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Von Überfliegern und Mauerseglern

Lali Mitte Rückblick - Teil 2: Die fünf "niederbayerischen" Teams

von Dirk Meier · 30.12.2010, 11:20 Uhr · 0 Leser
Im Niederbayn-Derby gegen Landshut zeigten sich die Hankofener besonders treffsicher. Foto: Norbert Herrmann
Im Niederbayn-Derby gegen Landshut zeigten sich die Hankofener besonders treffsicher. Foto: Norbert Herrmann

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Die fünf Niederbayern-Vertreter in der Landesliga Mitte - ja, der 1. FC Bad Kötzting zählt fußballerisch zu Niederbayern - sorgten im Saisonverlauf für viele positive, aber auch negative Nachrichten. Sämtliche Fachmänner dürfte die SpVgg Hankofen-Hailing überrascht haben. Völlig befreit spielte die Beller-Elf auf. Nun kratzt man am Tor zur Bayernliga. Ebenfalls noch im Rennen um Bayerns Königsklasse sind die SpVgg Landshut und Bayernliga-Absteiger Bad Kötzting.

Auf dem dritten Rang überwintert mit der SpVgg Hankofen-Hailing ein weiterer Aufsteiger. Auf die Mannen von Chefanweiser „Sepp“ Beller treffen ähnliche Beschreibungen wie auf den TSV Bad Abbach zu. Das Team funktioniert, ist eingespielt und des Trainers Vorgaben wissen die Spieler umzusetzen. Zudem ist Hankofen daheim eine Macht, hat erst eines von elf Heimspielen verloren und ist damit bestes Heimteam der Liga. Beller verstand es seine Truppe nach oben zu führen, obwohl die Mannschaft immer wieder Verletzte zu beklagen hatte. Auch die Beller-Equipe muss man weiter auf der Rechnung haben, wenngleich in Hankofen sich mit dem Aufstieg in die Bayernliga ernsthaft noch niemand beschäftigt. Ausgeschlossen scheint Platz eins für Hankofen aber nicht.

Der Vizemeister von 2009, die SpVgg Landshut, kam nur langsam in Fahrt. Doch bis zum Winter schaffte es „Spiele“ noch bis auf den vierten Platz zu klettern. Umso ärgerlicher war die Spielabsage Ende November, denn die Niederbayern hatten bis dahin einen Lauf mit sechs Siegen aus den letzten acht Spielen. Im neuen Jahr muss man die Landshuter auf jeden Fall auf der Rechnung haben. Die Landshuter sind aber bestes Auswärtsteam der Liga.

Der Bayernliga-Absteiger 1. FC Bad Kötzting ist Sechster. Die Rotblauen wussten vor dem Start nicht so richtig, wo sie stehen. Der Kader im Mittelfeld und im Angriff wurde stark verändert, nur die Defensive blieb erhalten. Zudem übernahm der bisherige Co-Trainer Markus Fischer das Amt des Cheftrainers. Doch nach nur drei Spieltagen und drei schwachen Auftritten zog sich Fischer aus beruflichen Gründen zurück. Markus Meindl, der Co-Trainer war und im Sommer die zweite Kötztinger Mannschaft in die Bezirksliga geführt hatte, übernahm Fischers Posten. Es lief gut für den FCK, auch weil mit Martin Psohlavec ein Ex-Profi für den Angriff verpflichtet wurde, der prächtig mit Nebenmann Jan Kotáb harmoniert. Am Schluss schwächelten die Bayerwäldler allerdings überraschend und verpassten den Vorstoß an die Spitze. Aber im Pokal konnte mit dem SV Schalding-Heining und dem TSV Buchbach zwei Bayernligisten ausgeschaltet werden. Da liegen die Kötztinger immer noch aussichtsreich im Rennen. In der Liga braucht es einen Kraftakt, um noch Zweiter zu werden.


Die SpVgg Grün-Weiß Deggendorf dümpelte lange Zeit in der Abstiegszone herum. Der Kader scheint aber besser zu sein. Als es gegen den bis dato noch sieglosen Tabellenletzten nur ein 2:2 gab, trat Trainer Franz Huber nach dem 15. Spieltag zurück. Es übernahmen die beiden Spieler Martin Wimber und Christian Bumberger, die aus vier Spielen zehn Punkte holen konnten. Herausragende Ergebnisse waren die Folge wie das 1:0 in Bad Kötzting und ein 6:1-Kantersieg gegen Spitzenreiter TSV Neustadt/Aisch. Als Zehnter scheint es so, als haben die Deggendorfer ihre Durststrecke hinter sich. Wenn es so weitergeht ist das Thema Abstieg bei den Niederbayern endgültig vom Tisch.

Die rote Laterne hat der FC Dingolfing fest im Griff. Das ist keine Überraschung, wurde doch im Sommer eine Abwanderungslawine losgetreten. Als Toptorjäger Heino Corintan seinen Abgang in die A-Klasse zur DJK SV Leiblfing bekannt gab, folgte mehr als ein Dutzend Spieler, vor allem bisherige Stützen. Auch der geplante Trainer Uli Karmann sprang noch ab. Mit Stefan Wimmer kehrte ein Spielertrainer an seine alte Wirkungsstätte zurück, der sehr gute Arbeit geleistet hat und mit Spielern aus der Region ein Team geformt hatte. Lange dauerte es, bis die BMW-Städter den ersten Saisonsieg feiern konnten. Am 17. Spieltag war es mit dem 2:1 über den SV Etzenricht endlich so weit. Damit hatte der letzte bayerische Landesligist auch den ersten Dreier auf dem Konto. Nur zwei Wochen später gelang mit dem 1:0 bei der DJK Vilzing sogar der erste Dreier auf fremdem Geläuf. Nun hat das Team aus Dingolfing zwar immer noch sieben Punkte Rückstand zum Vorletzten und zum rettenden Platz sind es bereits elf Zähler. Der Abstieg, der eigentlich von vornherein feststand, wird kaum zu vermeiden sein. Aber der FC Dingolfing wird in der Lage sein noch für die eine oder andere Überraschung zu sorgen, zumal man sich zur Winterpause mit Uli Friesenegger (vom TSV Eichendorf) und Andreas Kasten (vom FC Ergolding) verstärkt hat. Robert Hirnich (ETSV Landshut), Eduard Braun (SV Thürnthenning) und Daniel Federholzner (ASC Simbach) verlassen den Verein zum Jahreswechsel.

Statistik Landesliga Mitte:

202 verschiedene Schützen haben 592 Tore erzielt. Führender in der Torschützenliste ist Markus Pöllinger von der DJK Ammerthal mit 13 Treffern. Es folgen Guiseppe Cafariello (12, Landshut), Christoph Hösl (12, Landshut), Florian Gräf (11, Neustadt/Aisch), Harry Weller (11, Tegernheim), Michael Jonczy (10, Eltersdorf), Martin Psohlavec (10, Bad Kötzting), Jonas Scheuenstuhl (10, Neustadt/Aisch) und Tobias Ulbricht (10, Forchheim).

Bisher kamen 48.953 Fans in die 19 Stadien. Der Zuschauer-Schnitt bei den 181 Begegnungen lag somit bei 270 Besuchern pro Partie.

Überwiegend fair ging es in den bisher gespielten Partien zu. Die Schiedsrichter mussten allerdings 38 Mal Gelb-rot und 22 Mal die rote Karte zücken. Die fairsten Teams mit nur je einer Ampelkarte waren Weiden II und Amberg. Ohne rote Karten kamen auch die Klubs aus Ansbach, Bad Kötzting und Dingolfing über die Runden, die aber alle jeweils drei Mal Gelb-rot zu verkraften hatten. Nur je eine rote Karte hatten die Aufsteiger aus Bad Abbach und Hankofen-Hailing. Am Ende der Skala steht mit neun Gelb-roten Karten und einem Feldverweis auf Dauer der SV Etzenricht. Drei rote Karten sind der Spitzenwert, den jeweils der TSV Neustadt/Aisch und der ASV Neumarkt erreichten.

Alle Statistiken sind auf unserer Homepage nachzulesen.