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Interview

Zierenbergs Sebastian Schäfer im Gespräch

von gelöscht gelöscht · 11.10.2012, 15:44 Uhr · 0 Leser
Zierenbergs Torhüter Sebastian Schäfer verletzte sich im Spiel gegen Calden/M. II schwer (Foto Caro Woito)
Zierenbergs Torhüter Sebastian Schäfer verletzte sich im Spiel gegen Calden/M. II schwer (Foto Caro Woito)

Persönliche Daten:

Rückennummer: 1
Position: Torwart
Nation: Deutschland
Alter: 29
Im Verein seit: 1988
Verheiratet/Vergeben: ledig, Vater eines Sohnes (1/2 Jahr)
Sportliches Vorbild: Marc Wilmots, Oliver Kahn – beide stehen für Ehrgeiz und großen Einsatz, um ein Ziel zu erreichen
Lieblingsverein: TSV Zierenberg, FC Schalke 04
Sportliches Ziel: Gesund bleiben!
Größter Erfolg: über lange Jahre Spieler der ersten Mannschaft zu sein; Anerkennung und Akzeptanz von Mitspielern und Umfeld
In Zehn Jahren bin Ich... mitten im Berufsleben und blicke auf eine ereignisreiche Vergangenheit zurück und in eine interessante Zukunft
Mit Einer Million Euro würde ich... utopisch, verschwende ich gar keine Gedanken dran

FuPa: Sebastian, Du hast Dir zu Beginn der neuen Saison in einem Spiel siebenmal den Oberarm gebrochen. Wie geht es Dir momentan und was macht der Heilungsverlauf?
Sebastian: Ja, das stimmt. Siebenmal hört sich viel an, aber es handelt sich dabei um einen Trümmerbruch. Ganz viele Teile auf wenig Länge des Knochens.
Soweit geht es mir gut, doch der Arm behindert mich noch sehr stark im Alltag.
Zwar muss ich keinen Gips o. Ä. tragen, doch der Bewegungsradius von Ellbogen und Schulter ist stark eingeschränkt.
Selbstverständliche Dinge wie Autofahren sind zur Zeit noch nicht möglich. Doch mit Hilfe meines Physiotherapeuten Markus Bantel sind schon einige Fortschritte erzielt worden. Bis zur vollständigen Genesung kann durchaus ein ½ bis ¾ Jahr vergehen.

FuPa: Du bist auch Co Trainer des TSV Zierenberg, wie siehst Du aktuell die Lage des TSV und wie stellst Du Dir die Zukunft in Zierenberg vor?
Sebastian: In die Position des Co-Trainers bin ich quasi reingerutscht. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Trainer Falko Möller und als dienstältester Spieler der Mannschaft stehe ich ihm mit Rat und Tat zur Seite. Die zweite Mannschaft habe ich schon vergangene Saison mehrmals betreut.
Daher war es nur Formsache den Trainer zu unterstützen. In der näheren Zukunft werde ich die zweite Mannschaft betreuen. An eine Rückkehr ins Fußballtor ist derzeit nicht zu denken.
Die aktuelle Situation gestaltet sich Woche für Woche komplett neu.
Durch einen kleinen Kader sind Verletzungen der Stammspieler nur schwer zu kompensieren.
Und Verletzungen hatten wir leider schon viele.
Wenn nahezu alle Spieler an Bord sind, können wir im Mittelfeld der Liga gut mithalten.
Fehlt ein Teil, kann es auch mal ein Debakel geben – so wie beim 0:10 in Altenlotheim.
Aber dieser Brisanz sind sich alle im Umfeld der Mannschaft bewusst und stecken auch nach Rückschlägen nicht auf.

FuPa: Sebastian, wie bist Du im Tor gelandet, bzw. auf welcher Position hast Du deine Karriere begonnen?
Sebastian: Dass ich im Tor die meisten Spiele absolviert habe, ist einem Zufall zu verdanken. Begonnen habe ich meine „Karriere“ als durchaus erfolgreicher und treffsicherer Stürmer. Als sich dann unser Torwart verletzte und kein Ersatz zu finden war, wechselte ich die Position. Binnen kürzester Zeit führte der Weg über die Kreisauswahl bis zur damaligen Bezirksauswahl. Ein Weg zurück war nicht mehr denkbar. Das war im älteren Jahrgang der D-Jugend.

FuPa: Wie haben sich die Torhüter bzw. auch das Torwarttraining im Laufe der Jahre geändert?
Sebastian: Torhüter sollten im heutigen Torwartspiel gute Fußballer sein.
Da oft mit einer Viererkette schon im Jugendbereich gespielt wird, ist ein „Mitspielen“ zwangsläufig notwendig.
Oft ist ein abgewehrter Ball schon der Spielaufbau der eigenen Mannschaft. Vorteilhaft, wenn man diese Bälle dann an den Mitspieler bringt.

FuPa: Ab welchem Alter sollte ein eigenständiges Torwarttraining angesetzt werden?
Sebastian: Genaue Erfahrungen kann ich hier nicht vorweisen. Ich denke, dass man im Kindesalter noch sehr viel mit spielerischen Übungen machen kann, da die Positionen der einzelnen Spieler noch nicht einzementiert sind. Aber, je früher sich ein Spieler für das Torwartspiel interessiert, desto früher sollte man ihn auch mit gezielten Übungen fördern. Je mehr Grundlagen geschaffen sind, desto einfacher haben es Torhüter im Verlauf ihrer Karriere sich weiterzuentwickeln.

FuPa: Es heißt immer, Torhüter sind keine normalen Fußballspieler, ticken anders, bestätigst Du das? Wenn ja, warum?
Sebastian: Ich habe durchaus schon oft zu hören bekommen, dass bei mir ein Nagel im Kopf stecken würde und dieser auch noch rostig sei.
Dass dies so ist, kann ich natürlich nicht bestätigen. Aber Fakt ist auch, dass sich beim Torhüter die ganze Konzentration und der Ehrgeiz nur auf wenige Situationen in einem Spiel konzentrieren.
Da kann es schon einmal zu einem überschwenglichen Jubel bei einem spektakulär gehaltenem Ball kommen. Ebenso zu Frust über Fehler der Vorderleute oder gar eigene Patzer.
Aber ich denke, abseits des Platzes sind dann alle Fußballer wieder sehr ähnlich.

FuPa: Hast Du als Torhüter lieber viel Beschäftigung, damit es nicht langweilig wird?
Sebastian: Grundsätzlich ist mir das egal, hauptsache das Ergebnis stimmt am Ende.
Als Torhüter sollte man die Konzentration immer hoch halten, egal ob viel los ist oder wenig, damit eben keine Langeweile entsteht.
Vorteilhaft ist es immer, wenn zuerst ein paar einfachere Bälle zu Halten sind, da man sich dadurch viel Sicherheit und Selbstvertrauen holen kann.

FuPa: Was macht ein Torhüter, um das gesamte Spiel aufmerksam zu bleiben, wenn nicht viel auf die Hütte kommt?
Sebastian: Ich habe es mir immer zur Aufgabe gemacht, das komplette Spiel zu verfolgen und dabei sehr viel mit meinen Vorderleuten zu sprechen.
Dabei kann man das Stellungsspiel der Mitspieler korrigieren und man nimmt selbst am Spiel teil, da man automatisch viel in Bewegung ist, seine Position stets dem Spielgeschehen anpasst.

FuPa: Hast Du ein Lebensmotto? Wenn ja, wie lautet dieses?
Sebastian: Niemals aufgeben! Es geht immer weiter!

FuPa: Dein Herz schlägt für den TSV Zierenberg, aber gibt es noch andere Lieblingsvereine?
Sebastian: In der Bundesliga schlägt mein Herz königsblau, ich bin Fan des FC Schalke 04.
Ansonsten ist für Vereine wenig Platz, da steht das Privatleben im Vordergrund.

Sebastian, wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg bei der Verwirklichung deiner Ziele im privaten Bereich als auch beim TSV Zierenberg!
Viel Erfolg in der Liga und eine schnelle Genesung Deiner schweren Verletzung!