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Mittwoch 20.04.16 16:58 Uhr|Autor: Romina Burgheim
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Bärenstarke Konkurrenz

An-Sicht-en eines Maskottchen

Norbert Miehgrub, ein Name, dem nur wenigen eingefleischten (Frauen-) Fußballfans ein Begriff ist!

Denn seit gut 10 Jahren begleitet er die Amateur-Profi-Spielerin Romina Burgheim seit ihren fußballerischen Anfängen am Spielfeldrand und hat schon einiges (mit ihr) erlebt. Doch das war nicht immer sein Leben:

Als Jahrgangsbester der FBI National Academy hat er als Agent für haarsträubende Angelegenheiten mehrere Angriffe überlebt.So jagte eine Kugel direkt durch seinen Kopf. Dank einer Messerstecherei mit einem befeindeten Seperatisten um illegale Honigvorräte ist er schwer am Bauch verwundet worden. Da langfristig gesehen die Tätigkeit für seinen zierlichen Körper (*hust) und zartes Gemüt zu gefährlich war, wurde er ehrenhaft entlassen und in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Als er die Ab-Findung von 10 Honigfässern viel zu schnell aufgebraucht hatte, sodass er klein, dick und rund geworden war, fiel ihm die Decke auf dem Kopf. So schaute sich nach einer anderen spannenderen Tätigkeiten um und wurde Maskottchen.



Aber nicht nur irgendeins: Als Bär, der die Freiheit liebt, war schnell klar, dass er sein Herz nicht nur einem Klub schenken kann, sondern vielen. Als selbsternannter "Wander-Hurerich", der stets darauf besteht, dass er getragen wird, hat er so viele Vereine kommen und gehen gesehen und ihnen (mal mehr, mal weniger beherzt) die Stange gehalten (Herforder SV, SV Meppen, FFC Heike Rheine, um nur wenige Stationen seines unheimlich starken Wirkens zu nennen!) Heute beschreibt er kritisch und humorvoll seine Kollegen bzw. baldige Konkurrenz (?) im (männlichen) Fußball- Oberhaus. Auf herzliche Weise würdigt er das anstrengende Wirken der viel zu oft vergessenen und wenig beachteten Akteuren auf bzw. neben dem Rasen.

Wie es sich für jeden guten Verein gehört, der etwas auf sich hält, braucht er ein Maskottchen, das dem Club die nötige Portion Glück gibt und neben allen (kalten) kommerziellen und sportlichen Interessen einen Faktor der Niedlichkeit und Herzlichkeit verleiht. Meistens sind es so große, überdimensionale Stoff-Tierchen, die vor jedem Heimspiel des eigenen Klubs das Tageslicht erblicken dürfen und der gespannt-gebannt wartenden Masse zujubeln. Nicht jeder Fan springt auf diese tierisch – lustigen Vertreter und ihre Animationsversuche an. Wenige Banausen reagieren sogar aggressiv und bewerfen diese kuscheligen Wesen wahlweise mit Bierbechern oder anderen Gegenständen. Aber Deppen gibt es überall! Vor denen sollte man nicht kuschen.  

Denn die meisten Vereine haben diesen bindungs-stiftenden Effekt dieser außergewöhnlichen Wesen erkannt, sie folgerichtig „mit ins Spiel gebracht“ und sie in ihr Marketing-Konzept integriert, sodass mittlerweile sogar für diese treuen Gefährten eine deutsche Maskottchen-Meisterschaft eingerichtet wurde. Die alte Dame Hertha BSC hat dabei ganz tief in die Transfer-Trickkiste gegriffen und Hertinho, einen brasilianischen Braunbären, verpflichtet. Kein Wunder, dass er mit seinem feurigem Temperament und dem (Spiel-) Rhythmus im Blut die (Fan-)Herzen im Sturm erobert hatte. Folgerichtig konnte er sich schon zweimal mit dem Gewinn des DMM-Titels krönen und in kritischen Situationen die Ruhe bewahren und somit den Club vor dem Abstieg retten. Dieses Vorhaben gelang natürlich nicht immer, aber auch die Kräfte eines Mega-Maskottchens sind begrenzt. Seine Konkurrenz hatte bis dato sehr oft das Nachsehen:

So beherBÄRgt der große übermächtige FC Bayern in seinen Reihen als Supporter den süßen großen Braunbären Berni mit einem höchst beneidenswerten dichten braunen Fell. Er genießt ähnlichen Kult-Status, wie sein Kollege, der Kölner Geisbock Hennes. Er ist ein leibhaftig starker Geselle. An ihm kommt so schnell keiner vorbei bzw. so manch einer versucht verzweifelt an ihm, sich die Hörner abzustoßen.

Ein scharfer Konkurrent ist „Wölfi“, das Maskottchen des Betonstadtvereins VfL Wolfsburg, der, wie es der unheimlich einfallsreiche Name nahe legt, ein Wolf mit spitzen Zähnen ist. Aber in der Autostadt Wolfsburg hat man eben andere Probleme als sich um adäquate Namen für das Vereinstierchen zu kümmern.

Die einzige weibliche Vertreterin unter DEN Maskottchen ist Emma, deren Lieblingsfarben, wie es sich für eine fleißige Biene ihres Standes gehört, gelb-schwarz sind. Dass der BVB ihr Verein werden sollte, war von Anfang an indiskutabel. Es war Liebe auf den ersten Blick und diese Lebensaufgabe ist ihr wie auf den Leib geschrieben. Spannendes Detail: Ursprünglich war ihre Position für einen Bienerich vorgesehen („Lothar“). Doch mit ihrer bestechenden Ausstrahlung und ihrem guten Riecher machte sie das Rennen und erhielt den Vorzug. So erhielt sie den gender technisch angepassten Nach-Namen in Erinnerung an den erfolgreichen Lothar Emmerich, der binnen 9 Jahre (1960-1969) 215 Mal für den BVB gespielt hatte.

Der wahre König unter den Maskottchen wie im echten Leben unter den Tieren ist „Brian the Lion“. Das ist nämlich der unmissverständliche Name des tierisch starken Begleiters der Werkself Bayer 04 Leverkusen. Aber änlich wie im echten Leben darf er sich nur "Meister der (Bären-) Herzen nennen und ist immer in letzter Sekunde an der Maskottchen-Meisterschaft vorbeigeschrammt.

Maßgeblich zum Aufstieg in das Oberhaus des Fußball 2008 und zum Verbleib in derselben hat der Kraichgauer Elch „Hoffi“ der TSG 1899 Hoffenheim beigetragen. Dieser wunderschöne elegante Elch darf nicht nur seit diesem Tag das Stadion als sein persönliches Frei-Wild-Gehege bezeichnen und gebrauchen.

Der Hamburger SV hat maskottchentechnisch, ganz wie es seinem Ruf als Bundesliga-Dino zukommt, sein Schicksal in die Hände eines dickhäutigen Gesellen gelegt. So trug Dino Hermann auch in der vergangenen Saison maßgeblich dazu bei, dass der Club von der Hanse nicht in Fußball-Vergessenheit gerät. Aber sie dürfen sich nicht allzu sicher fühlen. Auch Dinosaurier sind sterbliche, wenn auch mächtige Kreaturen.

Ein verhältnismäßig zartes, dünnes, und dennoch kraftvolles Kontrastprogramm bietet da Jünther. Als zeitloser und nie zu altern scheinender "Fohle" bringt er seiner Borussia Mönchengladbach abwechselnd temporäres Glück. Sein Erbe wiegt aber auch schwer, ist er doch nach der exzentrischen Vereinslegende und quasi dem „David Beckham der 70er Jahre“ - Günther Netzer – benannt. Da der Verein im Rheinland sein Unwesen treibt, wird das im Rachenraum etwas hart angesiedelte „g“ in ein lockeres gutturales „j“ verwandelt. Und fertig ist der Schlachtruf „Jünther“.

Einen höchst sympathischen und feierwütigen Gesellen beherbergt der VfB Stuttgart in seinen eigenen Reihen: Mit dem Krokodil Fritzle haben die Schwaben einen wahren Glücksgriff gelandet und ein echtes Feierbiest an Land gezogen. Denn er feiert feucht-fröhlich nur allzugern mit der Mannschaft und den Fans im Stadion. Daher wird er vom Verein nicht umsonst Chef-Animateur genannt und macht auf diese Weise seinem Namensgeber Vereins-Ikone Fritz Walter alle Ehre.

Den Abschluss dieser besonderen Vereinsmitglieder bildet ein Geschöpf, das in fast allen Situationen den Überblick behält. Eintracht Frankfurt bläst mit dieser plüschenen Kampfansage zum Gegenangriff. Denn Steinadler Attila ist kein zweitklassiges Maskottchen und gibt sich demzufolge nicht mit einer singulären Existenz ab. Als lebendiges Wesen kreist er einerseits in Frankfurt über das Stadion und behält andererseits am Spielfeldrand die Nerven, wenn es mal wieder brenzlig wird.

Wenn diese Beschreibungen Lust auf mehr gemacht haben, stattet diesen herrlichen Herrschaften mal einen Besuch ab.

http://www.ran.de/fussball/bildergalerien/hennes-juenther-und-co-die-maskottchen-der-bundesliga-klubs

Und vielleicht. träumen wird ja wohl noch erlaubt sein, sehen wir uns alle gemeinsam bei der Siegerehrung der deutschen Maskottchen-Meisterschaft 2018. Dann, wenn ich mein Team, DSC Arminia Bielefeld, in die Frauenallianzbundesliga geführt habe. Denn wie sagte Konfuzius so schön?

Wer unsere Träume stiehlt, gibt uns den Tod!

 
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