2026-04-15T05:02:58.337Z

Allgemeines

,,Der Verein braucht eine Heimat, um zu funktionieren"

Markus Höss vom Jugendfußballclubs JFC Gerlingen über mögliche Fusionspläne der Fußballer

von Leonberger Kreiszeitung / Andreas Klingbeil · 30.01.2016, 11:00 Uhr · 0 Leser
Fusionieren die KSG Gerlingen und der FC Gehelbühl mit dem JFC Gerlingen?
Fusionieren die KSG Gerlingen und der FC Gehelbühl mit dem JFC Gerlingen?
Räumlich getrennte Sportstätten, die darüber hinaus in schlechtem baulichen Zustand sind. In diesem Punkt sieht der Vorsitzende des Jugendfußballclubs FC Gerlingen, Markus Höss, den Gemeinderat und die Stadt in der Pflicht.

Herr Höss, ist mit dem Zusammenschluss die Zukunft des Gerlinger Fußballs gesichert?

Nein, keineswegs. Letztlich hat es seine Gründe, warum ein großer Verein wie die KSG den Fußball nicht im eigenen Verein als Abteilung fortführen möchte und kann. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt in den strukturellen Vorgaben, die wir in Gerlingen antreffen. So vermissen wir seit Jahrzehnten ein tragfähiges Konzept für die Sportentwicklung und Sportförderung, das über das Allernötigste hinausgeht und Attraktivität für die Bürger verspricht.

Wie könnte die Infrastruktur denn verbessert werden?

Es gibt da räumlich einige Möglichkeiten in den Breitwiesen, die allerdings aufgrund rechtlicher Hemmnisse als nicht praktikabel angesehen werden können, und es gibt die Einrichtungen auf der Schillerhöhe, die prinzipiell für einen Ausbau sehr gut geeignet wären. Dafür wäre allerdings eine konzeptionelle Planung notwendig, die eine Erweiterung um mindestens einen Platz vorsieht, sowie den kompletten Neuaufbau der vorhandenen Plätze. Dazu müssten Stadt und Gemeinderat die Notwendigkeit erkennen und die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen, um die erforderlichen Sportstätten zu bauen. Dazu gehören zumindest ein Rasenplatz und zwei Kunstrasenplätze mit entsprechender Infrastruktur, das heißt Flutlicht, Umkleiden und Duschräume und möglichst auch ein Vereinsheim. Schließlich braucht ein Verein eine Heimat, um als solcher überhaupt funktionieren zu können.

Aber es gibt doch zwei Rasen- und zwei Kunstrasenplätze, wo ist das Problem?

Ich glaube, da gibt es Klärungsbedarf. In den Breitwiesen gibt es eine Wiese, die der Stadt gehört, die man aber man nicht als Fußballplatz bezeichnen kann und auch nicht als solchen nutzen darf, sowie einen Kunstrasenplatz. Dazu haben wir noch einen Kunstrasenplatz auf der Schillerhöhe. Beide Kunstrasenplätze, ebenfalls Eigentum der Stadt Gerlingen, sind in keinem adäquaten Zustand. Dann existiert noch ein heruntergekommener Rasenplatz, daran angeschlossen ein Vereinsheim, beide stehen im bezuschussten Eigentum der KSG. Das dortige Vereinsheim ist baulich in einem eher bemitleidenswerten Zustand. Die KSG ist nach meiner Erkenntnis schon lange nicht mehr in der Lage, aus eigenen Mitteln Sportstätten und Infrastruktur instand zu halten oder erforderliche Neubaumaßnahmen auszuführen. Unter der Vorgabe eines solchen Stückwerks - allein schon räumlich - kann ein Verein nicht wirklich funktionieren.