Dienstag 20.12.11 13:25 Uhr
Infos

Erfolgstrainer beim SV Hintereben: Franz Gibis Montage:Wagner
Autor: Thomas Seidl      Kreisklasse Unterer Wald     Interviews      2.168 Aufrufe

»Wir wollen aufsteigen«

Hinterebens Trainer Franz Gibis findet im FuPa-Interview klare Worte

Franz Gibis ist den Fußballfachleuten ein Begriff. In seiner aktiven Laufbahn zählte der nicht sonderlich großgewachsene Torhüter, der den simplen Spitznamen "Keeper" trägt, zu den überragenden Schlussleuten im Bezirk und bestritt etliche Spiele in der Niederbayernauswahl. Mit seinem Heimatverein, dem TSV Mauth, dem Gibis immer treu geblieben ist, feierte er großartige Erfolge und gab seine Erfahrung später auch an den Nachwuchs weiter. Unter anderem coachte der mittlerweile 52-Jährige die A- und B-Junioren des Traditionsvereins. Von 2002 bis 2008 trainierte der Blondschopf die TSV-Erste und stieg 2004 mit seinen Schützlingen in die Oberliga auf. Seit  Sommer 2009 ist Gibis beim SV Hintereben tätig.

FuPa: Franz, der SV Hintereben führt zur Winterpause die Tabelle der Kreisklasse Unterer Wald an. Welches Fazit ziehst du bisher?
Franz Gibis (52): Ich bin sicher nicht unzufrieden. Wir führen die Tabelle an und der Abstand zum zweitplatzierten FC Büchlberg beträgt immerhin schon vier Punkte. Die gezeigten Leistungen waren unterschiedlich. In einigen Spielen konnten wir unser Leistungspotzenzial nicht abrufen. Wir hatten aber bisher das notwendige Glück auf unserer Seite, so dass wir uns eine gute Ausgansposition verschaffen konnten.



FuPa: Im Sommer habt ihr ja mit Dominik Schmöller, Christian und Markus Strobl drei Eigengewächse aus der Bezirksoberliga heimholen können. Später kam dann Alexander Starkl als Vertragsamateur nach Hintereben zurück. Der Aufstieg war und ist das große Ziel, oder?

Gibis: Ich würde lügen, wenn ich das verneinen würde. Wir wollen aufsteigen. Die Rückkehrer haben eine große Euphorie im und rund um den Verein entfacht. Nach einer hervorragenden Vorbereitung, in der wir u.a. auch höherklassige Mannschaften geschlagen haben, wuchs natürlich die ohnehin bereits hohe Erwartungshaltung immer weiter an. Vielleicht erwartet man auch ab und zu etwas zu viel.

FuPa: Wie zufrieden bist du mit den prominenten Rückkehrern?
Gibis: Die Jungs waren bisher nicht vom Glück erfolgt. Markus Strobl riss sich ja in seiner Waldkirchener Zeit das Kreuzband. Er bestritt zwar fast alle Spiele bei uns, ist aber sicher noch nicht wieder bei 100 Prozent seiner Leistungsfähigkeit angelangt. Christian Strobl ist der Leitwolf im Team. Er führt die Mannschaft hervorragend, hatte jedoch wochenlang mit Leistenproblemen zu kämpfen. Auch Dominik Schmöller und Alexander Starkl plagten sich immer wieder mit Wehwechen herum und waren nur selten im Vollbesitz ihrer Kräfte. Dennoch legten sich alle vier mächtig ins Zeug und überzeugten mit überdurchschnittlichen Leistungen. Die Mitspieler profitieren davon und was ich positiv erwähnen muss - keiner unser höherklassigen Rückkehrer legt irgendwelche Starallüren an den Tag.

"Unsere Rückkehrer legen keinerlei Star-Allüren an den Tag."


FuPa: Was erwartest du in den neun restlichen Spielen von deinem Team?

Gibis: Dass sie ihren Vorsprung verteidigt und hoffentlich als Erster abschließen kann. Allerdings wartet noch ein langer und schwieriger Weg auf uns. Nach der Winterpause steht gleich der Schlager gegen den SSV Jandelsbrunn auf dem Spielplan, dann müssen wir zum heimstarken SV Haag. Ein guter Start wäre enorm wichtig für den weiteren Saisonverlauf. Aber auch gegen die vermeintlich leichten Gegner haben wir uns schon einige Male sehr schwer getan. Wir haben noch lange nichts erreicht, ich bin aber von der Qualität meiner Mannschaft überzeugt.

FuPa: Könnte man deiner Meinung nach auch in der Kreisliga bestehen?
Gibis: Ich denke schon. Wir haben eine gute Truppe beisammen, die sich auch eine Etage höher nicht verstecken bräuchte. In der Kreisliga wird schon wieder mehr Fußball gespielt, die Anforderungen sind höher. Das würde uns zugute kommen. Aber noch sind wir in der Kreisklasse - und alles andere ist Zukunftsmusik.

Als Gibis nach Hintereben kam, musste er ein komplett neues Team aufbauen. 12 Spieler hörten auf bzw. verließen den Klub.


FuPa: Viele Experten waren ja verwundert, als du vor zweieinhalb Jahren das Traineramt beim SV Hintereben angetreten hast. Ein Dutzend Spieler verließen den Verein bzw. beendeten ihre Laufbahn nach dem Abstieg aus der Bezirksliga. Warum bist du dennoch zum HSV gewechselt?

Gibis: Ich habe damals nicht damit gerechnet, dass so viele Spieler nicht mehr weiterspielen. Einige Akteure haben relativ kurzfristig ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Ich habe aber meine Zusage frühzeitig gegeben gehabt und bin zu meinem Wort gestanden. In der Kreisliga bauten wir eine völlig neuformierte und extrem junge Mannschaft auf, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten hervorragend schlug. Letztendlich waren wir aber chancenlos und stiegen zurecht ab. Es war zwar ein hartes, aber auch ein schönes Jahr, da die Burschen hervorragend mitgezogen haben.

FuPa: In der Kreisklasse wurdet ihr letzte Saison "nur" Achter. War das eine Enttäuschung für dich?

Gibis: Nein, denn mir war klar, dass es auch in der Kreisklasse nicht leicht wird. In der Kreisliga haben wir überwiegend verteidigt und das haben wir teilweise recht gut hinbekommen. In der Kreisklasse mussten wir oftmals das Spiel selbst gestalten, was uns Probleme bereitete. Intern war daher die klare Zielsetzung nichts mit dem Abstieg zu tun haben, auch wenn der ein oder andere sicher mit einer besseren Platzierung liebäugelte. Unser Tabellenplatz entsprach den gezeigten Leistungen. Ich hätte meine Trainertätigkeit aber nicht mehr fortgesetzt, wenn wir nicht mindestens zwei Verstärkungen bekommen hätten. Die aktuelle Entwicklung ist natürlich umso erfreulicher.

FuPa: Würde dich ein höherklassiges Engagement nochmals reizen?
Gibis: Das kann ich schwer sagen. Für mich ist es aufgrund meiner beruflichen Situation nicht einfach höherklassig zu trainieren. Ich bin bei der Post tätig und habe nur jeden sechsten Samstag frei. Deshalb habe ich damals auch meine Tätigkeit in Mauth beendet. Es war die ganzen Jahre immer ein zeitlicher Spagat für mich, da ich oftmals nicht einmal rechtzeitig zum Treffpunkt erscheinen konnte. Und wenn man dann bis nach Ergolding, Miltach usw fahren muss, dann kommt das erschwerend hinzu. In meiner Zeit in Mauth erhielt ich auch nie ein Angebot von einem anderen Klub. Erst vor eineinhalb Jahren klopften einige höherklassige Vereine an, als ich mit Hintereben aus der Kreisliga abgestiegen bin. Scheinbar muss man als Trainer erst absteigen, um interessant zu werden.



Tabelle
1.SV Hintereben 2648 65
2.FC Büchlberg 2644 60
3.SV Haag 2613 42
4.SSV Jandelsbrunn (Auf) 2624 40
5.TSV Waldkirchen II (Ab) 267 40
6.DJK Altreichenau 2621 36
7.SV Untergriesbach 2613 36
8.DJK Hochwinkl 26-7 35
9.DJK Eberhardsberg 263 32
10.FC Sturm Hauzenberg II (Auf) 26-26 30
11.DJK Böhmzwiesel 26-21 27
12.DJK Holzfreyung 26-35 25
13.TSV Wegscheid 26-36 22
14.SV Prag 26-48 13
» ausführliche Tabelle anzeigen