
Denn wenn nicht gerade eine türkische Mannschaft zu Gast ist, sind viele Fußballfreunde aus der Region bedingungslose Borussen-Fans. Die zehn Prozent der Tickets, die normalerweise an das Gastteam gehen, reichen in diesem Fall bei weitem nicht aus, um die vielen Anfragen zu bedienen.
Alleine in Mönchengladbach selbst gibt es mit Union Ay Yildiz, Türkiyemspor und Turanspor Rheydt eine Reihe von Vereinen, deren Fußballer sich sicherlich am Abend in den vielen Cafés und Kneipen versammeln werden, sofern sie nicht doch eines der wenigen Tickets haben ergattern können. In den einschlägigen Internet-Auktionshäusern wurden bereits Preise von mehr als 100 Euro für die Eintrittskarten erzielt. Ein wenig leichter haben es da die Anhänger und Spieler von Welate Roj, die als kurdische Fußballer wohl eher zu den Borussen halten dürften.
Als türkischstämmiger Deutscher ist auch Süleyman Baybuga in der Mönchengladbacher Fußballszene fest verankert. Vor Jahren war er Trainer einer starken Mannschaft beim SV Union Ay Yildiz, die teilweise in der Kreisliga A weit oben mitspielte und es zweimal ins Finale der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft brachte. Dort reichte es zwar nicht zum Titel, aber die Stimmung in der Jahnhalle war stets famos und wurde durch technische Kabinettsstückchen weiter angeheizt. Wer das erlebt hat, kann sich ungefähr vorstellen, wie viel Lärm auch eine vergleichsweise kleine Gruppe türkischer Fans in einem Fußballstadion veranstalten kann.
Baybuga ist inzwischen Vorsitzender beim traditionsreichen Rheydter Spielverein und als Team-Manager der Zweitvertretung hat er noch immer Spieler in seinem Team, die schon bei Ay Yildiz unter ihm spielten. Vor dem großen Duell zwischen Borussia und „Fener“ war er beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 zu Gast, um über die Stimmung innerhalb der türkischen Fußball-Gemeinde vor dem großen Feiertag heute zu berichten. Hier können Sie sich den Radio-Bericht anhören, den Philipp Braun mit Baybuga auf die Beine gestellt hat: