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Freitag 22.07.16 11:02 Uhr|Autor: LR-Online.de/Georg Zielonkowski964

Dieses Ehrenamt verlangt Fingerspitzengefühl

Schiri-Ansetzer Wolfgang Jahns wird schon mal "die ärmste Sau" in der gesamten Kreisszene genannt
Allein schon, sich als Schiedsrichter zur Verfügung zu stellen, verlangt eine ganze Portion Liebe zu dieser Sportart. Auch ein dickes Fell gehört dazu, denn nicht immer stoßen die Reaktionen auf die Entscheidungen von Unparteiischen auf die nötige Gegenliebe bei den Akteuren und Trainern. Schiedsrichteransetzer Wolfgang Jahns kann ein Lied davon singen.

Die Rede ist von dem Mann, der für die Einsätze der Referees verantwortlich ist. Schiedsrichteransetzer heißt diese Funktion im Fachjargon recht uncharmant und auch die Aufgaben, die ein solcher Ehrenamtler zu verrichten hat, sind nicht unbedingt vernügungssteuerpflichtig.

Ziemlich genau fünf Jahre lang ist Wolfgang Jahns im Fußballkreis Niederlausitz für eben diese Tätigkeit zuständig, nachdem sein Vorgänger Bernd Robel sich zur verdienten Ruhe gesetzt hatte. Kürzlich bei der kreislichen Meisterehrung erfuhr dieser Wolfgang Jahns viel Lob und Anerkennung. Zwar ziemlich deftig, aber durchaus treffend meinte da beispielsweise Frank Roick, der Fußball-Abteilungsleiter des Spremberger SV, dass der Schiedsrichteransetzer doch "die ärmste Sau" in der gesamten kreislichen Fußballszene ist. Einfach schon deshalb, weil so ein Wolfgang Jahns zwar 156 Unparteiische in einer Liste geführt hat, doch längst nicht alle für die geplanten Einsätze verfügbar sind. "Aus diesem Grund frage ich am Dienstag einer jeden Woche schon mal in die Runde, ob und wer wohl am Wochenende dieses oder jenes Spiel leiten würde", erzählt Jahns aus seinem Alltag.

Hinzu kommt, dass er in Kenntnis der Tabellen und Situationen in den einzelnen Spielklassen sehr wohl weiß, welche Spiele eine gewisse Brisanz in sich tragen. Bei den Besetzungen der Trios achtet er auch auf die Besetzung der Linienrichter. Einfach deshalb, weil die Männer mit der Fahne ganz dicht vor den Trainerbänken ihr Amt verrichten und von dort nicht selten mit bösen Sprüchen belegt werden. "Ich kenne doch die Herren Trainer, unter denen es absolut impulsive Kameraden gibt. Namen werde ich hier keine nennen. Aber um mit genau denen umzugehen, gehören eine gewisse Gelassenheit und auch mal ein entspannender Dialog dazu. Das kann freilich nicht jeder", erklärt Jahns, der sich an den Wochenenden zumeist zwei Partien anschaut. Nicht um die Spielleiter zu bewerten, eher um festzustellen, wie sie mit bestimmten Situationen klar kommen.

Überzeugt ist er davon, dass die jungen Schiris auf einem guten Weg sind. "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass in ein paar Jahren der eine oder andere auf den Spuren von Regionalreferee Henry Müller aus Willmersdorf wandelt", sagt Jahns. Als wichtige Hilfe zum Vorankommen seiner Männer sieht der Schiri-Ansetzer allerdings eine wirklich faire Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Vereine. "Es kann doch wirklich nicht so schwer für die Trainer oder Kapitäne sein, sich nach der Partie mit dem Unparteiischen kurzzuschließen. Nicht um einzelne Pfiffe zu rechtfertigen, wohl aber um diese zu erklären. Ein Stürmer macht doch auch nicht aus jeder Chance ein Tor, deshalb wird ja auch nicht jeder Pfiff der Schiedsrichter ein korrekter sein. In den oberen Ligen oder zuletzt bei der EM sind hundert Kameras zur Beweisführung geschalten, auf unseren Sportplätzen gibt es das nicht. Gerade deshalb ist ein Miteinander unglaublich wichtig", empfiehlt Wolfgang Jahns den Klub-Verantwortlichen vor dem Beginn der neuen Spielzeit.

 
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