
Der TSV Beratzhausen trat selbstbewusst in Kallmünz an und dominierte die Partie in den ersten 15 Minuten. Völlig unerwartet ging Kallmünz dann durch einen direkt verwandelten Freistoß von Florian Faltermeier in Führung und bestimmte fortan die Partie. Beratzhausen zeigte Wirkung und es kam noch schlimmer. Durch Fehler im Aufbauspiel lud der Tabellenführer das Heimteam zum Kontern ein. Nach einem langen Pass musste TSV-Torhüter Fabias Harteis vor seinem 16-Meterraum mit der Hand retten. Die logische Konsequenz war die rote Karte. Trainer Gisske musste umstellen und brachte Ersatztorhüter Markus Weigert.
Wer jedoch dachte Beratzhausen würde nun auseinanderfallen, hatte sich schwer getäuscht. Plötzlich waren die gewohnten Tugenden, wie Einsatz und Kampf wieder da. Nach einem Freistoß glich Alfons Schottenloher zum 1:1 aus. Nach dem Ausgleich setzte der TSV nach und der Unparteiische brachte die Gastgeber, die sich nun verstärkt aufs Kontern verlegten, auf die Palme. Ein ums andere Mal wurde abgepfiffen. Die Volksseele kochte. Als dann auch noch ein Kallmünzer Spieler versehentlich mit gelb/rot vom Platz gestellt wurde, war die Konfusion groß. Nach Beratungen mit seinen Assistenten wurde die Entscheidung zwar zurückgenommen, die Verwunderung auf beiden Seiten war aber groß.
Die Partie wurde nun immer hitziger und in der 75. Minute erwischte es den Kallmünzer Verteidiger Fabian Schreiber doch noch. Nun musste er doch noch mit gelb/rot vom Platz. 5 Minuten später schloss Fabian Schreiber einen Konter zur vielumjubelten 2:1-Führung der Gastgeber ab. Beratzhausen setzt nun alles auf eine Karte und warf alles nach vorne. Wiederum nach einem Freistoß glich Josef Weigert abermals zum vielumjubelten Ausgleich für Beratzhausen aus. Beratzhausen wollte nun alles und setze auch in der 3-minütigen Nachspielzeit noch mal nach. Die letzte Chance, wiederum ein Freistoß, wurde zum Unwillen der Gäste nicht mehr ausgeführt. Schiri Gerd Söllner pfiff die Partie sehr zum Unmut des TSV und seinem Anhang ab.
Anschließend war der Diskussionsbedarf groß und es kam zu Tumult ähnlichen Szenen. Besonders bitter für den entthronten Tabellenführer: Alfons Schottenloher wurde nachträglich mit Rot vom Platz gestellt. Auch der Schiri ging kurz zu Boden, den Vorfall konnte man aber nicht aufklären. Es bleibt abzuwarten, ob eine Meldung geschrieben wird.
Für TSV Trainer Gisske war die Schiri-Ansetzung sehr unglücklich: „Wenn man die Konkurrenz zwischen Kallmünz und Beratzhausen kennt, weiß man im Vorfeld, dass es ein besonderes Spiel wird. Da müsste man halt seine besten Leute schicken, das wäre man auch den zahlreichen Zuschauer schuldig gewesen. Die Emotionen wären nie so hochgeschossen. Auch die Tumulte nach dem Spiel wären so zu vermeiden gewesen.“
Kallmünz-Abteilungsleiter Michael Schleinkofer war mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Endlich wieder einmal ein Spitzenspiel in Kallmünz. Das wollen unsere Fans sehen, das war Emotion pur.“ Über die Schiri-Leistung wollte sich der Abteilungsleiter nicht äußern.