Sternstunde für den späteren Aufstieg
Dienstag 24.03.20 08:06 Uhr|Autor: Christian Meyer2.374
Marwin Potyka bejubelt seinen Treffer zum 2:0 gegen Dynamo Dresden. Foto: Archiv

Sternstunde für den späteren Aufstieg

A-Junioren des 1. FC Magdeburg besiegten im Mai 2010 Dynamo Dresden mit 2:0
Die A-Junioren des 1. FC Magdeburg sind im Jahr 2010 eine eingeschworene Truppe. Über Jahre spielen Balzer, Potyka, Buskowiak und Girth schon zusammen, nun wollen sie unter Trainer Martin Hoffmann den Aufstieg in die Bundesliga schaffen. Am 12. Mai bietet sich ihnen ihre große und letzte Chance. Für den Sprung auf Relegationsplatz zwei brauchen sie kurz vor Saisonschluss einen Sieg gegen Dynamo Dresden.


„Wir mussten gewinnen. Dynamo lag drei Punkte vor uns, aber wir hatten das weitaus bessere Torverhältnis“, erinnert sich der heutige Barleber Marwin Potyka an die damalige Situation.

An der Tabellenspitze der NOFV-Regionalliga zog Hertha Zehlendorf seine Kreise, doch dahinter entbrannte der Zweikampf der Elb-Rivalen aus Magdeburg und Dresden. „Spiele gegen Dynamo und den HFC waren damals schon besondere Duelle“, erklärt Potyka. So verwundert es wenig, dass am 12. Mai, einem Mittwoch, offiziell 200, inoffiziell wohl knapp 400 Zuschauer das Schlüsselspiel um Rang zwei verfolgen.

Kalkutschke und Girth verletzt

Während Potyka ebenso wie sein ehemaliger Barleber Teamkollege Robert Löw von Beginn an spielen, muss ein anderer jetziger FSV-Kicker die Partie von der Bank aus verfolgen. „Ich bin zuvor umgeknickt, habe in den Tagen davor aber alles versucht, um doch noch zu spielen. Der Trainer hat mich aber auf die Bank gesetzt, was ich damals nicht verstanden habe, nun aber komplett nachvollziehen kann“, blickt Christopher Kalkutschke zurück. Neben dem Rechtsaußen fehlte auch Torjäger Benjamin Girth, der heutige Stürmer vom VfL Osnabrück erlitt einen Mittelfußbruch.

Doch Martin Hoffmann zog alle Register, analysierte den Gegner sogar per Video. „So etwas hatte ich zuvor nicht gesehen“, gab Potyka zu. Zwischen beiden Teams entwickelte sich ein gutklassiges Duell mit Chancen auf beiden Seiten, torlos wurden die Seiten gewechselt. „Zehn Minuten nach Wiederanpfiff haben wir die Partie dann per Doppelschlag entschieden“, erinnert sich Potyka gerne. Fabian Falkenberg (55.) traf per Fernschuss, dann legte Potyka (57.) persönlich nach. Es folgte der Jubel auf Knien (siehe Foto). Die Magdeburger brachten den Sieg sicher über die Zeit und gaben Tabellenplatz zwei nicht mehr her. Die letzten vier Saisonspiele wurden allesamt klar gewonnen (Torverhältnis von 18:2). In der Relegation hieß der Gegner Eintracht Braunschweig. Das Hinspiel war eine klare Sache für die Domstädter, mit einem 4:1 im Rücken reisten die Magdeburger nach einem gemeinsamen Frühstück per FCM-Mannschaftsbus nach Braunschweig. „Knapp 100 Fans von uns waren schon da, als wir ankamen. Es war eine besondere Zeit, das kann man mit dem heutigen Jugendfußball nicht mehr vergleichen“, schwärmt Potyka von der Atmosphäre rund um den Sportplatz in Ölper. Die Schützlinge von Martin Hoffmann vollendeten ihr Vorhaben märchenhaft. Nach 0:1-Rückstand erzielte ausgerechnet der gerade erst genesene Benjamin Girth den Treffer zum 1:1-Endstand. Der Rest war Freude pur, inklusive Platzsturm.

Danach bewies die Mannschaft, dass sie nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz eine Einheit war. „Nach den ersten Feierlichkeiten vor Ort sind wir ins Magdeburger Stadion gefahren, wo das Public Viewing von Deutschland gegen England lief, und haben in der VIP-Loge das Spiel verfolgt“, erinnert sich Potyka. Am Hasselbachplatz klang die feuchtfröhliche Party dann aus. „Wir waren danach die ganze Woche abends unterwegs. Und nicht nur sieben oder acht Leute, sondern fast alle.“ Noch heute trifft sich ein Großteil des 92er-Jahrgangs regelmäßig. Das Spiel gegen Dynamo Dresden sowie der spätere Aufstieg sind wahre Dauerbrenner unter den Gesprächsthemen.

FCM gegen Dresden: Flückiger - Schönberg (86. Freisleben), Schock, Buskowiak, Gallien (87. Purrucker), Pirsch, Kinsky (46. Falkenberg), Gennermann, Potyka (80. Karaszewski), Löw, Ujazdowski.


Tabelle
1. SV Werder Breme... 2051 50
2. Hertha BSC 1930 44
3. Wolfsburg 2031 46
4. 1. FC Union 1831 40
5. Hannover 96 1914 33
6. RB Leipzig 2022 34
7. Hamburger SV 1921 30
8. SG Dynamo 20-2 26
9. FC St. Pauli 20-8 22
10. Holstein Kiel U... 20-24 22
11. Magdeburg 20-22 16
12. FC Energie 20-35 16
13. Niend. TSV 19-49 7
14. CFC 20-60 7
Wertung gemäß Quotientenregel: Erreichte Punkte dividiert durch absolvierte Spiele
Saisonabbruch gm. Quotientenregelung. Keine Absteiger. Ein Deutscher Meister wird nicht ermittelt.
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