FuPa Medizincheck: Die Fingerluxation
Donnerstag 28.09.17 10:00 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis859
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Die Fingerluxation

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal wie es zu einer Fingerluxation kommt und was man dagegen machen kann. Übrigens: Wer eine Frage an Ihn hat, kann jene ganz einfach via Email stellen!


Im Fußball kommen Fingerverletzungen meistens bei Torhütern vor und ereignen sich zum Beispiel durch Anprall des Balles oder Hängenbleiben am Gegenspieler. Oft handelt es sich dabei um Kapselverletzungen, Brüche, Sehnen(aus)risse oder Bandverletzungen kommen aber ebenfalls relativ häufig vor, während Fingerluxationen, also die Ausrenkung eines Fingergelenkes, eher seltener sind. Bei Feldspielern ist die Gefahr einer Fingerverletzung deutlich geringer, aber dennoch vorhanden. Erinnert sei beispielsweise an Sandro Wagner, dessen Bild durch die Medien ging, als er sich im Bundesliga-Spiel gegen Hertha BSC Berlin den Zeigefinger ausgekugelt hatte.

Anatomie

Zeige-, Mittel-, Ring- und Kleinfinger bestehen jeweils aus drei Fingerglieder und drei Fingergelenke (Grund- Mittel- und Endgelenk), lediglich der Daumen besitzt zwei Fingerglieder und zwei Fingergelenke. Die Gelenke werden durch Kapsel und Bänder stabilisiert, für die Funktion der Finger sind hauptsächlich die an der Ober- und Unterseite verlaufenden Beuge- und Strecksehnen zuständig.

Symptome

Starke Schmerzen, eine verminderte Beweglichkeit und eine sichtbare Fehlstellung des Fingers weisen auf eine Fingerluxation hin. Im Verlauf kommt es auch zu einer deutlichen Schwellung.

Therapie

Der ausgerenkte Finger sollte so bald wie möglich reponiert, das Gelenk also wieder in seine anatomische Stellung gebracht werden. Dies kann durch schnellen Zug am Finger erreicht werden, manchmal nach vorheriger Lokalbetäubung des Fingers. Wurde ein Bruch durch eine entsprechende Röntgendiagnostik ausgeschlossen und ergeben sich in der körperlichen Untersuchung auch keine Hinweise auf anderweitige begleitende Verletzungen, zum Beispiel einer Sehnen-, Band- oder Nervenverletzung, so kann eine konservative, also nicht operative, Therapie eingeleitet werden. Das Gelenk wird über einige Tage mittels einer Schiene oder durch Tapes ruhigstellt, schon sehr bald wird aber dann mit einer Übungsbehandlung begonnen um ein Einsteifen des Fingergelenkes zu verhindern.

Vorbeugung

Zur Verringerung der Verletzungsgefahr werden im Sport oft stabilisierende Tapes an den besonders gefährdeten Fingern angelegt.



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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U18-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



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