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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Der Baiersdorfer SV ziert zur Winterpause abgeschlagen das Tabellenende der Landesliga Nordost. Warum läuft es so mies?

von Dirk Meier · 05.12.2019, 11:15 Uhr · 0 Leser
Zumeist unerreichbar hoch hingen die Trauben für den Baiersdorfer SV in der Landesliga Nordost. Mit nur vier Punkten bleibt wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt.
Zumeist unerreichbar hoch hingen die Trauben für den Baiersdorfer SV in der Landesliga Nordost. Mit nur vier Punkten bleibt wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt. – Foto: Schumacher

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Sie zieren mit nur vier Punkten das Tabellenende der Landesliga Nordost. Der Baiersdorfer SV ist nach dem Klassenerhalt über die Relegation Anfang Juni in dieser Saison ganz unten angekommen, ist auf dem letzten Platz festgenagelt, ähnlich wie in der Vorsaison der TSV Sonnefeld. Es gibt kaum noch Hoffnung für den BSV, die aktuelle Spielzeit zu einem erfreulichen Abschluss bringen zu können. Selbst die Entscheidungsspiele dürfte das Team von Trainer René Ebert bei realistischer Einschätzung nicht mehr erreichen können. Inzwischen hat sich das Team in die Winterpause verabschiedet. Ärgerlich, dass die zwischenzeitliche und kurze Unterstützung eines Spielers mit Champions-League-Erfahrung auch nicht helfen konnte. 2020/21 wird sich der BSV wohl in der Bezirksliga neu aufstellen müssen.

Vor einem Jahr zierte nach 22 Spieltagen der TSV Sonnenfeld die Tabelle der Landesliga Nordost als Schlusslicht, hatte damals fünf Zähler auf dem Konto und ging aussichtslos in die Restrückrunde. Der Baiersdorfer SV hat sogar einen Punkt wenige gesammelt, steht bei vier Pünktchen. Es gab bislang einen einzigen Sieg und das war auswärts ein 2:0-Erfolg beim Bayernliga-Absteiger SpVgg Jahn Forchheim. Daheim reichte es am zweiten Spieltag zu einem 1:1-Unentschieden gegen den SC 04 Schwabach. Die 19 weiteren Partien wurde allesamt verloren bei 20:71 Toren. Der einzige Unterschied zum TSV Sonnefeld: Die Niederlagen der Baiersdorfer fallen nicht so deutlich aus. Aber die Mannschaft ist 22,69 Jahren doch sehr jung und unerfahren. Es fehlen die Führungsspieler im Team von Coach René Ebert, der diesen Posten erst zu dieser Saison von Thomas Luckner übernommen hatte. Ebert war zuvor Trainer der zweiten Mannschaft des SC Eltersdorf in der Kreisklasse und in der vorigen Saison Co-Trainer bei den Eltersdorfern von Chefcoach Bernd Eigner in der Bayernliga Nord. Seine erste größere Chefstelle ist nun wenig erfolgreich für den 37-Jährigen verlaufen. "Als ich im Januar 2019 zugesagt habe, waren die Voraussetzungen andere. Im April sind dann viele Spieler weggegangen und uns ist die komplette Abwehr weggebrochen. Wir haben eigentlich keinen etatmäßigen Innenverteidiger", erklärt Ebert.

Mann mit Champions League-Erfahrung: Die große Defensivhoffnung fällt aus.

Vor dieser Saison gab es einen großen personellen Aderlass. Die Schwab-Brüder Nicolas und Fabian sowie Christopher Lee wechselten nach Forchheim. Das Trio Maximilian Kundt, Kenan Ramic und Moustafa Tchabode schloss sich dem TSV Burgfarrnbach an. So ging der BSV, der fast nur Spieler aus dem eigenen Nachwuchs und aus unteren Klassen holen konnte, praktisch ohne Innenverteidiger in die neue Runde. Die junge Truppe musste bisher viel Lehrgeld, wurde für kleinste Fehler zumeist bestraft, obwohl die Truppe vom fußballerischen Vermögen her nicht weit weg ist. Kurz nach Saisonbeginn konnte mit Ex-Profi Aleksandar Temelkov ein Ex-Profi aus Mazedonien verpflichtet werden. Der ist immerhin dreifacher mazedonischer Meister, hat sogar vier Einsätze in der Champions-League-Qualifikation bestritten und sollte die Abwehr stabilisieren. Doch der 32-Jährige brach sich gegen Forchheim im dritten Spiel die Schulter, fällt seither aus. "Auch ein Grund, warum wir zu wenig Stabilität haben", sagt Ebert. Der musste nach fünf Spielen mit zwei Toren auch auf den Serben Mladen Popovic (22) verzichten, der aber im Januar nach Deutschland zurückkehren wird. Weil dann auch Temelkov wieder angreifen kann, sind das zwei Lichtblicke für den BSV. "Es ist insgesamt sehr schade, wie es bisher gelaufen ist. Wir hatten ein paar unglückliche Spiele, wo wir Punkte verloren haben. Wenn es etwas besser gelaufen wäre, dann hätten wir zumindest Tuchfühlung zu den Relegationsplätzen herstellen können", so Ebert rückblickend.

»Gefühlt 20 Neuzugänge«: Der Umbruch vor der Saison war zu groß.

Doch wie geht es beim Baiersdorfer SV weiter, der wohl nach am Saisonende nach dann sechs Spielzeiten wieder zurück in die Bezirksliga muss? Obwohl der BSV seit Jahren auf eine sehr gute Nachwuchsarbeit zurückblicken kann: "Ich werde wahrscheinlich bleiben, darüber haben wir schon mal gesprochen. Es müssen noch ein paar Dinge erledigt werden, aber dann, denke ich, werde ich zusagen", so Ebert. Auch ein Großteil der Mannschaft hat Bereitschaft erklärt dazubleiben: "Wir hatten ja gefühlt 20 Neuzugänge zu dieser Saison, das war also ein großer Umbruch. Wenn die Mannschaft auch nächste Saison zusammenbleibt, dann kann man hier etwas aufbauen. Ein Problem war sicher in den letzten Jahren, dass immer wieder eine große Zahl von Spielern gegangen ist und es somit immer wieder einen Neuaufbau gab. Es muss mehr Konstanz rein, dann kann sich in Baiersdorf etwas bewegen", so Ebert, der in Erlangen wohnt und der über ein gutes Netzwerk verfügt. Doch diese Spielzeit dürfte gelaufen sein: "Wir geben nicht auf, aber realistisch betrachtet ist nicht mehr viel für uns drin. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen", führt der Coach aus. Dass es im Verein dennoch passt, steht fest: "Wir hatten am Samstag Weihnachtsfeier und da waren 50 Spieler da. Im Verein halten alle zusammen und das gibt auch mir die Hoffnung, dass hier wieder etwas entstehen kann", so Ebert. Denn die Infrastruktur mit Spielfeld und Kunstrasen sowie dem Sportzentrum passt. Nur leider ist seit Jahren der Zuschauerzuspruch in Baiersdorf sehr gering, auch bedingt durch die Nähe zum Ballungsraum Nürnberg mit den Städten Fürth und Erlangen mit dem doch sehr großen Angebot an Sport in allen Bereichen.