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Montag 13.03.17 20:55 Uhr|Autor: Jürgen Ruoff (BZ)411
Rudelbildung vor dem Lahrer Tor: Die Blauen des FC Neustadt waren zweimal erfolgreich, die Gäste trafen fünfmal. | Foto: Wolfgang Scheu

Tag der Unordnung beim FC Neustadt

FC Löffingen feiert zweiten Sieg im zweiten Spiel
In der Abstiegszone der Verbandsliga herrscht Gedränge. Vier Teams steigen ab. Solvay Freiburg und der FC Waldkirch scheinen abgeschlagen, davor hat sich das Klassement jedoch auf intime Weise zusammengeschoben. Drei Teams liegen hinter dem Tabellen-13. FC Neustadt (26 Punkte) und haben allesamt nur einen Zähler Rückstand auf die Blauen. „Der Abstiegskampf wird uns bis zum Saisonende beschäftigen“, ist sich Trainer Klaus Gallmann sicher. Wunschlos glücklich ist derzeit Trainerkollege Tobias Urban beim FC Löffingen: zwei Spiele, zwei Siege – besser geht es nicht.

Fußballspiele beginnen mittlerweile oft so: Die Innenverteidiger spielen sich den Ball hin und her, hin und her, hin und her. Der Gegner läuft nur halbherzig an, das Hin und Her geht weiter. Fabian Papa und Ranil Weerakkody haben es im Heimspiel gegen den SC Lahr (2:5) anfangs ausführlich praktiziert, irgendwann durfte  auch Torwart Simon Gantert beim Hin und Her mitmachen. Die Gäste aus Lahr, die schon beim Warmmachen einen leichtfüßigen Eindruck hinterlassen haben, schalten  fixer in den Wettkampfmodus. Mit schnellem Spiel kreieren sie immer wieder Torchancen – und nutzen sie auch. Die Neustädter bekommen das Zentrum nicht dicht, die Arbeit gegen den Ball wird nicht mit derselben Intensität betrieben, wie in den Spielen vor der Winterpause. Die Lahrer brechen immer wieder durch und irgendwo im Hinterkopf geistert die Frage herum, wie die erste Halbzeit (1:4) wohl gelaufen wäre, wenn Sascha Waldvogel gespielt hätte. Er ist neben Florian Heitzmann der etatmäßige zweite Sechser, dieses Mal aber privat verhindert. Tobias Gutscher spielt für ihn auf der Sechserposition.

Abstimmungsprobleme sind unübersehbar. „Wir hatten zuletzt aufgrund von Studium und  Krankheiten nur eine kleine Spielerzahl im Training. Automatismen lassen sich so nur schwer einstudieren“, sagt Benjamin Gallmann, der die Blauen zusammen mit Bruder Klaus  coacht. Die wenig erfolgreiche Abwehrarbeit des FC Neustadt am Fehlen von Sascha Waldvogel aufzuhängen „wäre Alibi“, findet Benjamin Gallmann. Die besonnene und ruhige Spielweise von Waldvogel, der auch eine geringe Fehlerquote im Passspiel hat, hätte der FC Neustadt dennoch gut an diesem Tag der anfänglichen Unordnung  gebrauchen können. In der 41. Minute schicken die Gallmann-Brüder Robin Maier aufs Feld, er nimmt die Sechserposition neben Heitzmann ein, Gutscher rückt nach rechts für den ausgewechselten Christoph Bruhn. Fortan stehen die Neustädter defensiv besser, die Lahrer agieren nach vier Toren allerdings  nicht mehr mit dem gleichen Zug zum Tor wie zuvor. 

Ziemlich beste Freunde in dem Spiel werden der Neustädter Torjäger Sam Samma und der Lahrer Innenverteidiger Sascha Ruf. Obwohl sie sich in den Zweikämpfen hart beharken, bekunden sie sich  gegenseitigen Respekt. Sie reden miteinander, sie lachen  und  klopfen sich gegenseitig auf die Schulter. Schön anzuschauen war das, bei aller Konkurrenz und Verbissenheit, die  in Fußballspielen herrscht. „Wir lassen uns  durch diese Niederlage, auch wenn sie weh tut, nicht von unserem Weg abbringen“, sagt Klaus Gallmann. Sein Bruder fordert: „Wir müssen die einfachen Ballverluste in der Vorwärtsbewegung möglichst schnell abstellen. Heute sind wir am Boden, morgen werden wir wieder aufstehen.“

Landesligist FC Löffingen war laut Trainer Tobias Urban auf die Spielweise des Hegauer FV (5:1) gut vorbereitet, dennoch schienen die Rothosen etwas überrascht vom forschen Beginn der Gäste und leisteten sich viele einfache Ballverluste. Bereits in der ersten Minute hätte es im Löffinger Kasten klingen können, als eine scharfe Hereingabe für Gefahr sorgte. Torhüter Dominik Osek durfte sein Können zeigen und hielt in der Anfangsphase die Null fest. „Wir hatten einen richtig guten Spielzug in der ersten Halbzeit, als Benjamin Gaudig auf Marco Kopp spielte. Den macht er normal“, sagt Urban. An diesem Tag machte er ihn jedoch nicht.  Die Löffinger gingen durch einen „tollen Schuss“ von Alexander Schuler in Führung, „der ging gut vom Fuß“, sagt der Trainer. Seine Forderung in der Pause war klar: „Wir müssen die einfachen Ballverluste in den Griff kriegen.“

Zwei Situationen im zweiten Durchgang beeinflussten das Geschehen nachhaltig. Zum einen war Hegau nach einer Gelb-Roten-Karte (67.)  nur noch zu zehnt  und wenig später bekam die Heimelf einen Elfmeter zugesprochen, den Kim Hirschbolz zum 3:1 verwandelte. Die Gäste  brachen nun ein. „Uns war klar, dass sie das Tempo der Anfangsphase nicht über 90 Minuten spielen können, so wie die marschiert sind“, sagt Urban. Konsequenz: Die nun sichtlich müden Hegauer fingen sich noch zwei Gegentore in der Schlussphase  ein. Der zweite Sieg im zweiten Frühjahrsspiel – Urban hätte nichts dagegen, wenn es so weitergeht.
 
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