In dieser Form dürfte es für den TuS Grevenbroich schwer sein, den Abstieg aus der Landesliga abzuwenden. Gegen den ASV Süchteln fielen die Gastgeber in alte Muster zurück und unterlagen vollkommen verdient mit 0:3 (0:0). Damit sind die Schlossstädter wieder auf Abstiegsrang 14 gelandet.
Auf den gehören sie auch, nimmt man die Leistung von gestern zum Maßstab. "Das war eine total unnötige Niederlage. Wir hauen uns die Tore mal wieder selber rein, da muss der Gegner ja gar nichts machen", fand Trainer Jörg Ferber. War es zu Saisonbeginn oft noch die Anfangsphase, in der die Grevenbroicher zahlreiche Tore kassierten, waren sie nun in den zehn Minuten nach Wiederanpfiff zu schläfrig. Sowohl Jan-Thede Smidt (47.) als auch Spielertrainer Chiquinho (54.) durften zu Beginn der zweiten Hälfte völlig unbedrängt einschieben. Beide wurden mit gefälligen Kombinationen freigespielt, die allerdings aus Ballverlusten im Aufbauspiel des TuS resultierten. Von denen gab es auch davor schon einige, ausgerechnet Kapitän Mustafa Paktiani, den Ferber unter der Woche noch gelobt hatte, fiel regelmäßig mit schlampigen Querpässen im Mittelfeld auf.
Wenn es Höhepunkte gab, sorgten in einem faden Spiel in der Regel die Gäste dafür. Ex-Profi Chiquinho zeigte unabhängig von seinem Tor eine starke Leistung und bewies, dass er trotz seiner 38 Jahre noch zu den besten Spielern der Liga gehört. Gerade seine langen Zuspiele verfehlten ihr Ziel selten um mehr als ein paar Zentimeter, auch mit seinem Antritt braucht er sich vor dem Großteil der TuS-Spieler nicht zu verstecken. Tempo brachte bei den Gastgebern lediglich Linksverteidiger Martin Hermel ins Spiel, der an den beiden besten – und mehr oder weniger einzigen – Grevenbroicher Kombinationen beteiligt war: Gegen Lukas Zylcow erkämpfte er einen Ball am Strafraumrand und setzte Swen Rommerskirchen ein, dessen Direktpass Ebrima Nagib aber nicht mehr entscheidend aufs Tor bringen konnte (34.). Nach 70 Minuten erlief Hermel einen Steilpass und flankte auf Tim Allroggen, dessen Ablage Hasan Er frei stehend ebenfalls nicht im Tor unterbrachte.
Die Entscheidung gelang kurz darauf dem eingewechselten Karsten Robertz, der nach einem Katastrophen-Rückpass von Eko Akar keine Mühe hatte, Torwart René Pütz zu überwinden (77.). Dem war es überhaupt zu verdanken, dass der TuS zu diesem Zeitpunkt noch im Spiel war, rettete er in der ersten Hälfte doch mehrfach gegen Chiquinho, André Küppers und Mounir Ben-Moussa.
"Das war natürlich hochverdient", musste Trainer Ferber zugeben. "Die Mannschaften haben sich die meiste Zeit neutralisiert, dann sind schwere Fehler, wie wir sie gemacht haben, tödlich."