
Der Abend des 22. Mai 2019 wird in die Geschichtsbücher des ASV Cham tief verankert werden. Denn im Relegationshinspiel um den Aufstieg in die Bayernliga schickte der ASV Cham den Nord-Bayernligisten ASV Vach am Ende mit einer heftigen 8:1 (2:0)-Packung zurück ins Frankenland. Vachs Trainer Norbert Nein musste auf der Pressekonferenz ernüchternd resümieren: „Man kann den ASV Cham nur beglückwünschen, das war eine Machtdemonstration.“ Nicht umsonst hätten die Rot-Weißen 80 Punkte in der Landesliga Mitte geholt.
Und auch wenn im Fußball nichts unmöglich ist, hat der ASV Cham den Aufstieg in die Bayernliga praktisch schon in der Tasche. Nein aber will das Rückspiel noch nicht ganz abschreiben: „Mir war klar, dass wir durch die ASV-Offensive Gegentore fangen, aber gleich acht Stück, das ist schon ganz bitter. Es wird am Samstag für uns ganz schwierig, das noch aufzuholen.“
Sogar nochmehr Tore möglich
Die 1281 zahlenden Zuschauer sahen eine Sternstunde des Chamer Fußballs. Und am Ende musste der Bayernligist sogar noch froh darüber sein, nicht noch mehr Gegentore kassiert zu haben, denn gerade in der Schlussphase hatten die Hausherren noch die ein oder andere gute Möglichkeit. Andreas Lengsfeld, Trainer des ASV Cham, war auch lange nach der Partie noch völlig fertig: „Mir fällt es schwer, dieses Spiel zu analysieren. Das war der Wahnsinn.“ Cham hatte es sich zum Ziel gesetzt, Tore zu erzielen, doch dass es gleich deren acht werden, damit hatte niemand zu träumen gewagt. Seiner Truppe zollte der Chamer Trainer höchsten Respekt: „Das ist die Mentalität der Truppe, immer nach vorne zu spielen und auch noch auf den nächsten Treffer zu gehen. Ich bin unfassbar stolz auf meine Truppe.“ Doch auch der Chamer Coach wurde nicht müde zu betonen, dass auch noch das Rückspiel ansteht und man noch 90 Minuten zu bestreiten hat, in denen alles passieren kann. Das Wunder von Vach beschwor auch Norbert Nein: „Es ist nichts unmöglich, es kann auch im Rückspiel so laufen wie heute für Cham.“ Wobei der Trainer sich maßlos darüber ärgerte, was seine Truppe in der zweiten Halbzeit abgeliefert hatte.
Fragezeichen hinter Plänitz
Denn dass man in Cham verlieren kann, ist für Nein noch zu akzeptieren, doch über das „Wie“ gelte es zu reden: „Wir haben uns komplett aufgegeben, so kannst du in der Relegation nicht auftreten, das müssen wir intern auf jeden Fall noch klären.“ Auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt, rang sich Nein dann doch zur Aussage durch: „Man kann dem ASV Cham nur viel Erfolg in der Bayernliga wünschen.“ Ob im Rückspiel am Samstag in Vach (Anstoß 17 Uhr) Michael Plänitz mitwirken kann, ist fraglich; er musste in der Halbzeit nach muskulären Problemen ausgewechselt werden.