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Montag 11.09.17 17:00 Uhr|Autor: Thomas Mühlbauer574
Für einen Derby-Dreier gegen die „Osserbuam“ nahmen die Regentaler die eine oder ander Blessur in Kauf.

Miltach: Diesmal so richtig Dampf in den Kessel gebracht

FC Miltach trifft gegen SpVgg Lam zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt, den Rest erledigen Nemmer und Fortuna.

Fast 400 Leute bei einem Punktspiel im FC-Stadion, das gab es schon lange nicht mehr. Und die Nicht-Lamer wurden nicht enttäuscht, denn ausgerechnet gegen den Mitfavoriten auf Meisterschaft und Landesliga-Aufstieg feierte Neuling FC Miltach seinen ersten Heimsieg beim 2:0 (1:0). Der zweite „Dreier“ am Stück gegen ein Top-Team der Bezirksliga Süd, die Weinroten scheinen sich akklimatisiert zu haben. „Lam war bislang die spielerisch stärkste Mannschaft gegen die wir gespielt haben, wir haben aber gut verteidigt, hatten auch das notwendige Glück“, durfte sich Miltachs Coach Michael Kufner in seiner Arbeit bestätigt fühlen.



Beide Seiten gingen gleich in die Vollen. Die ersten zwei Lamer Chancen versiebten Artmann (4.) und Seiderer (7.), zwei Minuten später war Miltach dran. Kufner und Bretzl scheiterten an Lams Keeper Bergmann, den ehemaligen Miltacher Tormann zu Landesliga-Zeiten. Die Schau stahl dem Lamer Oldie allerdings der 19-jährige Lucas Nemmer im Miltach Tor. In seinem ersten Jahr bei den Herren entwickelt sich der Sohn von Georg Nemmer immer mehr zum Rückhalt. Mit einem schier sensationellen Reflex verhinderte der Youngster gegen den frei vor ihm auftauchenden Mühlbauer den scheinbar sicheren Rückstand. Trainer Kufner attestierte seinem Keeper eine grandiose Leistung, vor allem im zweiten Abschnitt bei den zahlreichen Standardsituationen. Fast mit dem Pausenpfiff dann die psychologisch so wichtige Führung für Miltach. Artmann verlor im Mittelfeld den Ball, Kufners Querpass erreichte Bretzl, der das Leder stoppte und eiskalt verwandelte. Trainer Kufner: „Zu einem besseren Zeitpunkt kannst du keine Führung erzielen.“

Im zweiten Abschnitt war Miltach klar, dass eine Abwehrschlacht bevorstehen würde. Von Minute zu Minute nahm der Lamer Druck zu, die Gastgeber kamen kaum mehr aus der eigenen Hälfte heraus. „Ich habe ehrlich gesagt nicht daran geglaubt, dass wir den Vorsprung über die Zeit bringen“, hatte Kufner hernach im Gegensatz zu den ambitionierten Lamern gut Lachen. Fast im Minutentakt segelte eine Flanke nach der anderen in den Miltacher Strafraum. Doch entweder klärte Nemmer oder ein Abwehrspieler war gerade noch zur Stelle.

Von „Riesenglück“ sprach Kufner nach dem Abpfiff, als in der 60. Minute Reisinger im Strafraum seinen Gegenspieler zu Boden gerissen hatte, doch der Elfmeterpfiff ausblieb. „Da gibt es eigentlich keine zwei Meinungen, das war ein klarer Elfmeter für Lam“, so Kufner. Auch in der Schlussphase hielt Miltach dem Druck stand, nicht zuletzt wegen der überragenden Vorstellung von Lucas Nemmer im Kasten. In der 85. Minute dann die endgültige Entscheidung. Bretzl setzte am Lamer Strafraum Hartmann derart unter Druck, dass dessen Rückpass auf Keeper Bergmann misslang und Bretzl lachender Dritter war.

„Es war super, vor so einer tollen Kulisse zu spielen, unsere Zuschauer haben auch richtig Dampf in den Kessel gebracht, wir haben unser Spiel durchgezogen, denn wir können nur über den Kampf gewinnen und nur dann, wenn wir alles abrufen“, konnte Miltachs Übungsleiter sein Glück kaum fassen. Wenngleich Miltach mit Ex-Landesligaspielern wie Stocker und Dendorfer nicht unbedarft ist, sonst stünden noch keine zwölf Punkte zu Buche. Bei sechs Punkten in Folge könnte das Miltacher Konzept zum Überleben sogar aufgehen. (rtn)

 
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