, dass die beiden Spieler aus einem Land kommen und demnach die gleichen Wurzeln teilen und für ihren Traum, Familie, Land und Leute zurück gelassen haben. Sie haben auch die gesamte Spielanlage und Spielphilosophie gemein.  Beide sind im Angriffsspiel der Erfolgsmannschaften quasi der Fels in der Brandung.  Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hat Pocke das Dasein als Wandspielerin verinnerlicht, die aufgrund ihrer technischen Klasse und körperlichen Präsenz  in der Lage ist, aus allen Positionen den Ball zu behaupten und zu verarbeiten. Mit ihrem harten und präzisen Schuss lässt sie den gegnerischen Torhüterinnen keine Chance und hat sich so nicht nur zu einer erfolgreichen Scorerin gemausert, sondern zugleich zu einer zuverlässigen Schützin etabliert.

 

 
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2. 1. FC Köln II 2641 57
3. Bor. Bocholt 2628 55
4. VfL Bochum 268 44
5. MSV Duisburg II 2612 41
6. SGS Essen II 26-5 40
7. Warendorfer 26-12 35
8. Fortuna Köln 26-2 34
9. GSV Moers 26-10 32
10. SpoHo Köln 261 30
11. Bayer 04 II 26-27 27
12. SF Siegen 26-38 23
13. SV Budberg 26-52 18
14. SV Eintracht 26-45 14
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