Jetzt sitze ich neben ihm im Clubheim des TuS Haste. Karl-Heinz Erhardt, der Chronist der großen Haster Fußballjahre ist, hat ihn und Helmut Spielmeyer sowie Horst Bauer, Dieter Hafkemeyer und Heinz Stallkamp zusammengeholt. Oliver Klages, der heutige TuS-Vorsitzende, dessen verstorbener Vater Rolf zum Aufstiegsteam gegehörte, ist dabei; auch mein langjähriger Kollege Jürgen Bitter, der über den TuS geschrieben hat – erst für das Osnabrücker Tageblatt, dann für die NOZ.

Wir blättern in alten Zeitungen, reichen Fotos herum, Heinz Stallkamp hat ein Original-Aufstiegstrikot mitgebracht, „Pingo“ zeigt mir die Bilder seiner Laufbahn in einem dicken Album.

Je länger wir sitzen, desto mehr wird gelacht. Eigentlich wollte ich ja etwas erfahren über die großen Spiele der Aufstiegsrunde, doch die Haster Jungs haben ganz andere Erinnerungen präsent. An die Bleiwesten, die sie im Training trugen. An den Ball, denn sie den Profis des FC St. Pauli stiebitzten („Der ist in die Nette geflogen“). An die Auftritte im Karneval, an die in der Wäscherei Schäfer perfekt gebügelten Trikots, an die verspätete Rückkehr aus Kiel, als die „kabelmetaler“ direkt nach der Ankunft zur Frühschicht gingen. Und an die Mannschaftsfahrt, als sie ein Betreuer im Schlafsaal einschloss, ein gewisser „Pingo“ das jedoch einkalkuliert und eine Leiter an die Außenwand gelehnt hatte: „In der dritten Kneipe haben wir den Vorstand getroffen …“

Am Ende kläre ich die letzte offene Frage: „Pingo“ heißt „Pingo“, weil er sich als kleiner Junge bei einem Krankenhausaufenhalt mit Rutschfahrten auf einem Kissen über das blanke Linoleum die Zeit vertrieb. „Wie ein Pinguin auf der Eisscholle“, kommentierte eine Krankenschwester.

Seitdem hat keiner mehr Hermann zu ihm gesagt.

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