Ex-Rheinlandliga-Torjäger wechselt zu neuer Prümtal-SG
Freitag 22.05.20 09:50 Uhr|Autor: Andreas Arens 3.805
Grätscht künftig für die neue Spielgemeinschaft im Prümtal: Mike Schwandt. Foto: Sebastian J. Schwarz

Ex-Rheinlandliga-Torjäger wechselt zu neuer Prümtal-SG

Ideen, dass die Eifelvertreter DJK Watzerath und die SG Pronsfeld/Lünebach kooperieren, gibt es schon lange. Jetzt wollen sie gemeinsame Sache machen. Die Ambitionen unterstreicht die Verpflichtung von Mike Schwandt. Der Neuzugang soll gleich eine Doppelfunktion einnehmen.
Mal scheiterte es an der einen Seite, mal an der anderen. Nun finden die SG Pronsfeld/Lünebach und die DJK Watzerath aber zusammen: Zum 1. Juli soll eine Spielgemeinschaft gegründet werden. „Unterschrieben ist noch nichts, und ein paar Details müssen wir noch festlegen. Bis Ende des Monats haben wir aber alles fixiert“, sagt Pronsfelds zweiter Vorsitzender Christian Peters. Als Zugpferd steht auch bereits der erste namhafte Neuzugang fest. Mike Schwandt, langjähriger Goalgetter der SG Badem/Kyllburg/Gindorf in der Rheinland- und zuletzt in der Bezirksliga, fungiert  unter Trainer Thomas Schon und an der Seite seines Co-Trainer-Kollegen Dirk Höffler als Assistent, der weiterhin auch noch Torwarttrainer und Betreuer ist.


Der 34-jährige Schwandt soll der verlängerte Arm von Schon auf dem Platz sein und mit seinen Treffern dafür sorgen, dass die neue SG aus dem Prümtal zunächst im oberen Drittel der Kreisliga B Eifel  mitspielt. In der coronabedingt abgebrochenen Spielzeit landete die SG Pronsfeld unter Schon auf Rang acht in der B-II-Liga, Watzerath wurde in der C-I-Liga Sechster.

„Wir hätten auch für die neue Saison noch genügend Leute für eine Mannschaft gehabt, wollten aber gerade den Jüngeren bei uns eine sportliche Perspektive in einem ambitionierten Umfeld bieten“, lässt Watzeraths Vorsitzender Jochen Kauth durchblicken und begründet damit die diesmal von der DJK ausgegangene Initiative, eine Kooperation mit den beiden Nachbarvereinen prümabwärts zu gründen.  Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Helmut Kockelmann hat er die Verhandlungen mit dem siebenköpfigen Pronsfeld/Lünebacher SG-Vorstand forciert. 

Marvin Funk soll als Spieler weitermachen 

Kauth (29), der selbst auch noch für die DJK kickt, setzt für die erste Mannschaft auch fest auf Marvin Funk. Als Spielertrainer hatte dieser für die neue Runde in Watzerath abgesagt, soll aber nun zumindest noch als Aktiver weitermachen.

Die beiden befreundeten Kyllburger Schon und Schwandt zu verpflichten, sei bereits im vergangenen Sommer der Plan in Pronsfeld und Lünebach gewesen, berichtet Peters. Schwandt sagte aber ab, wollte eigentlich seine Spielerlaufbahn beenden und eine Pause einlegen. Er half dann trotzdem noch mal aus und sorgte dafür, dass sich seine Heimat-SG in der Bezirksliga stabilisieren konnte.

„So kann ich erste Schritte im Trainerbereich machen. Außerdem reizt mich die sportliche Herausforderung, die neue Spielgemeinschaft zu entwickeln“, lässt Schwandt durchblicken. Dass „er nicht 100 Jahre in Kyllburg spielt“, sei klar gewesen. Dem  dortigen Sportverein fühlt er sich unverändert fest verbunden: „Ich bin nicht weg.“ Sowohl Schon (Jugendleiter) wie auch Schwandt (Beisitzer) bleiben dem SVK als Vorstandsmitglieder erhalten.

„Für Mikes Entwicklung kann es umso besser sein, auch mal woanders Erfahrung zu sammeln“, meint Schon. Er möchte die Messlatte für die neue Runde nicht zu hoch legen: „Wir haben viele jüngere Spieler, und alles muss erst mal zusammenwachsen.“ Ambitioniert sei man ohne Zweifel. Das bestätigt Peters: „Jetzt direkt über die A-Klasse zu reden, ist aber zu früh.“ Von seinem Amt als zweiter Vorsitzender will er bei der nächsten Mitgliederversammlung, die coronabedingt zuletzt abgesagt werden musste, zurücktreten – nicht zuletzt, weil sein Lebensmittelpunkt inzwischen Bitburg ist. Doch als Sportlicher Leiter möchte Peters die neue SG noch unterstützen.

"Aus Rivalen werden Partner"

Watzerath sowie Pronsfeld und Lünebach kooperieren schon lange in der Nachwuchsarbeit und haben früher eine Frauen-Spielgemeinschaft gebildet. Nun auch im Seniorenbereich zusammenzuarbeiten, ist für Peters ein logischer Schritt: „Dann müssen die Jungs nach der A-Jugend nicht wieder getrennt werden.“ Untereinander würden sich die Spieler sowieso gut verstehen und gemeinsam Feste besuchen. Die Zeiten packender Lokalduelle sind damit zumindest vorerst vorbei. „Aus Rivalen werden Partner“, unterstreicht Peters.

Kauth und Peters hoffen auf einen neuen Schwung und frische Motivation: „Gewinner sind die Trainer, die dann aus dem Vollen schöpfen können.“ Mühsam Spieler noch am Sonntagmorgen zusammentelefonieren: Dieses Szenario soll nun der Vergangenheit angehören.

Drei Mannschaften ins Rennen zu schicken, ist nach Einschätzung der beiden Verantwortlichen ein wohl zu ehrgeiziges Unterfangen. „Es bringt nichts, einfach von der einen Seite 25, von der anderen 35 Spieler auf eine Liste zu schreiben. Wir müssen schon schauen, auf wen wir wirklich bauen können“, sagt Peters. Ob die zweite Garnitur in der C- oder doch in der D-Liga spielt, will man für den Fall der Fälle ebenfalls noch eruieren. 

Auch wollen die Verantwortlichen in den nächsten Tagen noch klären, ob die SG den Zusatznamen „Prümtal“ erhält. Egal wie: Die Richtung stimmt, und in Pronsfeld, Lünebach und Watzerath werden sie künftig an einem Strang ziehen.

 



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