
Rather SV – SC Renania Hochdahl 2:6 (2:3). Der SC Rhenania Hochdahl ist, nach dem Abstieg im Mai 1995, wieder zurück – zurück in der Fußball-Bezirksliga. Mit dem unangefochtenen, von Spielern und vielen mitgereisten Fans gleichermaßen mit Begeisterung, aber auch einer Portion Erleichterung aufgenommenen 6:2 (3:2)-Erfolg beim Tabellenvorletzten Rather SV machte das Team von Trainer Peter Burek den (Wieder-) Aufstieg perfekt.
„Ein auch in dieser Höhe verdienter Sieg. Unsere Mannschaft lieferte eine richtig gute Leistung ab, ließ sich auch durch die beiden Anschlusstreffer nicht von ihrer Linie abbringen“, lobte Peter Mollenhauer, der in seiner aktiven Zeit selbst einmal drei Jahre für den RSV spielte, den souveränen Auftritt. Der Sportdirektor des SCR ergänzte: „Es sind ja viele Fans aus Hochdahl mitgekommen. Diese Unterstützung hat unsere Jungs sichtlich beflügelt. Sie haben sich heute verdientermaßen belohnt für die harte Arbeit in den vergangenen Monaten. Und dass der Aufstieg ausgerechnet im Jubiläumsjahr ‚100 Jahre SC Rhenania Hochdahl‘ geschafft wird, passt natürlich erst recht ins Bild.“ Gebührend gefeiert wird der Aufstieg dann am kommenden Sonntag nach dem Heimspiel gegen den Nachbarn SC Unterbach.
Im Rather Waldstadion machte die Burek-Elf von Beginn an deutlich, wer hier der designierte Aufsteiger ist. Mehr als ihre körperbetonte und phasenweise recht aggressive Spielweise, hatten die Einheimischen, zumindest so lange die Kräfte reichten, nicht entgegen zu setzen. „Wir sind den Gegner schon früh angelaufen. Haben so versucht, das Heft in die Hand zu nehmen. Die schnelle Führung gab unserer Mannschaft zusätzlich Sicherheit. Selbst die beiden vermeidbaren Gegentore brachten uns nicht in Verlegenheit. Die Jungs haben sich so viel Cleverness und Selbstvertrauen erarbeitet, um auch solche engen Spielsituationen zu meistern“, fasste Peter Burek zusammen. Der SCR-Coach bescheinigte seinen Schützlingen einen starken, seriösen Auftritt: „Nicht nur heute, wir haben insgesamt eine tolle Saison gespielt und heute den Lohn eingefahren.“
Hätte es, wie im professionellen Fußball, eine Auszeichnung „man of the match“ gegeben, die wäre fraglos an Jaro Vogtmüller gegangen. Der offensive Mittelfeldmann brachte die Gäste auf Zuspiel von Ardian Duraku in Führung (7.) und leistete acht Minuten darauf gemeinsam mit Duraku die Vorarbeit zum 2:0 durch Tobias Schössler. Später (34.) stellte Zakari Kassar mit einem direkt verwandelten Freistoß auf 3:1. Die Gegentore von Dongho Lee (26.) und Dennis Reinert (35.) brachten den Klassenprimus nicht aus dem Konzept. Vielmehr zog ein Doppelschlag durch Schössler (56.) und Abdelilah Zarok (59.) Rath endgültig den Stecker. Beide Treffer initiiert durch Jaro Vogtmüller, der mit seinem 18. Saisontor (64.) endgültig den Deckel drauf machte.
Schon bevor das halbe Dutzend voll war, sahen die Fans ein Rhenania-Team, das so richtig Freude am Fußball hatte, Ball und Gegner laufen ließ. „Wir haben das fußballerisch gut gelöst. Es hat Spaß gemacht, den Jungs zuzuschauen. Selbst wenn wir das ein oder andere Tor noch hätten mehr machen können, war das schon einmal Werbung in eigener Sache für die kommende Bezirksligasaison“, schmunzelte Burek. Dass, trotz weiterer klarer Chancen, nicht mehr fürs Torverhältnis (91:35) getan wurde, interessierte nach dem Abpfiff ohnehin nur am Rande.
Viel wichtiger sind die Punkte. Und von denen hat die Rhenania (68) jetzt nach wie vor vier mehr auf dem Konto als der ebenfalls aufstiegsberechtigte Zweite SV Hösel, der am Sonntag das Verfolgerduell beim SV Wersten 04 durch zwei Tore in der Nachspielzeit mit 3:1 für sich entschied. Von daher: Aufgestiegen ja, aber zum Titel „Kreisliga A-Meister“ muss die Mannschaft um Kapitän Ali Kassar gegen Unterbach noch den nächsten Schritt machen.
SC Rhenania Hochdahl: Mazikowski – Nyamtiro, Taghu Tamo, Mislovic, A. Kassar, Vogtmüller (81. A. Zabeli), Duraku (75. Gatzen), Z. Kassar (67. Gaida), Zarok (62. Malek), K. Kassar, Schössler (57. Gülmez).