Leserbrief: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Samstag 20.02.21 13:00 Uhr|Autor: Fred Tribbels3.981
Foto: Meiki Graff

Leserbrief: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ein Traditionsverein mit hoher Anerkennung im Deutschen Fußball kommt nicht zur Ruhe, er dümpelt im Niemandsland der Ligen herum, verfügt über eines der schönsten und bestens ausgestatteten Stadien Deutschlands.
Nach zwei Insolvenzen sind dem Verein immer noch zahlreiche Sponsoren im Rahmen ihrer Möglichkeiten treu geblieben. Das ist gut so und sollte mit  Dankbarkeit anerkannt werden. Aus dieser Liga wieder heraus zu kommen ist unsagbar schwieriger als ein Aufstieg in allen anderen Ligen des Verbandes. 


Ein Umstrukturierung scheitert zum einen an regionalen Pfründen, aber auch daran, dass in dieser Liga der Virus der Geldgier mangels Masse  nur eine untergeordnete Rolle spielt. Deshalb ist die Funktionärsclique im DFB nicht interessiert, obwohl zahlreiche Traditions-Vereine sich inzwischen dort wieder treffen.
Leider ist es weltweit so, dass in der "schönsten Nebensache der Welt", dem Sport - und hier insbesondere im Fußball - Geldsucht, Korruption, Machtgier, Scheinheiligkeit und Selbstgefälligkeit die Regentschaft längst übernommen hat. Der Kampf um Geld, Macht und Eitelkeiten tobt über Ländergrenzen hinaus. Der Fußball ist krank und das vor allem im wirtschaftlichen Sinne. Funktionäre und Strippenzieher weltweit streben nach maximalem Gewinn, sie haben jede Orientierung verloren. Unser Lieblingssport ist zu einem skrupellosen, nebulösen Gescharrere verkommen?!
 
Was hat das mit unserer Alemannia zu tun? Hier können Spieler keine Reichtümer anhäufen. Obwohl die Bedingungen im Stadion dank der Aachener-Stadion-Beteiligungsgesellschaft absolut profihaft sind, erfüllen die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Bildung des Mannschaftskaders gerade mal die der Grauzone zwischen Profi- und Amateurstatus. 
Hervorstechend unprofessionell ist in dieser Situation ist nun das Verhalten einiger  Funktionäre in Präsidium und Aufsichtsrat der Alemannia. Man hat zwar kein Geld, überlebt nur mit Hilfe des NRW-Corona-Geldes, und lässt zu, dass das wenige vom sportlichen Leiter nur so rausgefeuert wird! Der zusammengewürfelte Kader ist mit 30 Spielern einer der größten in den Vierten Ligen. Der erreichte Tabellenplatz hingegen ist in unmittelbarer Nähe zu den Abstiegsrängen.
In einer inzwischen verkorksten Saison ist das Verhalten der Sportlichen Leitung blamabel und passt zu den oben erwähnten Krankheitssymptomen unseres Fußballs. Welche ein Zufall, dass der Manager am Tag seines Abschieds aus Aachen schon den Vertrag des 1. FC Kaiserslautern aus der Tasche zieht. ...Scheinheiligkeit und Selbstgefälligkeit also auch in den unteren Etagen des Fußballs.
 
Eine Strategie der Vereinsführung ist nicht zu erkennen. Die Führung des Vereins - inzwischen zerstritten - hat das Ruder längst aus der Hand gegeben. Kritiker werden ins Abseits gestellt. Dem Präsidenten fällt nicht anderes ein als eine „Scouting-Abteilung" intern zu beauftragen, eine Longlist und eine Shortlist  aufzustellen... Das hat schon etwas von großem Fußball auf Niveau von Bayern München und Co.
 
Während der Verein sportlich wie wirtschaftlich dahin dümpelt, erfahren wir aus der Presse die Selbstinszenierung eines neuen Kronprinzen für den Stuhl des Präsidenten. Dies geschieht in zeitlicher Übereinstimmung mit der Veröffentlichung der Querelen zwischen Mannschaft und Trainer. 
Auch hier ein perfektes Timing in einem absurden Laien-Theater, nicht bundesligareif, von der Qualität jedoch adäquat zur 4. Liga!
 
Wann kehrt in unserem Verein endlich Ruhe ein? Wer kann die Gewähr dafür geben, dass Entscheidungen mit Vernunft und Augenmaß getroffen werden. Vielleicht besinnen wir uns endlich auf die Tugenden, die unseren Verein einmal zu einem über die Grenzen bekannten Traditionsverein gemacht haben. 
Schafft endlich Einigkeit in der Außendarstellung, sie ist dafür unabdingbar. 
Die notwendige Unterstützung der regionalen Wirtschaft, die der Verein so dringend benötigt, ist nur zu erreichen, wenn wieder  Vertrauen in die Führung unserer Alemannia gesetzt wird.
 
Der Neuanfang sollte jetzt beginnen!  

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Tabelle
1. Dortmund II 2446 57
2. RW Essen 2333 54
3. Fortuna Köln 2522 48
4. Pr. Münster (Ab) 2414 46
5. F. Düsseld. II 2522 42
6. RW Oberh. 279 40
7. Rödinghausen 265 39
8. 1. FC Köln II 257 38
9. Borussia MG II 246 38
10. Schalke 04 II 254 34
11. Alem. Aachen 241 34
12. Wiedenbrück (Auf) 260 34
13. SV Straelen (Auf) 26-8 34
14. Wegb.-Beeck (Auf) 25-15 25
15. Wuppert. SV 23-16 25
16. VfB Homberg 26-23 23
17. SV Lippstadt 24-15 22
18. Berg. Gl. 09 26-21 22
19. SF Lotte 25-27 20
20. Bonner SC 25-23 19
21. RW Ahlen (Auf) 26-21 16
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