
Die jüngere Historie der DJK Gebenbach ist eine Erfolgsgeschichte. Noch vor gut zehn Jahren spielte der Dorfklub aus der 900-Seelen-Gemeinde höchstens lokal eine Rolle und fristete in der Kreisklasse ein eher bescheidenes Dasein. Der große Aufstieg begann 2011 mit der Meisterschaft in der Kreisliga. Fortan kannten die Gebenbacher Kicker nur noch eine Richtung: nach oben. 2017 glückte der Sprung in die Bayernliga, 2019 könnte der Traum von der Regionalliga in Erfüllung gehen. Klar, alles noch sehr spekulativ nach 14 - im Fall von Verfolger WFV 13 - absolvierten Partien. Auch Coach Faruk Maloku, der seit Anfang des Jahres 2016 sportlich in der Verantwortung steht bei der DJK, beteuert glaubhaft, dass sich in Gebenbach noch niemand solchen Träumereien hingibt: "Ganz ehrlich, damit beschäftigen wir uns im Moment null Komma null. Das ist eine super Momentaufnahme und wir genießen das Ganze. Allerdings können wir das auch richtig einordnen. Da stehen im Moment Teams hinter uns, die wesentlich ambitionierter sind und mit denen wir uns eigentlich gar nicht messen können."

Freilich braucht man sich keinen Sand in die Augen streuen, der Kader der Gebenbacher ist schon auch exquisit. Gespickt mit Akteuren wie Kai Hempel, Oliver Gorgiev, Julian Ceesay oder Dominik Haller, die über jede Menge Regional- und Bayernligaerfahrung verfügen. Daneben blühen aber auch Eigengewächse wie Keeper Michael Nitzbon oder Timo Kohler auf. Letzterer führt die Mannschaft sogar als Kapitän aufs Feld und ist die Identifikationsfigur schlechthin. Der 28-Jährige hat den kompletten Weg von der Kreis- in die Bayernliga mitgemacht. "Wir profitieren auch von einer optimalen Kaderzusammenstellung", lobt Maloku die offensichtlich clevere Transferpolitik des Vereins, für die die Teammanager Josef Nitzbon und Franz Wittich verantwortlich sind. "Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist top, die Jungs gehen miteinander weg und unternehmen auch sonst privat viel zusammen", gibt der 40-jährige Cheftrainer Einblick ins Innenleben des Teams. Für potentielle Neuzugänge gibt es ein genaues Anforderungsprofil: "Wir haben eine klare Philosophie in Gebenbach, die uns sehr wichtig ist und hinter der wir voll stehen. Wir sind ein familiärer und bodenständiger Verein. Es hilft uns nichts, wenn einer fußballerisch top ist, aber charakterlich nicht zu uns passt." Der Dorfverein profitiert zudem vom Niedergang des einst großen Nachbarn FC Amberg, der nach hochtrabenden Plänen tief stürzte und nun in der Bezirksliga den Neuanfang versucht. Im Buhlen um die besten Kicker im Umkreis fällt damit zumindest auf Sicht ein Konkurrent weg.
Die kommenden Wochen werden nun zeigen, ob die DJK Gebenbach wirklich schon so weit ist, um dauerhaft ganz oben mitmischen zu können. Zunächst wartet nämlich das Derby zuhause gegen Ammerthal, das noch nicht genau terminiert worden ist, dann müssen die Jungs von Faruk Maloku nach Eltersdorf und zum wiedererstarkten SV Seligenporten. Anschließend warten die Heimkracher gegen den Würzburger FV und die SpVgg Bayern Hof. Happiges Programm, dem der Coach aber gelassen entgegensieht: "Wir sind in einer sehr komfortablen Lage. Primär war es unser Ziel, im kniffligen zweiten Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und einen ordentlichen Mittelfeldplatz zu belegen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, die sogenannten Großen der Liga zu ärgern. Wir freuen uns auf intensive Spiele."
Nur mal angenommen, die DJK setzt ihre Serie fort und würde sich zur Belohnung die Herbstmeisterschaft unter den Weihnachtsbaum legen können. Was würde dann passieren, würden die Pläne für Liga vier aus der Schublade wandern? "Auch dann würden wir völlig ruhig bleiben. Nach der langen Winterpause geht es für alle Teams wieder bei null los, da eine Prognose abzugeben, ist extrem schwierig. Wir sind in der Bayernliga glücklich, das ist eine wahnsinnig tolle Klasse für uns. Sollten wir am Ende wieder Fünfter werden, hätten wir erneut eine super Saison gespielt. Aber klar, wenn wir im Frühjahr noch an der Tabellenspitze sein sollten, dann müssten wir uns schon mal zusammensetzen."