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Interview

TSV Kareth-Lappersdorf U17 wechselt den Trainer

Interview mit Neutrainer Tobias Smolarczyk

von cg · 23.09.2011, 10:13 Uhr · 0 Leser
Tobias Smolarczyk will trotz Doppelbelastung einen guten Job abliefern.
Tobias Smolarczyk will trotz Doppelbelastung einen guten Job abliefern.

Bereits vor Beginn der laufenden Saison beendete der Trainer Josef Proneth

sein Amt beim U17 Landesliga-Team des TSV Kareth-Lappersdorf.

Seit dem Auswärtsspiel bei der SpVgg Landshut trainiert nun Lehramtsstudent Tobias Smolarczyk (23) den Bayernligaabsteiger. Nach zwei Auftaktniederlagen holten die TSVler den ersten Punkt.

Für FuPa stellte sich der neue Trainer den Fragen rund um sein neues Einsatzgebiet.

Hallo Tobias, mit deinen 23 Jahren bist du wohl einer der jüngsten Trainer in der U17 Landesliga Süd. Nach dem Abstieg des TSV aus der Bayernliga und den beiden Auftaktniederlagen kein leichtes Spiel. Wie kam es zu dem Arrangement bei der U17?

Zunächst einmal hat mich der TSV Kareth/Lappersdorf bereits im Frühjahr dieses Jahres als Trainer für die U18-Junioren verpflichtet. Zuvor war ich sechs Jahre im Jugendbereich beim Kreisklassen-Verein DJK Regensburg 06 in vielerlei Funktionen tätig. Mit der Lappersdorfer A2, einer sehr guten Mannschaft habe ich dann die komplette Vorbereitung und mittlerweile drei Saisonspiele absolviert. Ich denke, dass ich dort bislang ehrliche und ordentliche Arbeit abgeliefert habe. Dennoch ist die Tatsache, dass ich – als auf diesem Niveau unerfahrener Trainer – nun eine Jugend Landesliga Mannschaft übernehmen darf, ein großer Vertrauensbeweis. Dafür möchte ich mich noch einmal bei der Jugendleitung bedanken und ich hoffe, dass ich dieses Vertrauen am Ende auch zurückzahlen kann.

Welchen Grund gab es, dass Josef Proneth in einer so frühen Phase noch vor Beginn der Saison das Handtuch warf?

Die genauen Hintergründe sind mir nicht bekannt.

Seit vergangener Woche bist du ja in Doppelfunktion als U18 und U17 Trainer tätig. Lassen sich die Termine immer vereinbaren und gibt es genügend helfende Hände um den beiden Ämtern auch gerecht zu werden?

Sie lassen sich schon vereinbaren, da die Spiel- und Trainingstermine nicht miteinander kollidieren. Bei den U18 Junioren hilft mir mein alter Weggefährte und Freund Florian Meier als Co-Trainer und bei der U17 kann ich im Training bzw. bei Spielen auf die Unterstützung von den drei Spielervätern Georg Islinger bzw. Georg Braunreuther und Klaus Sterl bauen. Desweiteren klappt die Zusammenarbeit mit den Trainern der anderen A- bzw. B-Mannschaft sehr gut.

Ist diese Lösung nur als Übergang gedacht oder wirst du die beiden Teams bis Saisonende betreuen?

Man muss sehen wie es weiter läuft. Ich möchte die A2 zum jetzigen Zeitpunkt auf keinen Fall im Stich lassen. Helfende Hände sind aber immer gerne gesehen.

Beim TSV Kareth-Lappersdorf gab es auch in der Führungsriege einige Veränderungen, wie geht der Weg der erfolgreichen Jugendarbeit weiter und wie soll die Umsetzung sein?

Das ist richtig. Die Aufgabenverteilung in der Jugendleitung wirkt durchdacht. Mit Peter Dobler als Trainer der 1.Mannschaft und Jugendkoordinator in Personalunion hat man wohl genau den richtigen Mann an der Spitze. Die einzelnen Bereichsleiter und die Jugendleitung um Beppe Schmidmeister, Brigitte Hofer und Hans Bieletzky erleichtern einem die Arbeit im Verein. Natürlich braucht der „Umbau“ – man hat ja ein stark verjüngtes neues Trainerteam – Zeit. Aber Ziel ist es, dass man die A1 und B1 in der Landesliga bzw. die C1 in der Bayernliga etablieren kann und, dass die jeweiligen „Zweier Mannschaften“ bald alle den Sprung in die BOL schaffen um den Spielern den jährlichen Übergang in die neue Liga zu erleichtern.

Durch die überraschende Trainerübernahme, konntest du natürlich nicht mitreden bei der Kaderplanung. Wie zufrieden bist du mit der Qualität im Kader und der Besetzung in der Breite?

Der Kader hat die Qualität in der Landesliga ordentlich mitzuspielen. Die Kaderplanung war durchdacht und hat man zum Großteil auch auf den bisherigen Spielerbestand gesetzt. Mit Fabian Kaiser (ASV Cham), Philipp Islinger (JFG Schwarze Laber) und Oliver Zahnweh (SSV Jahn Regensburg) sind drei Spieler gekommen, die bislang Stammspieler bzw. zumindest nah dran sind.

Als Ziel habt ihr den Klassenerhalt ausgegeben. Ist das auch dein persönliches Ziel mit der Mannschaft oder strebst du eventuell mehr an?

Diese Parole habe ich erst einmal ausgegeben. Denn ich bin der Meinung, wenn man auf dem letzten Platz der Landesliga steht und erst einen Punkt, bzw. vor einer Woche noch gar keinen Punkt hatte, dann kann das Ziel nicht anders lauten. Wir müssen da unten raus kommen. Alles andere ist ein netter Zusatz.

Der Einstieg war ein 2:2 auswärts bei der Spvgg Landshut – ein Erfolg?

Im ersten Moment sind es natürlich zwei verlorene Punkte. Wir haben 2:0 geführt und einen

am Boden liegenden Gegner durch eigene Nachlässigkeiten wieder aufgebaut. Am Ende

hatten wir dann sogar noch zwei gute Möglichkeiten auf den Siegtreffer. Man hat der

Mannschaft nach all dem Hick-Hack vor Saisonbeginn und den zwei Niederlagen gegen

absolut schlagbare Gegner die Verunsicherung einfach brutal angemerkt. Aber daran werden

wir arbeiten und das bekommen wir auch wieder hin, so dass es vielleicht schon am Sonntag

den ersten Landesliga-Sieg zu bejubeln gibt. Und wenn nicht, dürfen wir die Geduld nicht

verlieren. Die Umsetzung einer neuen Spielidee braucht auch ein bisschen Zeit.

Worauf wirst du in der Entwicklung der Spieler und der Mannschaft deine Schwerpunkte legen? Jugendförderung soll ja auch immer eine Weiterentwicklung des Einzelnen sein.

Ich lege schon großen Wert auf Disziplin und mitteleuropäische Höflichkeitsregeln. Von meiner Art her passt es auch nicht, wenn ich im Training den großen Diktator mime. Gegenüber den Spielern halte ich einen freundschaftlichen und respektvollen Umgang für sinnvoll. Der Teamgedanke spielt dabei eine enorm große Rolle – die Mannschaft steht über allem. Persönliche Eitelkeiten und Egoismen sind absolut unangebracht.

Bislang kann ich über beide Mannschaften, was dies alles angeht, nichts Negatives sagen.

Wie sind deine persönlichen Planungen als Spieler und Trainer? Willst du den Trainerschein machen oder welche Ziele schweben dir vor?

Aktiv bin ich lediglich noch in der zweiten Herrenmannschaft von DJK Regensburg 06 in der B-Klasse. Die Trainertätigkeit habe ich schon vor langer Zeit über die aktive Karriere gestellt. Wenn ich natürlich Zeit habe, trainiere und spiele ich dort noch gerne. Sonntags kann dies aber nun ein bisschen schwierig werden. Als Trainer bin ich dabei die C-Lizenz zu erwerben, wobei ich hier schon Lehrgänge absolviert habe. Fortbildung ist in unserem Sektor äußerst wichtig. Ansonsten muss ich sagen, dass es mir hier beim TSV Kareth/Lappersdorf Spaß macht und ich eigentlich auch so schnell nicht weg möchte.

Vielen Dank Tobias, für das aufschlussreiche und offene Gespräch. FuPa wünscht dir und deinen Mannschaften alles Gute, damit ihr eure gesteckten Ziele auch erreicht.