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Freitag 21.06.13 10:59 Uhr|Autor: Kevin Gudd1.622
Der Hauptplatz der Sportinsel könnte die zukünftige Heimspielstätte der Jahn-Fußballer sein. F: Pfrogner

Wohin zieht der Jahn: Norden oder Sportinsel?

Pokerspiel mit Investor und Stadt um Geländeverkauf und Umsiedlung - Mehrere Sportvereine betroffen
Während die SpVgg Jahn derzeit geringe kosmetische Veränderungen an ihrem Hauptplatz vornimmt, hadert der TKV Forchheim mit der Stadt, die dem Verein keine langfristige Zusage für eine künftige Heimspielstätte geben will. Zwei Aspekte, die zu einem Pokerspiel gehören, an dessen Ende die für Forchheim weitreichendste sportpolitische Entscheidung der nächsten Jahrzehnte stehen könnte.

Zum Trainingsauftakt durften die Jahn-Kicker nochmal den A-Platz–Rasen betreten. Nun braucht das besonders in den Wintermonaten arg in Mitleidenschaft gezogene Grün eine Pause. Gesandet wurde der Untergrund bereits, in den kommenden Wochen soll der neu verpflanzte Grassamen in Ruhe wachsen. Es ist eine kosmetische Standardmaßnahme, die den Bestand für etwa ein Jahr sichert. Mehr aber auch nicht. Der Hauptplatz, ein Kleinfeld und ein Trainingsplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite reichen seit der Schließung des Kunstrasenplatzes an der Jahnstraße nicht mehr aus, um den regen Fußballbetrieb des im mittleren sechsstelligen Bereich verschuldeten Vereins effektiv abzuwickeln. „So können wir nur unter großen Anstrengungen weitermachen“, sagt Vorstandsmitglied Christian Springer. Auch die Heimstätte der Tennisabteilung ist nicht mehr taufrisch, dazu wünscht sich der Spielmannszug mehr Raum für seine Instrumente. Ein Umzug drängt sich auf.

Doch der ist nur zu finanzieren, wenn der Klub sein Portemonnaie durch den Verkauf des bestehenden Geländes mit der Kulturhalle auffüllt, von dem unmittelbar auch der benachbarte ATSV betroffen wäre. Seit der Kündigung des Kulturhallenvertrages durch die Stadt zum Dezember 2011 ist der Handlungsdruck gestiegen. Gespräche mit einem Investor bestätigte der SpVgg-Vorsitzende Gunter Bierfelder bereits bei der Hauptjahresversammlung im März. Heute sagt er: „Es gibt immer noch nichts spruchreifes. Es kann einen Durchbruch bei Gesprächen in zwei Wochen, aber auch erst in einem halben Jahr geben.“ Zwischen Stammtischen, Vereinsheimen und Rathaus kursieren derweil „mehrere Denkmodelle, die aber alle irgendwo anecken“, wie der stellvertretende Abteilungsleiter Jahn-Tennis und Stadtrat Ulrich Schürr (Junge Bürger Forchheim) verrät. Angedacht war beispielsweise einmal der kurze Umzug über die Straße. Zwischen Soccerhalle und Tennisgelände hat der Jahn schon einen Trainingsplatz und könnte auf der freien Wiese Fußballer und die Tennisabteilung unter einem Dach vereinen. Zum Problem dürften ein benachbarter Industriebetrieb und ein geplantes Seniorenheim werden. Bleiben also nur noch zwei Optionen.

Nur zwei Möglichkeiten

Die eine Fläche in der erforderlichen Größenordnung bietet das VfB-Gelände im Stadtnorden. Mit dem Zukauf von Grundstücksteilen könnte ein neues Sportzentrum entstehen. Ohnehin kann der eigentliche Hausherr VfB auch nach einem Jahr Pause keine Fußballabteilung in den Spielbetrieb zurückschicken, hatte in der Saison 2012/2013 den Türkischen Kulturverein zur Untermiete. Der TKV darf nun — weil sich die Verhandlungen zwischen Jahn, seinem Investor und der Stadt hinziehen — ein weiteres Jahr bleiben, fordert aber ein längerfristiges Bekenntnis. „Es gab Gespräche über eine gemeinsame Jugendarbeit mit dem VfB. Da sind wir sehr interessiert“, sagt der TKV-Vorsitzende Arif Tosun. Seit März warte er jedoch auf einen Telefonanruf von VfB-Boss und OB Franz Stumpf. „Herr Stumpf hat angedeutet, dass er doch lieber den Jahn im Norden angesiedelt haben möchte. Dass dieser große Verein vorgeht, kann ich akzeptieren. Nur wo sollen wir dann hin?“, fragt Tosun. Zwei Jahre vor dem 40. Vereinsjubiläum wünscht er sich endlich einen Heimathafen für die rund 160 Mitglieder, die über ihre Vereinsräume in der Kasernstraße ohne eigenes Sportgelände unglücklich sind.

Die vormalige Heimspielstätte ist momentan keine Option für den TKV. Denn die städtische Sportinsel ist als zweite, wenn auch verkehrstechnisch sehr ungünstig zwischen Kanal und Burker Wohngebiet gelegene, Fläche im Lostopf für eine Jahn-Umsiedlung. Dem Vernehmen nach könnten sich vor allem die Alteingesessenen Jahnler eher mit dieser Lösung anfreunden, als in den Stadtnorden zu ziehen. „Wir nehmen im Verein alle mit bei der Entscheidungsfindung, wenn sie denn ansteht. Ich bin optimistisch, dass es mit einer einvernehmlichen Einigung auf einen Standort klappt“, betont Bierfelder.

Solange der Jahn-Hauptplatz saniert wird, absolvieren die Kicker auf der Sportinsel neben den dort heimischen Leichtathleten der LG ihre Vorbereitung. Möglicherweise ein erster Testlauf. „Mir sind keine Klagen bekannt, dass es bei den Trainingszeiten Abstimmungsprobleme gibt. Die Fußballer fühlen sich wohl“, sagt Bierfelder. Dem TKV-Vorsitzenden Tosun indes dauert das Pokerspiel eindeutig zu lange: „Die Sportvereine sollen zum gesellschaftlichen Leben der Stadt beitragen. Es wird Zeit, dass sie uns im Gegenzug Perspektiven anbietet.“ Hoffnung macht ihm 2. Bürgermeister Franz Streit: „Ich erwarte schon, dass die Planungen bis zu einem endgültigen Beschluss im Stadtrat noch in diesem Jahr einen nächsten Schritt vorankommen.“

 
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