Dafür gibt es aber eine gute Erklärung, denn die Blau-Gelben sind vom Verletzungspech verfolgt. Das ist keine Ausrede, sondern lässt sich anhand der Verletztenliste nachweisen: Kapitän Patrick Fiedorra, Dennis Hecht, Sascha Meier, Ferhat Ülker, Stefan Prengel, Kris Leipzig – sechs Stammspieler. Dabei gehen 32 der 52 erzielten Tore auf das Konto der drei Offensivspieler Hecht, Meier und Ülker.
Wenngleich das eine Erklärung für das zuletzt schlechte Abschneiden ist, so darf es kein Alibi für die Mannschaft sein. Schließlich erheben die nun auf dem Platz stehenden Akteure alle den Anspruch, Oberliga-Format zu haben.
Den Nachweis konnten sie aber zuletzt nicht erbringen. Vor allem die Kreativspieler Daniel Rehag und Ahmet Isiklar blieben blass. Ihnen gelang es in Hiesfeld (0:2) nicht, dem Spiel Struktur zu verleihen oder spielerisch zu überzeugen. Sie konnten keine Akzente setzen und von ihnen ging vor dem gegnerischen Tor auch keine Gefahr aus.
"Natürlich ist das enttäuschend", sagt Trainer Alfonso del Cueto. "Aber das ist eine Kopfsache, die sind zu sehr mit sich beschäftigt." Überraschenderweise konnte aber auch Yannic Melis, der die Kapitänsbinde trug, nicht an seine Normalform anknüpfen. Christoph Hub ist nach seiner Verletzungspause noch nicht wieder in Form. Ismail Cakici kämpft, doch tut er sich aufgrund seiner technischen Defizite schwer, den Ball zu kontrollieren.
Wenigstens konnten der lange verletzte Pier Schulz und A-Junior Marin Bilobrk in puncto Laufbereitschaft überzeugen, womit sie für einige andere ein Vorbild waren. "Von Marin darf man nicht zu viel erwarten und Pier wird noch besser", gibt sich der Coach zuversichtlich.
Beim Training wird sich del Cueto seine Schützlinge aber zunächst einmal zur Brust nehmen. Dabei muss er einen Balanceakt vollziehen und ihnen auf der einen Seite gehörig den Marsch blasen, denn zumindest die Einstellung muss stimmen, auf der anderen Seite sie aufbauen und das Selbstvertrauen stärken. Ob das geht?