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Ligabericht

Toller Fight am Huthgarten

DJK in einem klasse Fußballspiel für Einsatz und Moral am Ende nicht belohnt

von rd · 25.04.2012, 17:38 Uhr · 0 Leser
Niebauer & Co. zogen am Ende gegen den FCT den Kürzeren
Niebauer & Co. zogen am Ende gegen den FCT den Kürzeren
Das Nachholspiel des 24. Spieltages am vergangenen Dienstag hatte das Prädikat "Spitzenspiel" wahrlich verdient. Den Fußballfans, die ins Manfred-Zollner-Stadion gekommen waren, war über 90 Minuten beste Unterhaltung geboten, die beiden langjährigen Rivalen in Landesliga und BOL - die DJK Vilzing auf der einen Seite und der FC Tegernheim auf der anderen Seite - lieferten sich ein Duell mit offenem Visier, phasenweise Tempofußball vom Feinsten und zahlreichen Torraumszenen auf beiden Seiten.
"Das Spiel hätte gut und gerne auch 4:4 ausgehen können", bilanzierte Vilzing´s Coach Sepp Beller hinterher, er fand es schlichtweg schade, dass seine Elf für die couragierte Leistung unterm Strich nicht belohnt worden war. 2:3 hieß es nämlich nach 90 spannenden Minuten für den FC Tegernheim, der damit weiter im Rennen um die BOL-Krone bleibt. Ausschlaggebend für den Auswärtssieg der Reißer-Truppe war letztlich ein Doppelschlag der Gäste gegen Ende der ersten Hälfte. Der für den verletzten Robert Pesch er kurz zuvor ins Spiel gekommene Sebastian Greiner sowie der überragende Harry Weller sorgten in der 37. Spielminute binnen 60 Sekunden für eine scheinbar komfortable Führung. Bis dahin war das Geschehen völlig ausgeglichen, die ganz in gelb angetretenen Hausherren und der FCT duellierten sich absolut auf Augenhöhe. Dieser Doppelschlag sollte dann aber den Startschuss für eine furiose Partie darstellen, denn die Schützlinge von Trainer Sepp Beller besannen sich nach der kalten Dusche auf ihr Kämpferherz. Und weil die Huthgartenkicker noch vor dem Pausentee in Person von Torjäger Michael Müller den Anschluss schafften, war für die zweite Hälfte "Spannung pur" garantiert. Der Treffer zum 1:2 war wahrlich was fürs Auge des geneigten Fußballfreundes, die Hausherren hatten sich mit einer herrlichen Angriffskombination über rechts mit den Stationen Niebauer, Müller, Seidl vors Tor der Gäste gespielt, Müller selbst vollendete dann in der Mitte zum umjubelten Anschlusstor. Der Ex-Ruhmannsfeldener hätte gar vor dem Pausenpfiff noch ausgleichen können, Tegernheims starker Keeper Moser entschärfte aber Müller´s Freistoß aus halbrechter Position.
Nach Wiederbeginn zogen die Hausherren ein wahres Powerplay auf, Tegernheim auf der anderen Seite spielte die Führung natürlich in die Karten, mit ihren schnellen und technisch versierten Angreifern verlegten sie sich aufs Kontern. Und so ging es hin und her, fast im Minutentakt sahen die Fans prickelnde Torraumszenen. Gleich nach Wiederbeginn wurde Michael Müller nach einer Einzelaktion aus spitzem Winkel abgeblockt, keine vier Minuten später wurde erneut der Vilzinger Angreifer am Torschuss gehindert, das abprallende Leder jagte Zoltan Ambrus aus zweiter Reihe über den Querbalken. Dann war es auf der anderen Seite einmal mehr Kapitän Harry Weller, der sich gegen zwei Gegenspieler durchsetzte, diesmal aber sein Visier zu hoch einstellte (55.). Vilzing drängte auf den Ausgleich, diesmal war es Lukas Jartschik, der für eine Raunen auf den Zuschauerrängen sorgte. Nach einer Flanke von Michael Hamberger ging der Teisnacher am zweiten Pfosten volles Risiko und setzte seinen Volleyschuss neben den Pfosten, den Ball erst zu stoppen, wäre wohl die bessere Option gewesen. Wieder rauften sich die heimischen Fans die Haare, als Abwehrrecke David Romminger durchgestartet war und von Chris Kufner bedient wurde. Allein auf dem Weg Richtung Gästetor suchte er aber zu früh den Abschluss und schoss drüber, die nächste Großchance war vertan (61.). So waren es die Kicker aus dem Regensburger Umland, die mitten in die Drangphase der Hausherren hinein einen weiteren Treffer erzielten. Einmal mehr trug der FCT einen blitzartigen Konter vor, Sven Hoffmann, der Glück hatte, dass der Refferee in der ersten Hälfte seine versuchte Tätlichkeit gegen Lukas Jartschik übersehen hatte, fasste sich ein Herz und zog aus gut 20 Metern ab. Der Ball wurde immer länger und schlug genau im Winkel ein, der Meisterschaftsaspirant war wieder zwei Tore voraus (72.). Aber die Schwarzgelben bewiesen erneut große Moral, sie kämpften wie die Löwen um den Anschluss. Und vielleicht wäre noch etwas möglich gewesen, hätte nicht Gästekeeper Moser eine knappe Viertelstunde vor dem Ende gegen den kurz zuvor eingewechselten Filip Trantina - der feierte nach zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback - aus nächster Nähe glänzend reagiert. Im Gegenzug hatten die Hausherren wieder Glück, Michael Riederer parierte bravourös gegen den einmal mehr durchgebrochenen Harry Weller, und nur eine Zeigerumdrehung später visierte Sebastian Greiner die Latte an (80.). Die Schwarzgelben bliesen nun zur Schlussoffensive: Trantina köpfte nach Hereingabe des erneut bärenstarken Sebastian Niebauer am kurzen Pfosten vorbei, Michael Müller´s toller Drehschuss - wiederum nach Vorarbeit von Sebastian Niebauer- strich um Zentimeter über den Querbalken. Als dann drei Minuten vor dem Ende nach einer kurz ausgeführten Ecke und der anschließenden Hereingabe von Niebauer in der Mitte Michael Müller zur Stelle war und mit seinem 15. Saisontreffer auf 2:3 verkürzte, schien tatsächlich noch ein Zähler möglich. Die letzte höchst aussichtsreiche Situation, ein Freitstoß aus 25 Metern halblinker Position, verpuffte in der Nachspielzeit aber ergebnislos, so war die zweite Heimniederlage der Saison besiegelt. Zwar können die Huthgartenkicker dieses Ergebnis natürlich verschmerzen, dennoch war es schlicht weg schade, dass Kufner, Seidl, Berger & Co. für ihre Aufholjagd nicht belohnt wurden. Insgesamt aber lieferten beide Mannschaften ein Spiel, das sich den Titel "Spitzenspiel" redlich verdient hatte, die wahrscheinlich beiden Landesligisten in spé betrieben tolle Werbung für den Fußball an diesem Abend.