VfL Benrath – VfB Hilden 0:1 (0:0). In der ersten Halbzeit schallten die Schlachtgesänge der VfB-Fans noch lautstark über die Anlage – ein Megafon machte es möglich. Mit zunehmender Spieldauer wuchs jedoch die Ungeduld, denn die Hildener hatten zwar größtenteils Ballbesitz, vermochten aber daraus kein Kapital zu schlagen. Zehn Minuten vor dem Ende zeigte Schiedsrichter Raffel Beier jedoch überraschend auf den Elfmeterpunkt. Vorausgegangen war eine Ecke von Fabian Andree von der linken Seite – und am kurzen Pfosten brachte offenbar Soner Dirim seinen Offensivkontrahenten Jannik Weber regelwidrig zu Fall (80.). Jannik Weber trat selbst zum Strafstoß an und traf entschlossen zum 1:0 (81.). VfL-Schlussmann Marcel Aust handelte sich wegen Reklamierens auch noch die gelbe Karte ein. Mit dem goldenen Tor bauten die Hildener ihre Führung an der Landesliga-Spitze auf fünf Punkte aus, da Verfolger ASV Süchteln in Nievenheim über ein Unentschieden nicht hinauskam.
Der Tabellenführer hatte wieder einmal das glücklichere Ende für sich – Glück, dass sich die Elf von Michael Kulm zuvor hart erarbeitete. Vor allem in den ersten 20 Minuten unterstrichen die VfB-Kicker ihre Ambitionen. Philipp Hombach gab das Leder kurz auf Fabian Andree, doch Tim Würde blockte den Mittelfeldmann kurz vor dem Tor noch ab (4.). Wenig später zirkelte Hombach einen Freistoß auf Marcel Bastians, aber dessen Kopfball strich hauchdünn über die Latte (13.). Und dann nagelte Andree das Leder aus 20 Metern an den rechten Pfosten (20.). Auf der anderen Seite senkte sich ein Freistoß von Dirk Engel gefährlich auf die Latte (22.). Und dann beförderte Henning Scholl den Ball nach einer Ecke von Florian Marx freistehend am linken Pfosten vorbei (25.). Einen Freistoß von Marx klärte Aust per Faustabwehr (28.). Die Hildener Führung schien längst überfällig.
Gleich nach dem Wiederanpfiff ließ Jannik Weber mit einem Lattenknaller aufhorchen (48.). Dann setzte er seinen Sturmkollegen Pascal Weber ein, der aber unbedrängt am Kasten vorbeischoss (54.). Einen Marx-Freistoß fischte Aust noch aus dem Winkel (61.). In der Folge fehlte es der Hildener Offensive an der Entschlossenheit. Statt dessen setzten nun die Benrather, die bis dahin überraschend farblos agierten, den einen oder anderen Akzent. So tauchte plötzlich Fred Adomako in der rechten Strafraumhälfte auf, jagte den Ball aber links am Gehäuse vorbei (65.). Der Elfmeterpfiff leitete schließlich die Entscheidung ein. Jannik Weber verwandelte in die rechte untere Ecke (81.). Drei Minuten später hatte Bastians sogar das 2:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze touchierte nur den Querbalken.
Dann stockte den Hildener Fans noch einmal kurz der Atem, als der schnelle Adomako erneut im Strafraum auftauchte und freie Bahn hatte, doch Sebastian Siebenbach verhinderte den Ausgleich (87.). So kannte der Jubel des VfB 03 nach dem Abpfiff keine Grenzen. Gewohnt nüchtern fiel jedoch die Analyse von Michael Kulm aus. "Das war ein hartes Stück Arbeit: Dreimal Latte und am Ende zählt dieses eine Tor", konstatierte der Hildener Trainer. Der 47-Jährige sah eine klare Feldüberlegenheit seiner Elf, erkannte aber auch die Gefahr: "Man investiert viel und kann durch eine individuelle Aktion in Rückstand geraten." Jetzt aber trennen sein Team nur noch drei Begegnungen vom Aufstieg in die Oberliga.