FCU: Ultras sagen Sorry & verzichten auf Pyros!
Sonntag 02.02.14 19:52 Uhr|Autor: Berliner-KURIER.de / Mathias Bunkus2.421
Ein Plakat, das auf die Randale in Stockholm anspielt, hing am Sonnabend im Stadion an der Alten Försterei auf der Gegengeraden. Eine Aufforderung an alle, die Vorkommnisse ehrlich aufzuarbeiten. Foto: Hupe

FCU: Ultras sagen Sorry & verzichten auf Pyros!

Nach den Vorfällen in Schweden bittet das Wuhlesyndikat um Entschuldigung und kündigt vorerst den Verzicht auf jegliche Pyrotechnik an
Ein einsames Plakat hing am Sonnabend beim 1:0-Testspielsieg der Eisernen gegen Bielefeld im Stadion an der Alten Försterei. Gemalt von Ultrahand schmückte es den Zaun vor Block M. Es zeigt eine durchgekreuzte rot-weiße Sturmmaske und die eindeutige Aufforderung: Unioner, zeigt euer wahres Gesicht.


Ein Banner, das vielen Fans nach dem Skandal von Stockholm aus dem Herzen spricht. Der Platzsturm gepaart mit viel Rauch, Pyroraketen, Böllern und abendlichen Schlägereien rund ums Stadion sowie in der Innenstadt – angezettelt von einer Minderheit, die viele andere mitgerissen haben – steckt immer noch allen Unionern in den Knochen. Nicht umsonst hatte Präsident Dirk Zingler ja schon über das klubinterne Fernsehen AF.tv verkündet, dass die Verursacher für lange Zeit „kein Fußballspiel mehr besuchen“ werden.

Am 11. Februar steigt zum Thema Stockholm eine große Fanclub-Tagung in Köpenick. Doch das ist beileibe nicht das Einzige, was derzeit bei den Rot-Weißen auf den Weg gebracht wird.

Das Wuhlesyndikat, Unions führende Ultrabewegung, hat einen Brief an die Vereinsführung geschickt. Der KURIER kennt das Schreiben. Darin bekennen sich WS & Co. zu ihren Fehlern. Distanzieren sich von Krawallen. Und bitten Verein, Fans und Anhängerschaft um Entschuldigung! „Wir hatten vor, diesen Tag zu einem großartigen Erlebnis zu gestalten und haben bei der Vorbereitung und Durchführung leider versagt“, heißt es darin.

Der KURIER erfuhr, was wirklich in Stockholm passieren sollte, ehe die Ereignisse aus dem Ruder gelaufen sind. Schweden ist im Vergleich zu Deutschland viel toleranter, was bengalische Feuere in Stadien angeht. Der Block sollte leuchten, das stimmt. Zwei Mal. Einmal zu Beginn als Untermalung einer Choreographie. Und bei Wiederanpfiff nach der Pause. Mehr nicht!

Ein Platzsturm, Leuchtspurgeschosse auf dem Rasen, all die Böller und Knallkörper und Rauchtöpfe – das war nie angedacht gewesen. Auch nicht die Schlägereien. Aber Chaoten hatten die Situation ausgenutzt und missbraucht. Nicht wenige sehen in Crimark, einer vom Brandenburger Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Gruppe, einen Verursacher.

Crimark darf bei Union schon lange nicht mehr in Erscheinung treten. In Schweden aber waren sie am Start.

Nicht falsch verstehen. Die Ultras sprechen sich nicht frei von Schuld. Überhaupt nicht! „Wir übernehmen für dieses Versagen die volle Verantwortung“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Und dann kommt das – für eine Ultragruppierung – hammerharte Zugeständnis: „Als Konsequenz und auch als internes Ausrufezeichen haben wir uns entschieden, vorerst auf jeglichen Einsatz von Pyrotechnik zu verzichten, solange wir ein kontrolliertes Abbrennen und den Ausschluss von Böllern nicht garantieren können.“

Wenn das ein wirklich gelebter Konsens wird, dann haben Knallköppe und -körper demnächst bei den Eisernen nicht mehr viel zu lachen.

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