
"Es geht einfach nicht mehr. Ich kann die Energie und das Engagement, das ich für diesen Posten leisten müsste, momentan einfach nicht mehr aufbringen", erklärt FC-Fußballchef Wanninger, der sich im vergangenen Jahr einer komplizierten Herzoperation unterziehen musste. "Ich bin körperlich immer noch geschwächt und es bringt nichts, wenn ich meine Aufgabe nur mit halber Kraft ausüben kann. Das widerspricht einfach meinen persönlichen Ansprüchen", erklärt der langjährige Landesligatrainer. Auch Übungsleiter Roland Fuidl, der Wanninger im Sommer als Chefcoach ablöste, wird bei den Regentalern nicht mehr weitermachen. "Ich habe meinen Entschluss der Vereinsführung bereits Mitte Februar mitgeteilt", berichtet der ehrgeizige Chefanweiser, der momentan die B-Lizenz erwirbt.
Die Gründe für seinen Abschied liegen in der zukünftigen sportlichen Ausrichtung. "Meine Ziele und die des Vereins sind nicht deckungsgleich. Wir spielen in einer gehobenen Amateurklasse und meiner Meinung nach müssen dort bestimmte Dinge einfach anders ablaufen. Deshalb ziehe ich einen Schlussstrich." Die Saison will Fuidl aber ordentlich zu Ende bringen. "Ich werde bis zum letzten Tag Vollgas geben. Wir werden alles probieren, um die Runde anständig zu beenden." Aktuell können die FCler keine konkurrenzfähige Oberligatruppe stellen. Leistungsträger Christian Stocker verließ den Verein in der Winterpause Richtung FC Chamerau und der landesligaerfahrene Routinier Hans-Jörg Spitzer beendete seine Laufbahn kurzfristig aus beruflichen und privaten Gründen. "Wenn dann noch zwei, drei verletzte Spieler dazukommen, wie es aktuell der Fall ist, dann geht einfach nicht mehr viel", analysiert Fuidl, der schon während der Vorrunde zwei herbe Nackenschläge verkraften musste. "Die schweren Erkrankungen von Just Wanninger und Thomas Strohmeier, der seine hoffnungsvolle Laufbahn beenden mussten, haben uns schon einen gewaltigen Knacks gegeben."
Fuidl kann sich gut vorstellen in der kommenden Saison eine neue Aufgabe in Angriff zu nehmen. "Ich arbeite gerne als Coach und wenn die sportliche Perspektive passt, kann ich mir ein neues Engagement gut vorstellen. Ich stehe aber derzeit mit keinem Verein in Verbindung." Auch "Just" Wanninger will nicht ausschließen, dass er ganz von der Fußballbühne verschwindet. "Eine kleinere Aufgabe, wie z.B. als Scout tätig zu sein, würde mir mit Sicherheit Spaß machen. Mehr ist aber momentan definitiv nicht möglich." Der 1.FC Miltach muss sich derweil um einen neuen Trainer umsehen und versuchen eine schlagkräfigte Mannschaft für die nächste Spielrunde auf die Beine zu stellen. Gerüchten zufolge beschäftigt sich aber der ein oder andere FCM-Akteur mit Abwanderungsgedanken. "Ich wünsche es dem Verein, dass er die zweifelsohne schwierige Situation meistern kann", hofft "Urgestein" Wanninger.