
Norbert Szyszka, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses, ehrte drei Schiedsrichter des Fußballverbands Mittelrhein: Karl Bodden, Werner Köhler und Olaf Wegner. Dienstältester der drei ist Karl Bodden, der bereits 1979 die Schiedsrichterprüfung in Köln ablegte. Seit 40 Jahren ist Bodden also als Schiedsrichter tätig ist, seit 20 Jahren pfeift er im Rhein-Erft-Kreis. Größter Erfolg des 55-Jährigen: Linienassistent bei Schiedsrichterlegende Jürgen Aust. Derzeit pfeift er die Kreisliga A und B – sehr zur Freude vieler Spieler. „Ich gebe wenige rote und gelbe Karten“, sagt Bodden.
Werner Köhler wurde für zehn Jahre geehrt – obwohl er eigentlich schon länger dabei ist. Seine Karriere begann er als Fußballer bei Borussia Wuppertal. Im Bergischen Land absolvierte er auch seine erste Schiedsrichterausbildung, pausierte dann aber und legte 2009 die Prüfung erneut ab. Er pfeift heute in Kreisliga A und B.
Olaf Wegner ist eigentlich auch ein „falscher Zehner“, so Szyszka. Die Schiedsrichterprüfung hat er bereits 1976 im Rheinisch-Bergischen Kreis bestanden. 2009 legte er erneut die Prüfung in Zeven im Kreis Rotenburg an der Wümme ab. „Seit meinem fünften Lebensjahr bin ich dem Fußball treu. Ich habe schon alles durchgemacht: Ich war Spieler, Trainer, Co-Trainer, Betreuer und bin jetzt Schiedsrichter“, sagt Wegner. Der 56-Jährige pfiff bereits Kreispokalendspiele und Spiele der Altinternationalen des 1. FC Köln und des Hamburger SV. Im Moment läuft er den Spielern in der Kreisliga B bis D hinterher.
Auch Norbert Szyszka selbst wurde für 40 Jahre als Schiedsrichter geehrt. Neben seinem Einsatz auf dem Platz ist vor allem sein ehrenamtliches Engagement bemerkenswert: 1989 wurde er Jungschiedsrichterbeauftragter und blieb es auch nach der Novellierung der Fußballkreise im Jahr 2001. Seit 2006 ist er Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses.
Auf dem Platz ist Szyszka heute nur noch selten, für das Ehrenamt tut er umso mehr. „Ich bin fast täglich für das Ehrenamt unterwegs“, erläutert er. Auf das Schiedsrichterwesen verzichten will er trotzdem nicht. Nur einmal kurz, in den achtziger Jahren, dachte er über das Aufhören nach. „Aber es hat mir einfach zu viel Spaß gemacht. Es ist Wahnsinn, was man als Schiedsrichter alles erlebt.“
Leichter wurde das Schiedsrichter-Dasein für die Ehrenamtler in den vergangen Jahren nicht. Die Schiedsrichter beobachten eine zunehmende Verrohung. „Die jungen Trainer stehen unter Druck. Wenn ein Fußballer gut spielt, lassen die dem oft zu viel durchgehen“, vermutet Köhler als Grund.
Problematisch sei auch, dass Familienangehörige in den unteren Klassen sich nun an Streitereien beteiligen würden. Bodden bestätigt das, blickt aber zuversichtlich in die Zukunft. „Die Ausbildung unserer Jungschiedsrichter hat sich deutlich verbessert. Die werden nun auf solche Situationen vorbereitet.“
Derzeit gibt es rund 270 Schiedsrichter im Kreis, Tendenz steigend. Allein in diesem Jahr kamen 40 neue Schiedsrichter hinzu. „Die kontinuierliche Arbeit zahlt sich aus“, ist sich Szyszka sicher. „Wenn wir in drei Jahren 400 sind, dann kann ich mein Amt mit ruhigem Gewissen abgeben.“