In Schlicht stellen alle persönliche Bedürfnisse zurück
Donnerstag 19.11.20 10:00 Uhr|Autor: Werner Schaupert2.023
Der Schlichter Spielertrainer Benny Scheidler (rechts, in grün) lobt im Interview den Zusammenhalt im Verein während schwieriger Coronazeiten. Foto: Josef Trummer

In Schlicht stellen alle persönliche Bedürfnisse zurück

FuPa möchte im Rahmen einer Befragung Einblicke geben, wie die Vereine das wegen Corona mehr als verrückte Fußballjahr 2020 erlebt und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben.
Nächste Runde unserer Interviewreihe über Erfahrungen und Erlebnisse während eines noch nie dagewesenen Fußballjahrs. Benny Scheidler, Spielertrainer des souveränen Tabellenführers und designierten Meisters der Kreisliga Süd 1. FC Schlicht, stand FuPa Rede und Antwort. Dabei berichtet der schon in höheren Klassen aktive 37jährige Coach nicht ohne Stolz von der Tatsache, dass im Vilsecker Ortsteil alle im Verein persönliche Bedürfnisse zurückstellen, um den 1. FC in finanziell schwierigen Zeiten zu unterstützen.


Benny, das Fußball-Jahr 2020 - ein Jahr, das man ohne Zweifel in die Kategorie „schnell vergessen“ einordnen kann. Wie sieht Dein ganz persönliches Resümee aus?

Benjamin Scheidler (37): Persönlich hat diese Ungewissheit an einem genagt, da man ja nicht wirklich wusste, ob und wie es weitergehen wird. Meiner Meinung nach hat der BFV in diesen schwierigen Zeiten einen herausragenden Job für unseren Amateursport geleistet. Zu versuchen, es irgendwie allen Recht zu machen, ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Ich bin der Meinung, dass wir sollten einfach positiv in die Zukunft blicken sollten, gewisse Regeln beachten und die Herausforderungen so annehmen, wie sie noch kommen werden. Denn noch einmal eine solche Saison könnte für den Amateursport fatale Folgen haben.


Auch wenn nur wenige Spieltage absolviert wurden, bist Du zufrieden mit der sportlichen Ausbeute heuer?

Wenn ich ehrlich bin, waren die letzten beiden Niederlagen schon sehr ärgerlich und sind meiner Meinung nach in die Kategorie „unnötig“ einzuordnen. Wenn ich aber die komplette Saison betrachte, hat meine Mannschaft bis hierhin schon Herausragendes geleistet und es gilt jetzt, einfach nur noch den letzten Schritt zu gehen. Da kann jeder einzelne schon auch ein Stück weit stolz darauf sein.


Wie war die Reaktion Deiner Mannschaft auf die hohen Fallzahlen in unserer Region? Gab es Spieler, die keinesfalls trainieren oder spielen wollten, oder andere, die unter Einhaltung der Hygienebestimmungen dennoch „ganz normal“ weiter machen wollten?

Wir haben uns, ehrlich gesagt, von den Fallzahlen überhaupt nicht verrückt machen lassen und es gab auch keine Spieler, die unter diesen Voraussetzungen nicht spielen oder trainieren wollten. Man muss natürlich auch dazu sagen, dass unser Verein ein Hygienekonzept erstellt hat, das bis ins kleinste Detail perfekt umgesetzt wurde. Die Gesundheit der Spieler und auch der Verantwortlichen hat da natürlich oberste Priorität.


Gibt es schon Planungen, wie es nach einer hoffentlich erfolgenden Freigabe desTrainingsbetriebes ab Dezember weiter gehen wird bei Euch?

Im Moment bleibt uns nichts anderes übrig, als abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt. Geplant ist ab Mitte/Ende Februar wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen, sofern es natürlich möglich ist.


Wie haltet ihr euch während der Winterpause fit?

Ich werde mit Sicherheit keine „Hausaufgaben“ an meine Spieler verteilen, denn jeder unserer Spieler ist vernünftig und weiß, dass individuelles Lauf- und Krafttraining nötig ist, um eine gewisse Grundfitness zu halten. Da kann ich mich zu 100 Prozent auf die Mannschaft verlassen.


Wie haltet ihr überhaupt Kontakt in Zeiten von Corona?

Ich denke, wie bei fast allen Mannschaften, hauptsächlich über WhatsApp beziehungsweise Anrufe. Viele haben ja mittlerweile schon vergessen, dass man mit seinem Handy auch telefonieren kann.


Wie bewertest Du die Entscheidung des BFV, als einziger Landesverband in Deutschland die Saison nicht abzubrechen?

Erstmal fand ich richtig gut vom BFV, die Meinungen der Vereine einzuholen, um herauszufinden in welche Richtung es gehen soll. Im Endeffekt wirst du es nie allen Recht machen können. Die Entscheidung die Saison fortzusetzen, sollte eigentlich im Sinne aller sein, um das Ganze auf sportlichem Weg zu entscheiden. Dadurch kann auch kein Verein vom eventuellen Abbruch profitieren beziehungsweise sich benachteiligt fühlen.


Eine Möglichkeit, dem pandemie- oder wetterbedingten Terminstress mit womöglich vielen Nachholspielen zu entgehen, wäre der Wegfall des Ligapokals. Wie stehst Du dazu? Seid Ihr noch dabei oder habt Ihr Euch schon abgemeldet?

Eigentlich fand ich den Ligapokal als eine gute Sache, da für viele Vereine noch ein weiteres Hintertürchen aufging. Inzwischen, geschuldet auch der aktuellen Lage, wäre es sinnvoll, vom Ligapokal Abstand zu nehmen und sich ausschließlich auf die noch restlichen Ligaspiele zu konzentrieren. Ob wir noch daran teilnehmen werden, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.


Habt Ihr Sorgen, dass einige Spieler im neuen Jahr überhaupt keine Lust mehr auf Fußball haben? Oder haben sich gar schon welche verabschiedet?

Da wir eine sehr erfahrene Mannschaft haben, ist diese Frage für einige unserer Spieler durchaus berechtigt. Dennoch glaube ich nicht, dass jemand aufgrund der Pandemie ans Aufhören denkt. Wir sind ja alle Vollblutfußballer und jeder will so schnell wie möglich wieder zurück auf den Rasen.


Hat Corona negative Auswirkungen im finanziellen Bereich bei Deinem Verein erzeugt? Wenn ja, könnt ihr die Ausfälle überhaupt kompensieren?

Wie es finanziell im Verein aussieht, dazu kann ich wenig sagen. Was ich aber bestätigen kann, ist, dass alle im Verein, wie Verantwortliche, die Trainer und auch die Spieler, ihre persönlichen Bedürfnisse in den Hintergrund gestellt haben und den Verein in dieser schwierigen Zeit hundertprozentig unterstützen. Das zeugt von großer Charakterstärke jedes einzelnen. Das muss ich jedem hier hoch anrechnen.


Wie gehst Du ganz persönlich mit der Pandemie um?

Wenn ich ehrlich bin, ist es nicht immer ganz einfach. Man muss sich halt an gewisse Regeln halten und hoffen, dass irgendwann wieder Normalität in unser Leben einkehrt. Es ist auf jeden Fall eine große Herausforderung für uns alle und wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, werden wir hoffentlich die Pandemie in naher Zukunft in den Griff bekommen und wieder das gewohnte Leben führen können.

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Tabelle
1. FC Schlicht 2127 50
2. SV Auerbach 1919 35
3. Utzenhofen 2012 34
4. Königstein 2016 33
5. 1. FC Rieden 219 33
6. Inter Amberg (Ab) 21-6 32
7. TUS Rosenb. 2012 29
8. Neukirchen (Auf) 200 27
9. SG Ursulapoppen... (Auf) 21-10 27
10. Schmidmühlen 205 26
11. Haselmühl 21-13 25
12. Paulsdorf (Ab) 204 25
13. Freudenberg 21-13 25
14. SV Sorghof (Ab) 21-62 5
Wertung gemäß Direkter Vergleich
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