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Interview

Vorstandschaft des SV Schönau hofft!

Die Verantwortlichen des Kreisklassenabsteigers Schönau hoffen auf eine positves Entscheidung vom Verbandssportgericht

von Jürgen Eichbauer · 08.07.2008, 00:28 Uhr · 0 Leser

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„Vorstandschaft des SV Schönau hofft auf positives Urteil vom Verbandssportgericht – Urteilsverkündung Ende KW 28

Trainer des SV Schönau, Joschi Gschneidner, im Interview mit Jürgen Eichbauer von Fupa!
Gschneidner bezieht Stellung zum Relegationsspiel gegen den FC Fürstenzell und den Vorfall mit Thomas Jepertinger!"

Lesen Sie selbst! Link zum Interview mit Joschi Gschneidner

Zur Gegendarstellung vom FC Fürstenzell das Interview von Vorstand Josef Hauser mit der PNP:

Hier gehts zum Interview mit Josef Hauser (PNP)

FuPa Interview mit dem Trainer des SV Schönau Joschi Gschneidner

Redaktion Rottal Inn: Jürgen Eichbauer im Gespräch mit Joschi Gnscheidner

Eichbauer: Das Relegationsspiel Schönau vs. Fürstenzell ist derzeit trotz der Vorbereitung auf die neue Saison 2008/2009, bei vielen Fußballern, Verantwortlichen usw. Thema Nr. Eins. Alles wartet gespannt auf das Urteil des Verbandssportgerichts, wobei dem SV Schönau keine großen Chancen eingeräumt werden. Denkst Du Ihr könnt dennoch auf einen positiven Ausgang hoffen?

Gschneidner: Das ist alles Spekulation. Wir kennen natürlich die Linie des BFV und des DFB. Unser Einspruch gegen die Spielwertung wurde vom KSG Passau abgelehnt, daran wird sich auch vermutlich nichts ändern. Anders sieht die Frage aus, ob gemäß § 73 RVO der FC Fürstenzell mit einem Punktabzug bestraft wird, schließlich ist jeder Verein für seine Zuschauer verantwortlich. Sportlich bereiten wir uns auf die Kreisklasse vor, wir trainieren jedoch nicht anders als zu Kreisligazeiten. In einer Woche sind wir alle schlauer.

Eichbauer: Viele falsche Aussagen bzw. Schilderungen der Szene mit Thomas Jepertinger (wurde von einem Zuschauer des FC Fürstenzell in der 87. Minute gefoult) werden derzeit verbreitet. Bitte schildere uns kurz und prägnant wie es sich genau zugetragen hat!

Gschneidner: Zur Klarstellung: Selbst konnte ich die Szene nicht genau verfolgen, da ich mich auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfeldes befand. Neutrale Zeugen, die sich auch vor dem KSG zur Aussage bereit erklärten, schilderten den Vorfall so: Thomas Jepertinger überlief auf der linken Seite seinen Gegenspieler, hätte freie Bahn zur Grundlinie gehabt. In diesem Moment lief besagter Zuschauer ca. einen Meter auf den Platz, schlug unserem Spieler zwischen die Beine, wodurch dieser zu Fall kam. Thomas rappelte sich auf und schubste den Übeltäter mit beiden Händen vor die Brust, wodurch dieser zu Fall kam. Dafür sah er die rote Karte, der Zuschauer wurde ebenfalls des Platzes verwiesen und von Ordnern abgeführt.

Eichbauer: Es kursieren Gerüchte dass der „Sünder“ (Zuschauer welcher Thomas Jepertinger gefoult hat), Anfangs seinen Namen nicht nennen wollte, ebenfalls besaßen die Spieler des FC Fürstenzell nicht soviel Sportsgeist diesen dem Schiedsrichter mitzuteilen.

Ist an dieser Aussage etwas „dran“? Falls ja, wie wurde der Name des Übeltäters doch noch in Erfahrung gebracht?

Gschneidner: Das ist richtig. Ich selbst forderte nach dem Spiel den Spielführer des FCF und 2 weitere Spieler auf, wenigstens den Namen des „Zuschauers“ zu nennen. Sie gingen wortlos an mir vorbei in die Kabine. Weder dem SR Andreas Hartl, noch den Ordnern des FC Amsham wollte er seinen Namen nennen, weshalb sich diese das Autokennzeichen notierten. Nachdem scheinbar ein Zuschauer aus Schönau ihm Schläge androhte, wollte er in SR-Kabine, dort gab er dann seine Identität preis.

Eichbauer: Thomas Jepertinger wollte Anfangs, dem Zuschauer welcher ihn gefoult hat, einen Schlag mit dem Fuß versetzen, hat dies dann doch nicht getan und „schubste“ diesen stattdessen zu Boden. Logische Konsequenz, Platzverweis für den Spieler Jepertinger.

Was sagt man als Trainer einem seiner „Schützlinge“ nach einem solchen Spiel und einer solchen „Aktion“?

Gschneidner: Thomas ist ein ehrlicher, fairer Spieler, der nun mit 27 Jahren erstmals mit Rot vom Platz gestellt wurde, das unter diesen Umständen. Deshalb ist er auch nicht liegen geblieben, was er eigentlich hätte tun sollen. „Niemand weiß, wie er selbst in dieser Situation gehandelt hätte. Wir fahren am Sonntag nach Pörndorf und kämpfen gegen Hofkirchen nicht nur um die Kreisliga, sondern wir spielen auch für Dich, jetzt erst recht!“ So ähnlich versuchte ich ihn aufzubauen.

Eichbauer: Denkst Du der Spieler Jepertinger hätte sich besser unter Kontrolle haben und sich nicht zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen dürfen?

Gschneidner: Kein Spieler weiß, wie er reagiert hätte, deshalb macht niemand dem Thomas einen Vorwurf. Viele hätten den Zuschauer verdroschen, manche wären liegen geblieben und hätten auf „verletzt“ geschauspielert. Wir haben uns diszipliniert verhalten, dafür wurden wir bestraft. Aber all den Schlaumeiern, die sagen, er hätte sich besser im Griff haben müssen, wünsche ich, dass sie in eine vergleichbare Situation geraten. Dann wird man sehen.

Eichbauer: Angeblich ist der Zuschauer in Fürstenzell bereits seit Jahren als „Problemkind“ bekannt, hatte dort gar Platzverbot. Dieses Verbot wurde aber wieder aufgehoben. Den Verantwortlichen vom FC Fürstenzell war lt. Aussage vieler Beteiligter bekannt dass besagter Zuschauer dem Spiel in Amsham beiwohnen würde. Hätte Deiner Ansicht nach verhindert werden müssen dass der „Fan“ das Spiel in Amsham verfolgt?

Gschneidner: Genau diesen Vorwurf mache ich den Verantwortlichen des FCF. Franz B. ist kein unbeschriebenes Blatt. Aber der FCF rückt nicht mit der ganzen Wahrheit heraus und verharmlost den Vorfall. An jeder Kasse saß ein Funktionär des FCF, die diesen „Problemzuschauer“ kannten. Er hätte sich niemals unmittelbar am Spielfeldrand aufhalten dürfen, zumindest der Ordnungsdienst hätte vor dem Spiel informiert werden müssen. Dieser Verantwortung sollten sich die Verantwortlichen des FCF stellen.

Eichbauer: Viele „Kenner“ des Spiels mutmaßen dass es sich bei der Szene in der Jepertinger von den Beinen geholt wurde, um keine klare Torchance bzw. einen Spielzug aus dem eine gute Tormöglichkeit hätte entstehen können, gehandelt hat. Widerspricht die Aktion des Zuschauers dieser These nicht? Weshalb hätte dann der Vater eines Fürstenzeller Spielers eingegriffen wenn nicht „Gefahr“ im Verzug gewesen wäre?

Gschneidner: Genau! Franz B. als ehemaliger Spieler des FCF erkannte, dass diese Situation gefährlich werden könnte, weshalb er sich zu dieser Aktion veranlasst fühlte. Grundsätzlich kann doch niemand etwas beweisen, was geschehen wäre, wenn... Es spielt auch keine Rolle, das Entscheidende ist die grobe Unsportlichkeit, das hat mit Sport, mit Fairness, nichts mehr zu tun.

Eichbauer: Wie ist es Dir gelungen Dein Team dennoch wieder aufzurichten, ein paar Tage später musstet Ihr ja in Pörndorf gegen Hofkirchen antreten (Schönau unterlag nach Elfmeterschießen)?

Gschneidner: Unser Motto lautete: „Jetzt erst recht!“ Leider hat es nicht ganz geklappt. Schließlich ist uns allen, den Spielern und auch mir, das alles zu viel geworden, vielleicht deshalb das Versagen im Elfmeterschießen.

Eichbauer: Ist zu befürchten dass sich solche „Aktionen“ nun häufen oder bleibt dies ein einmaliges Vorkommnis im Fußballkreis Passau? Falls zu befürchten ist dass nun Zuschauer von Amateurfußballspielen vermehrt zu solchen „Mitteln“ greifen um Spiele zu beeinflussen, wie könnte man einem solchen „Trend“ entgegenwirken?

Gschneidner: Das ist zu befürchten. Das Verbandsgericht fällt diese Woche ein Urteil das, wenn es in unserem Sinne negativ ausfällt, den Preis festlegt für ein solches Vergehen: 100 € Strafe, aber doch noch gewonnen! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das wiederholt. In den Gruppentagungen wird inzwischen auf den bereits erwähnten § 73 hingewiesen. Meiner Meinung nach gibt es nur eine sinnvolle Lösung, sie ist eigentlich auch in der Spielordnung klar formuliert: Bei tätlichen Angriffen auf Schiedsrichter und Spieler wird das Spiel abgebrochen. Der Schiedsrichter hat eine Fürsorgepflicht für die Spieler, sie müssen auf dem Spielfeld absolut sicher vor Angriffen von außen sein.

Eichbauer: Abschließend wünsche ich Dir sowohl im sportlichen als auch im privaten Bereich alles Gute, viel Erfolg für die Urteilsverkündung, welche in den nächsten Tagen erfolgen soll!

Gschneidner: Danke!

Steckbrief: Joschi Gschneidner

Geburtstag: 16.02.54

Geburtsort: Altersham (Pfarrkirchen)

Familienstand: geschieden

Bisherige Vereine: (als Trainer) SV Antiesenhofen/OÖ, TuS 1860 Pfarrkirchen, TSG Postmünster, SV Schönau