
Balingen. Seit Beginn der laufenden Oberliga-Runde fungiert Matthias Zahn als Chefcoach der TSG Balingen. Er folgte auf den geschassten Nico Willig. Bei manchem im Umfeld hatte der Trainerwechsel damals für Unverständnis gesorgt, doch zeigt nicht zuletzt das Abschneiden der TSG in der aktuellen Spielzeit, dass die sportliche Führung mit Zahn gewiss keinen schlechten Fang gemacht hat. Spielte die TSG in der vergangenen Saison noch gegen den Abstieg, sind die Eyachstädter derzeit hinter dem SV Spielberg auf Rang zwei notiert zudem steht Balingen im Viertelfinale des WFV-Pokals (24. März, 19 Uhr beim SSV Ulm).
„Mit Matthias Zahn sehen wir uns auf dem Posten des Oberliga-Cheftrainers sehr gut aufgestellt und haben deshalb früh signalisiert, mit ihm weitermachen zu wollen“, erklärt Balingens Sportvorstand Karsten Maier. Abteilungsleiter Uwe Haußmann vereinbarte mit dem A-Lizenz-Inhaber nun eine Zusammenarbeit bis Mitte 2016. Überraschend kam das Angebot für den Trainer nicht, befindet sich die TSG derzeit doch auf Erfolgskurs. „Momentan macht es riesig Spaß“, sagt der in Hechingen wohnende Coach.
Zahn übernahm den Balinger Oberliga-Klub zu Saisonbeginn, nachdem er zuvor viereinhalb Jahre den Bezirksligisten TSV Boll trainiert hatte. Ob er ähnlich lange in Balingen bleiben wolle, könne er noch nicht sagen. „Langfristig plane ich selten“, so der 39-Jährige, „was für mich zählt, ist das erste Punktspiel in Ulm, auf dieses Spiel arbeiten wir hin. Wir wollen unsere Form aus dem November so schnell wie möglich wieder aufgreifen. Gegen Freiburg hat das schon sehr gut geklappt, der Feinschliff findet in den kommenden Testspielen statt.“
Mit seiner ersten Saison in Balingen ist Zahn bisher vollkommen zufrieden. „Die tägliche Trainingseinheit bereitet viel Freude“, erklärt Zahn und lobt den konstruktiven Umgang mit den Spielern und dem direkten Vereinsumfeld. „Es wurde mir sehr leicht gemacht, mich einzuleben. Es bestehen gute Strukturen und mir wird viel administrative Arbeit abgenommen. Die Jungs sind alle sehr gut ausgebildet so kann ich mich vollkommen auf den Trainer-Job konzentrieren.“ Der Übungsleiter freut sich auf eine erfolgreiche (Rest-)Rückrunde: „Wir konnten gemeinsam schon einiges erreichen und möchten diesen Weg weitergehen.“
Auch die übrigen Personalplanungen für die nächste Spielzeit würden nun vorangetrieben, teilt der sportliche Leiter Bernd Jetter mit. Intensive Gespräche mit zahlreichen Spielern aus dem bestehenden Oberliga-Kader haben bereits stattgefunden, verrät Trainer Zahn. „Es gibt wohl kaum einen Sommer, in dem es in einem Verein keinen Neuzugang gibt. Wir haben aber eine gute Mannschaft und ich hoffe, dass alle Spieler bleiben werden. Wenn zu mir einer sagen würde, dass wir in der nächsten Saison mit derselben Mannschaft und einigen Nachwuchsspielern aus der U 23 antreten würden, wäre das für mich in Ordnung. Wir möchten aber alles schnell über die Bühne bringen, um Planungssicherheit zu haben.“
Derweil bestreitet die TSG am Samstag (14 Uhr) das vierte Testspiel während der Wintervorbereitung: In Freiberg geht es gegen die Spvgg Neckarelz (Regionalliga Südwest). Kommandogeber Zahn gibt die Marschrichtung vor: „Wir werden sicherlich taktisch etwas probieren, allerdings nur Nuancen. In den Testspielen geht es darum, den Status quo aus dem November wieder zu erreichen und Bestehendes zu verbessern.“
MAS / jow