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Montag 31.07.17 18:45 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis610
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Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Die Saisonvorbereitung

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal warum er auch in der Sommerpause einiges zu tun hat und worauf Sportler in der Vorbereitung achten sollten. Übrigens: Wer eine Frage an Ihn hat, kann jene ganz einfach via Email stellen!

Hallo Herr Dr. Geronikolakis, die Sommerpause geht zu Ende und bald geht es wieder los. Von der Bundesliga bis runter in die Kreisliga, in jeder Spielklasse fiebert man immer mehr dem Saisonbeginn entgegen und freut sich wieder auf die Spiele. Sie sind bekannt als „Der Fußballarzt“, betreuen und behandeln über viele Jahre eine große Anzahl von Fußballmannschaften und einzelnen Fußballern. Wie kann man sich Ihre Sommerpause vorstellen? Gab es in den letzten Wochen für Sie weniger zu tun?

Dr. Simeon Geronikolakis: Da die Fußballer einen sehr großen Anteil unter meinen Patienten ausmachen, lässt sich dies sicherlich vermuten. Dennoch muss ich ehrlich sagen, dass ich persönlich eine Sommerpause nur daran gemerkt habe, dass nicht so viele Spiele im Fernsehen bzw. in den Stadien zu sehen waren. An einer geringeren Anzahl an Fußballern in meiner Praxis war dies aber nicht zu bemerken, wenn überhaupt, dann vielleicht an einer etwas geringeren Anzahl an akuten Sportverletzungen, die aber mit Beginn der Vorbereitung wieder deutlich ansteigt.

Wie ist es zu erklären, dass dennoch viele Fußballer auch in der Sommerpause ärztliche Behandlungen benötigen? Mit welchen Anliegen kommen Spieler zu Ihnen, wenn nicht aufgrund einer akuten Verletzung?

Dr. Geronikolakis: Wie Sie schon vorher richtig gesagt haben, behandle ich nicht nur Fußballer, in sehr vielen Fällen betreue ich sie auch. Spieler mit Verletzungen, die sich über eine längere Zeit ziehen, Spieler mit Überlastungsschäden bzw. chronischen oder immer wiederkehrenden Beschwerden, aber auch Spieler ohne orthopädische Probleme kommen nicht nur in der Sommerpause, sondern über die gesamte Saison hinweg.

Warum brauchen Spieler ohne orthopädische Probleme ärztlichen Rat?

Dr. Geronikolakis: Vor allem viele Profifußballer unterziehen sich regelmäßig einem orthopädischen Medizincheck. Hierbei können körperliche Defizite auffallen und es können sofort entsprechende Empfehlungen zur Beseitigung dieser ausgesprochen werden. Somit kann eine gezielte Verletzungsprophylaxe stattfinden, die bei richtiger Umsetzung das Verletzungsrisiko definitiv reduziert. Darüber hinaus sind oft auch chirotherapeutische Behandlungen an der Tagesordnung.

Welche Verletzungen oder Probleme treffen Sie in der Saisonvorbereitung häufig an und wie kann man diesen vorbeugen?

Dr. Geronikolakis: Mit Beginn der Saisonvorbereitung häufen sich zum Beispiel muskuläre Beschwerden und Probleme an den Sehnenansätzen. Diese können ebenfalls durch eine gezielte und konsequente Verletzungsprophylaxe verringert werden. Desweiteren erachte ich es als sehr wichtig, dass man als Spieler vorbereitet in die Vorbereitung geht. Das heißt, dass man während der trainingsfreien Zeit selbständig ein sowohl bezüglich den Inhalten als auch der Intensität und den Umfängen individuell abgestimmtes Trainingsprogramm absolviert. Nicht zu vergessen ist aber dann, vor allem während der Vorbereitungsphase mit dem Team, auch die Regeneration, die adäquat und ebenfalls möglichst individuell gestaltet werden sollte. So wie in der Trainingssteuerung sollte auch hier die sowohl physische als auch psychische Belastung vieler Amateurspieler im Hauptberuf berücksichtigt werden. Ein weiterer wichtiger Faktor, nicht nur zur Verminderung der Verletzungsanfälligkeit sondern auch zur Leistungssteigerung, ist aus meiner Sicht auch die Ernährung, einschließlich der Flüssigkeitsstrategie.

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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U18-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



 
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