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Dienstag 21.03.17 22:48 Uhr|Autor: Romina Burgheim583

Annabel sieht rot

oder: Über den Umgang mit (verheerenden) Fehlentscheidungen
Errare humanum est!“ Die geflügelten Worte, die dem lateinischen Kirchenvater Hieronymus in den Mund gelegt werden, sind wohl jedem menschlichen Wesen geläufig und die damit verbundenen eintretenden Gefühle fast jedem bekannt.

Ein solcher Irrtum kann gemischte Gefühle hervorbringen, was meistens auch mit den damit verbundenen Folgen zusammenhängt. Nur selten besitzen die Menschen die Fähigkeit, einem erlegenen Irrtum mit Humor und Selbstironie zu begegnen. Dies ist meist dann möglich, wenn man die Prozesse oder Faktoren, die zu einem falschen Urteil führten, nachvollzogen und verstanden hat. In den häufigsten Fällen hingegen wird ein Irrtum als unangenehm empfunden. Dabei spielt es oft keinen Unterschied, auf welcher Seite des Irrtums man sich befindet. War man der Irrende sind Scham, Ärger über sich selbst und/ oder Bedauern treue Begleitemotionen. Derjenigen wiederum, die Opfer einer falschen Annahme oder Urteils geworden sind, können sich wütend, verständnislos, verletzt oder sogar gekränkt zeigen.

Auch der Fußball ist ein Ort voller Irrtümer und Fehlentscheidungen, was gleichzeitig natürlich auch seinen Reiz ausmacht. Denn einerseits führen uns Fehlentscheidungen immer wieder vor Augen, wie schön fehlbar der Mensch ist und dass er eben keine Maschine ist und andererseits bieten eben jene genug Gesprächs- und Diskussionsbedarf. Dadurch aber, dass im Fußball neben Ruhm und Ehre auch eine Menge Geld auf dem Spiel steht, wurde der Fußball in seinem Regelwerk stetig modifiziert und perfektioniert. Zunächst hat der vierte Offizielle in den Stadien Einzug erhalten (gemäß der optimistischen Maxime, dass acht Augen bekanntlich mehr sehen als sechs). Darüberhinaus wurde durch die Forderungen nach einer radikalen Vermeidung solcher Fehler eine Torkamera eingerichtet, die immerhin in Zweifelsfällen Gewissheit darüber verschaffen kann, ob der Ball die Torlinie in vollem Umfang passiert hat oder nicht. Ein flächendeckender Videobeweis ist aber (zum Glück) noch nicht eingeführt worden. In manchen Fällen würde dieser aber für die nötige Klarheit sorgen und Spieler vor ungerechtfertigten Fehl-Entscheidungen und damit verbundenen Sanktionen bewahren. 

Wie im Fall Annabel Jäger, die sich angesichts der Vorfälle des vorletzten Wochenendes und der vorgenommenen Berichterstattung mehr als ungerecht behandelt fühlt. Dadurch, dass sie schon einmal in der abgelaufenen Spielzeit eine gelb-rote Karte gesehen hatte, droht ihr nun eine wesentlich höhere Sperre. Von bis zu vier Spielen ist die Rede. Das wäre ein herber Schlag. Beim Auswärtsspiel gegen den BW Hohen - Neuendorf musste sie schon zu Hause bleiben, da das Urteil vom DFB noch aussteht. Für Annabel selbst, die immer wieder durch Verletzungen, Krankheiten und eben jener erwähnten Sperre aus dem Spiel-Rhythmus gekommen war, eine unangenehme Situation, so in Wartestellung versetzt zu werden. Aber auch für ihren Verein, der eine sehr dünne Personaldecke aufweist, schmerzt ihr Ausfall sehr. Erst recht bei einer Person von dieser spielerischen Klasse. 

Doch von Anfang an. Es ist die 28. Spielminute in der Partie zwischen dem Bramfelder SV und dem Gastgeber DSC Arminia Bielefeld. Bis dato war es eine unspektakuläre, von spielerischen Highlights freie Begegnung. Dann ertönt ein Pfiff. Die Schiedsrichterin geht zur Akteurin und zeigt ihr den roten Karton. Es ist Annabel Jäger, die viel zu früh das Feld verlassen muss. Protest regt sich, aber die Entscheidung steht fest. Angeblich soll die Mittelfeldspielerin von Arminia Bielefeld ihrer Gegenspielerin einen Ellbogencheck verpasst haben. Eine Aussage, welche die Bramfelderin später auch zu Protokoll geben wird. Annabel hingegen ist fassungslos. Ihre Mitspielerinnen ebenfalls. Niemand von den umgebenden Zuschauern konnten auf Nachfrage den tatsächlichen Hergang der Situation beschreiben. Der vor Ort weilende Schiedsrichterbeobachter hatte ebenfalls nichts gesehen. 

Rominas Querpass war beim Lesen dieser Neuigkeit sehr überrascht und skeptisch und hat nachgehakt. Schließlich hat er die Spielerin immer als eine engagierte und zweikampfstarke Offensivkraft erlebt. Jemand, der mit offenem Visier kämpft. Hart, aber herzlich. Ein Ellbogencheck gehört nicht in diese Spielerkategorie. Auf die kritisch- irritierte Nachfrage versichert Annabel Jäger glaubwürdig, dass sie sich keiner Schuld bewusst sei. „Ich versteh die Welt nicht mehr. Mein Blick hatte sich, während ich lief, auf unsere linke Außenverteidigerin Tanja "Tommy" Thormälen gerichtet. Ich bewegte mich aus dem zentralen Mittelfeld nach vorne, um anspielbar zu werden. Und da kam aus meinem für mich nicht erkennbaren Sichtfeld die Gegenspielerin angelaufen, sodass wir ineinander gerasselt sind." schildert sie den "Tat-Hergang". Wer schon einmal auf den Platz stand, weiß sicher selbst, dass dies ein seltener, aber durchaus im Bereich des Möglichen liegender Vorfall ist. 

„Das Überraschende oder Interessante dabei ist“, führt die Ex-Gütersloherin in ihrer Stellungnahme weiter aus, „dass mir mehrere Spielerinnen vom Bramfelder SV bescheinigt haben, dass die Spielerin zwar klar getroffen wurde, aber keine böse Absicht von mir zu erkennen gewesen war". Diese Aussagen und die Beobachtungen der Spieler und Zuschauer zusammengenommen werfen doch ein mehr als zweifelhaftes Licht auf die Angelegenheit. Es scheint offensichtlich zu sein, dass die involvierte Spielerin von Bramfeld eine Falschaussage getätigt hat. Über die Motive lässt es sich nur spekulieren. Ein offizieller Bericht seitens des DFBs steht noch aus. 

So ist also nur noch zu hoffen, dass dieses Wissen rechtzeitig an die beteiligten Instanzen gelangt und Annabel Jäger nicht allzulang der Arminia fehlen wird. Eine Revision dieser Entscheidung würde nämlich allen Seiten zu Gute kommen. Aber vor allem der Unparteiischen, die nachträglich Größe und keine Schwäche beweisen würde. Denn, dass man eine Situation falsch einschätzt, ist keine Schande. Auf diesem Irrtum aber nachträglich zu bestehen schon. So endet nämlich auch das eingangs zitierte Sprichwort:…… sed in errare perseverare diabolicum“ (--> darauf zu bestehen, teuflisch!)


Bildquelle: Kaz photography (1), Christina Muhle (2)

 
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